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Kooperative Gene statt egoistischer

Erstellt am 20.08.2010 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 2973 mal gelesen und am 17.04.2013 zuletzt geändert.

Joachim Bauer
Das kooperative Gen
Evolution als kreativer Prozess

Originalverlag: Hoffmann und Campe

Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-60133-8
€ 8,95 [D] | € 9,20 [A] | CHF 16,50* (empf. VK-Preis)empfohlener Verkaufspreis

Verlag: Heyne

Erscheinungstermin: 01. Februar 2010

Wie wir wurden, was wir sind

Die Evolution sei weniger ein »Kampf ums Dasein« als vielmehr ein kreativer Prozess – das verdeutlicht Bestsellerautor Joachim Bauer auf der Grundlage aktuellster Forschungsergebnisse der Biologie und Medizin – insbesondere nach der Entschlüssung des vollständigen menschlichen und zahlreicher einfacherer Genome. Nicht ausschließlich zufällige Mutation bestimme die Evolution, wie etwa Darwin postulierte, sondern aktive Veränderungen der Gene, die den Prinzipien Kooperation, Kommunikation und Kreativität folgen. Nur 1,2 % der menschlichen DNA seien überraschender Weise Gene im engeren Sinne. Richard Dawkins und andere Darwinistische Ideologen stünden laut Bauer hinsichtlich der Fundierung ihrer Evolutionstheorien auf heute weitgehend unhaltbarem Boden. Zahlreiche Annahmen Darwin werden von Bauer im Lichte der jüngsten Forschungsbefunde widerlegt oder stark relativiert. Ein spannendes Buch.

Allerdings müssen wir viele neue Fachbegriffe lernen. Erstes Leben die RNS-Welt vor 3,5 Mrd. Jahren – Erste Gene – Bakterien/Archäa – Endosymbiose – Mehrzeller – Wirbeltiere – Pflanzen – Amphibien – Reptilien – Säugetiere – Große Radiation der Säugetiere vor 100 Mio Jahren – und vor 30 Millionen Jahren die Primaten aus denen sich vor rund 6 Mio Jahren der Mensch als Art entwickelte. Weniger zufällig sondern mit Hilfe von sogenannten Transpositionselementen, die rund 40 % der menschlichen DNA ausmachen. Besonders nett: „mehr als 220 mensche Gene stammen von derartigem horizontalen Gentransfer“ durch sogenannte „Eingebürgerte Gypsies“. Sie sind späte Nachkommen von bakteriellen Genen, die in der Frühzeit der Evolution auf „Wanderschaft“ waren.

Über Joachim Bauer (Autor)

Prof. Dr. med. Joachim Bauer lehrt als Universitätsprofessor an der Universität Freiburg. Er ist Arzt für Innere Medizin, Arzt für Psychosomatische Medizin sowie Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte schon zahlreiche Sachbücher, unter anderem „Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern“, „Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone“, Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren“ sowie „Lob der Schule. Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern“.

„Gute Argumente, solide Forschungsergebnisse und eine leichte Feder machen das Buch zu einem spannenden Lesevergnügen.“

Deutschlandradio

 

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