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Preis für Menschenrechtsverteidiger Al-Hassani

Erstellt am 12.05.2010 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 3582 mal gelesen und am 14.05.2010 zuletzt geändert.

http://www.martinennalsaward.org/img/hassani.jpgDer Martin Ennals Award for Human Rights Defenders (MEA) geht heuer an den syrischen Anwalt Muhannad Al-Hassani. Der Anwalt erhält, laut Presseaussendung von Amnesty International Österreich, den Preis für sein Auftreten gegen das nach „repressive syrische Rechtssystem“. Er sitzt seit Juli 2009 in Haft. Die Preisverleihung ist am 15. Oktober 2010 in Genf geplant.

GENF/WIEN, am 12.5. 2010 – Muhannad Al-Hassani ist Vorsitzender der führenden syrischen Menschenrechtsorganisation Sawasiya, der die Behörden seit sechs Jahren die offizielle Eintragung verweigern.

Am 28. Juli 2009 wurde der Jurist wegen öffentlicher Kritik am Obersten Gericht für Staatssicherheit festgenommen und sitzt seither in Adra nahe Damaskus in Haft, wo er mit 70 Insassen eine Zelle teilt und nicht ausreichend medizinisch versorgt wird.

Am 27. Mai 2010 ist eine weitere Verhandlung angesetzt. Vorgeworfen wird Hassani unter Zuhilfenahme des berüchtigten Artikel 286 Strafgesetzbuch

  • die „Schwächung der nationalen Moral“ und
  • „Verbreitung falscher Nachrichten“.

In vorauseilendem Gehorsam habe zudem die syrische Anwaltskammer in Damaskus Hassani ausgeschlossen; der Jurist darf derzeit folglich seinen Beruf „zeitlebens“ nicht mehr ausüben. Schon die vergangenen sechs Jahre unterlag Hassani nicht nur

  • einem Reiseverbot, sondern stand auch
  • unter permanenter Beobachtung der syrischen Behörden.

Martin Ennals Award for Human Rights Defenders

Der MEA wird seit 1993 von zehn führenden internationalen Menschenrechtsorganisationen an herausragende Verfechter der
Menschenrechte vergeben und erinnert an den ersten Generalsekretär von Amnesty International, Martin Ennals.

Unter den früheren Preisträgern sind

  • der iranische Todesstrafengegner Emad Baghi,
  • der chinesische Oppositionelle Harry Wu und
  • die tschetschenische Menschenrechts-verteidigerin LidaJusupowa.

Jurymitglied Hans Thoolen beschreibt den diesjährigen Preisträger Hassani als „außerordentlich mutigen Mann, der willkürlich und unter inakzeptablen Bedingungen dafür verhaftet wurde, dass er den Rechtsstaat verteidigt“.

Weitere Infos:

Luis Marreiros +41228094925
marreiros@martinennalsaward.org

www.martinennalsaward.org
www.media4heroes.com
http://www.amnesty.org/en/library/asset/MDE24/023/2009/en/85042537-3068-4f82-93c1-66bff2a4b48f/mde240232009en.pdf

 

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