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Beispiele für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche weltweit

Erstellt am 23.08.2003 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 1472 mal gelesen und am 15.10.2011 zuletzt geändert.

Eine bemerkenswerte Dokumentation

ORF 2 Mi 20.8.03 22:30 MAGAZIN (VPS 22:30) Stereo Länge: 46min

WELTJOURNAL MIT CORNELIA VOSPERNIK

Die Beiträge im Überblick

USA – FERIEN IM STRAFLAGER

RUSSLAND – DIE VERLORENE GENERATION

BRASILIEN – KAMPF DER BANDEN

ARABISCHE EMIRATE – DIE KINDERJOCKEYS

USA – FERIEN IM STRAFLAGER

Sechs Uhr morgens auf einem Parkplatz in Palm Beach. Für 74 Jungen und Mädchen heißt es Abschied nehmen von ihren Familien. Ihre wenigen Habseligkeiten dürfen sie nur in einem Müllbeutel transportieren. Ein erster Hinweis darauf, welche Wertschätzung ihnen in den kommenden 20 Wochen zuteil werden wird. Für sie geht es nach Belle Glade in Florida. In ein Feriencamp, das eher wirkt wie ein Strafgefangenenlager oder ein Elitecamp der US-Armee. Die Jugendlichen kommen aus problematischen Elternhäusern, haben Schule geschwänzt, gelogen oder gestohlen und sollen nun wieder auf die rechte Bahn gebracht werden. Ihre Eltern haben sie nach „Eagle Academy“ geschickt, eine staatliche Anstalt, die mit fragwürdig harten Methoden pro Jahr 15 000 amerikanische SchülerInnen drillt.

RUSSLAND – DIE VERLORENE GENERATION

Konzentrationslager für politische Gefangene in Sibirien waren die Erfindung sowjetischer Despoten. Weltweit Aufmerksamkeit erregten sie in den 70er Jahren durch das Buch von Alexander Solschenizyn „Der Archipel Gulag“. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion verschwanden die Lager; aber nicht völlig. 45 dieser Lager wurden zu Strafvollzugseinrichtungen für Minderjährige umfunktioniert. Von über einer Million Häftlingen in Russland sind rund 20% Jugendliche. In den Lagern Tomsk und Mariinsk beruht die „Erziehung“ neben dem Schulunterricht vor allem auf militärischem Drill. Alle Wärter und Erzieher sind Militärs. Nur die Musterhäftlinge dürfen einer Arbeit nachgehen. Laut Cheferzieher Gritschenko sind diese Lager vor allem für die Jüngeren eine traumatische Erfahrung, von der sie sich nicht mehr befreien können.

BRASILIEN – KAMPF DER JUGENDBANDEN

In Brasiliens Megacities hat die Polizei die Kontrolle über die Jugend verloren. In den Favelas, den Elendsvierteln von Rio und Sao Paolo, die sich wie Geschwüre zwischen den Wolkenkratzern ausbreiten, sterben mittlerweile mehr Minderjährige an Schusswunden als in den meisten Kriegsgebieten dieser Erde. Brasilien ist nach den USA der zweitgrößte Kokainmarkt der Welt. Die Drogenmafia, die einen brutalen Verteilungskampf führt, setzt immer mehr bewaffnete Kinder für Drogengeschäfte ein. Lula da Silva, Brasiliens neuer ArbeiterInnenpräsident, der in seinem Kabinett auch Mitglieder hat, die selbst in Favelas groß geworden sind, steht vor einer riesigen Herausforderung. Denn Armutsbekämpfung und die damit zusammenhängenden Sicherheitsfragen sind die drängendsten Probleme der brasilianischen Gesellschaft.

ARABISCHE EMIRATE – DIE KINDERJOCKEYS

Kamelrennen sind in der arabischen Welt Tradition. In der schwerreichen Metropole Dubai hängen daran aber auch viel Geld und Status. Rennkamele werden zu Millionenpreisen gehandelt und Siege erhöhen deren Wert. Und: je kleiner der Jockey, desto schneller das Kamel. Seit Jahren werden darum Kinder aus den ärmsten Teilen der Welt zum Sklavendasein als Kinderjockeys gezwungen. Alle Versuche, den Menschenhändlern das Handwerk zu legen, sind bisher gescheitert. Die Verantwortlichen in den Emiraten leugnen und vertuschen, die Regierung wäscht ihre Hände in Unschuld. Die Geschichte des kleinen Jakir, der mit 2 Jahren aus Bangladesch entführt und nach Dubai verkauft wurde, ist typisch für den Lebenslauf eines kleinen Kinderjockeys.

 

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