KOMMUNNALE FRIEDENSPOLITIK – KLIMAGESETZE DER NATUR
Wo Asphalt wieder zu lebendigem Boden wird, entstehen Schutz vor Hitze und Hochwasser, öffentliche Begegnungsräume und neue Formen kommunaler Zusammenarbeit.
Warum Österreichs Bodenpolitik auch eine Frage des positiven Friedens und der Gewaltprävention ist
Seit 2006 befasse ich mich mit Friedensarbeit in Städten und Gemeinden. Dabei zeigt sich immer wieder: Frieden entsteht nicht erst dann, wenn ein offener Konflikt gelöst werden muss. Er entsteht viel früher – in den Strukturen des Zusammenlebens, in der Beteiligung an Entscheidungen und in der Frage, wie gerecht wir unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen verteilen.
Eine dieser Lebensgrundlagen liegt direkt unter unseren Füßen: DER BODEN.
Jeden Tag nimmt Österreich rund 6,5 Hektar zusätzliche Fläche in Anspruch.
Das entspricht ungefähr neun Fußballfeldern.
Meist geschieht das tragischer Weise ohne große öffentliche Aufmerksamkeit:
# Warum jedes Jahr ohne Abrüstung die Wahrscheinlichkeit der ultimativen Katastrophe erhöht
## Ein mathematisches Argument, das die Sicherheitspolitik zu selten zu Ende denkt
Die Doomsday Clock des Bulletin of the Atomic Scientists steht seit Januar 2026 bei 85 Sekunden vor Mitternacht — näher an der Katastrophe als je zuvor seit ihrer Einführung 1947, näher sogar als während der Kubakrise 1962. Das ist keine symbolische Randnotiz, sondern die informierte Einschätzung von Wissenschaftlern, die seit Jahrzehnten nukleare, klimatische und technologische Risiken beobachten. Sie begründen die Verschärfung mit aggressiver Großmachtpolitik, dem Zusammenbruch von Rüstungskontrollabkommen und einem eskalierenden Wettrüsten — verstärkt durch neue Risikofaktoren wie unkontrollierte KI-Entwicklung und ausbleibenden Klimaschutz.
### Das Argument, das die Verteidiger des Status quo selten beantworten
Die Hitze liegt über Österreich und Europa. Felder trocknen aus, Bäume geraten unter Stress, Wohnungen werden zu Wärmespeichern. Für ältere Menschen, Kinder, Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten müssen, wird Hitze zur unmittelbaren Lebensgefahr und zum Milliardengrab. Wasser, Schatten und eine kühle Nacht sind plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr.
Hitze und Dürre sind eine Aufforderung der Natur vom Protest zum Handeln zu kommen, zum Aufstand mit friedlichen Mitteln. Sie sind ein Auftrag, unsere Städte, Landschaften, Wirtschaft und Demokratie und unsere Sicherheitspolitik für nachhaltigen Frieden und Abrüstung gemeinsam umzubauen – aber auch unsere Demokratie und Sicherheitspolitik.
81 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wächst erneut die Gefahr eines konventionellen und sogar atomaren Wettrüstens.
Die Krone und der Kurier erwähnen das heute mit keinem Sterbenswörtchen dabei waren die US-Bomben auf Hiroshima, Nagasaki setzen. Der Atomblitz dauerte einige Sekunden. Zahlreiche einzelne Feuer vereinigten sich innerhalb von rund 30 Minuten zu einem Feuersturm. Sie erfassten rund 13 Quadratkilometer. Das war eine Fläche viereinhalbmal so groß wie der gesamte erste Wiener Bezirk. Auf Wien übertragen wären damit etwa 60 Prozent des Stadtgebiets innerhalb des Gürtels sofort ausgebrannt – 99% des Weltkulturerbes von Wien wäre schlagartig für immer verloren.
Am 6. August 2026 finden in Wien zwei Gedenk- und Friedensveranstaltungen statt.
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Die USA warfen am 6. August 1945 eine Atombombe auf Hiroshima. Der größte Massenmord an Zivilistinnen und Zivilisten in der Geschichte, binnen kürzester Zeit bis heute.
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Am 9. August ermordeten sie noch fast die ganze Bevölkerung von Nagasaki mit einer Wasserstoffbombe. Hunderttausende Menschen starben in diesen Städten sofort oder an den langfristigen Folgen der Verbrennungen und der radioaktiven Strahlung.
Damit begann das Atomzeitalter – und eine neue Qualität von Gefahr für die gesamte Menschheit. Erstmals gab es Waffen, mit denen nicht nur Städte, sondern die gesamte menschliche Zivilisation zerstört werden kann.
Die Gefahr der Menschheitsauslöschung wächst dramatisch
Ich brate heute im Waldviertel bei 35 Grad. Harbach galt einmal als verlässliche Sommerfrische. Geflüchtet ins klimatisierte Cafe des Moorheilbades schlage ich die ausliegende „Kronen Zeitung“ auf. Da erklärt der neue ÖVP-Generalsekretär Markus Gstöttner an prominenter Stelle:
„Das Wetter ist ein Phänomen, das nicht im direkten Einflussbereich der Politik liegt.„
Das ist ungefähr so schlau wie der Satz eines Kapitäns bei einer Donaukreuzfahrt der Regierung nach dem ungeplanten auflaufen des Schiffes sagt:
„Das Wasser, der Kurs, etc. liegen nicht im Zuständigkeitsbereich des Kapitäns und der Crew“.
Natürlich kann keine Regierung Welt derzeit für morgen Regen bestellen. Und, ein einzelner heißer Tag beweist noch keinen Klimawandel. 5 Tage über 40 Grad in Österreich erstmals sind aber etwas ganz anderes und das ermals seit Beginn der Messungen vor Jahrhunderten. Die Häufung und Verschärfung von Hitzewellen durch interessengelenkt ausgebremste Klimapolitik ist wissenschaftlich gut belegt. Da kann man die Klimamodelle vorwärts und rückwärts rechnen. Politik entscheidet aber sehr wohl, ob Häuser gedämmt, Böden geschützt, Öffis ausgebaut oder gar Öl und Gas zurückgedrängt werden. Sie entscheidet, ob sie den Feuerlöscher füllt – oder weiter Benzin verbilligt.
Hier eine Analyse der immer wieder verblüffenden Sager der ÖVP-Spitzenpolitikerinnen und -politiker.
Unser 360-Grad-Friedensnews-Feedback für die Großen 20 Klimazerstörer und ihre Heere von Wien aus betrachtet
Während Wien 40 Grad misst, rüsten die G20 weiter auf.
Seit 2015 hat der globale Militärapparat grob mindestens 35 Milliarden Tonnen CO₂e mitverursacht. Ein bitteres Stammbuchblatt für jene, die Brandbeschleunigung noch immer Sicherheit nennen. Oder schärfer, die G20 schützen angeblich alles:
Steigende Militärausgaben verursachen nicht nur direkte Emissionen. Sie können Rohstoffe, Kapital, Arbeitskräfte und Forschung von der Energiewende in die Rüstungsproduktion verlagern.
Eine neue Studie zeigt: Höhere Militärausgaben erhöhen nicht nur den direkten Treibstoffverbrauch. Sie können ganze Volkswirtschaften in Richtung energieintensiver Produktion verschieben und Forschung, Kapital sowie Fachkräfte von der grünen Wende abziehen.
Europa verfolgt zwei riesige Vorhaben gleichzeitig.
Einerseits sollen die Treibhausgasemissionen rasch sinken. Stromerzeugung, Verkehr, Gebäude und Industrie müssen innerhalb weniger Jahrzehnte weitgehend unabhängig von Kohle, Öl und Erdgas werden.
Andererseits steigen die Militärausgaben in einem seit dem Ende des Kalten Krieges kaum gekannten Ausmaß. Die NATO-Staaten beschlossen 2025, bis 2035 jährlich fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für militärische Kernaufgaben und weitere sicherheitsbezogene Bereiche bereitzustellen. Mindestens 3,5 Prozent sollen auf die enger gefasste militärische Verteidigung entfallen. (NATO)
Es ist oft schier zum Verzweifeln. Mailprogramme müssen ja viel können, denn sie verwalten nicht nur die Mails, sondern auch die Kontakte und den Kalender. Das lässt sich aus offensichtlichen Gründen auch nicht so leicht trennen: Mit den Mails will man auf die Kontakte zugreifen können; die Kalendereinträge will man mit Mails (an die Kontakte) verschicken. Wenn irgendwas in dieser Kette nicht hinhaut, kann es sehr schnell sehr anstrengend werden.
Digitale Unabhängigkeit klingt gut. Schwierig wird es dort, wo im Alltag alles zusammenkommen muss: Mails, Kontakte, Kalender, Smartphones, Videokonferenzen und alte Outlook-Daten. Niemand will dafür wochenlang Systeme basteln oder auf Funktionen verzichten.
Im April habe ich bereits dokumentiert, wie man aus Google Drive herauskommt und Fotos von Google und Apple in die Nextcloud übersiedelt. Diesmal ging es um den nächsten großen Bereich: die tägliche Kommunikation und Organisation. Dinge, an denen man täglich hängt – und bei denen ein Wechsel schnell kompliziert wird.
Anlässlich des Digitalen Unabhängigkeitstags habe ich deshalb den praktischen Versuch gemacht: weg von der engen Bindung an Microsoft und Google, hin zu einer Lösung mit eM Client, Nextcloud und anderen europäischen Diensten. Dieser Artikel zeigt den Lösungsweg, was funktioniert hat, wo es gehakt hat und welche Umwege man sich sparen kann.
Spoiler: Es ist geschafft. Ich bin Outlook, Google Mail/Kalender und Apple Mail los. 🙂
Wenn der eigene Liedtext verschwindet, ist das kein kleines Technikproblem
Ein Friedenssong ist geschrieben. Der Text steht. Die Datei ist da. Der Titel auch. In Apple Music wird der eigene Liedtext eingetragen, gespeichert, bestätigt — und danach ist er nicht dort, wo ein normaler Mensch ihn erwartet.
Genau das ist passierte beim Anfang Juli von mir als Blockbuster-Friedens-Song produzierten „Boom Boom Doom“. Es ist ein Klima- und Friedenssong gegen fossile Profite, Kriegsgeschäfte und die organisierte Gleichgültigkeit. Der Refrain ist klar: „You can’t drink oil / You can’t eat lead / Boom Boom Doom / The planet’s turnin’ red“.
Was ich mit Apple Music in diesem Zusammenhang erlebte ist für mich und viele Kunstschaffende und Konsument:innen kein belangloses Hobbyproblem.
Es ist ein kleines Fenster in ein großes System der Herrschaft von Digitalen Plattformen:
Menschen haben Musik gekauft, CDs importiert, Texte geschrieben, Dateien gesammelt — und plötzlich müssen sie stundenlang kämpfen, um wieder Herr über die eigene Kultur zu werden.
Dezentrale erneuerbare Energie kann * Versorgung * wirtschaftliche Möglichkeiten und * gesellschaftliche Zusammenarbeit stärken wenn die Bevölkerung an Planung, Eigentum und Nutzen beteiligt wird.
Strom, der Frieden schafft? Was Solaranlagen in Konfliktgebieten leisten können
Kann eine Solaranlage Frieden schaffen? Eine neue Untersuchung aus sechs afrikanischen Konfliktregionen zeigt: Dezentrale Energie kann Kliniken sichern, Arbeit ermöglichen und Kriegswirtschaften schwächen. Doch ohne Mitbestimmung, faire Preise und gerechte Eigentumsverhältnisse kann sie auch neue Konflikte erzeugen.
Die unterschätzte Friedensdividende der Energiewende
Licht statt Diesel, Arbeit statt Milizen: Kann erneuerbare Energie Frieden fördern?
Warum ein Solarnetz mehr sein kann als eine Stromleitung
Frieden beginnt manchmal mit einer Steckdose
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600 Millionen Menschen ohne Strom – und eine große Chance für Frieden
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