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Schluss mit dem Wehrzwang für Männer

Erstellt am 16.03.2011 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 1985 mal gelesen und am 16.03.2011 zuletzt geändert.

Iris Sima
„Das Festhalten an der Wehrpflicht widerspricht den Interessen der jungen Menschen in diesem Land.“
 SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Rudas in SPÖ aktuell 2011/06 S7

Die Umstellung auf ein freiwilligen Profi-Heer

  • bringe „das Ende des Zwangsdienstes für 24.000 junge Männer pro Jahr“.
  • Das mache „auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive Sinn“.
  • „Ein Aus für die Wehrpflicht bringt sechs Monate gewonnene Lebenszeit, die für Ausbildung und Berufseinstieg genutzt werden können.“

Wolfgang Schüssel ÖVP und Van der Bellen Grüne zur Wehrpflicht

Wirtschaftsforscherin Biffl zu Präsenzdienstpflicht und Volkswirtschaft

Dass ein Ende der Wehrpflicht auch aus volkswirtschaftlicher Sicht Sinn macht bestätigte Gudrun Biffl eine der führenden Arbeitsmarkt-Expertinnen Österreichs. Sie arbeitet derzeit u.a an der Donau-Uni Krems.

Zwar fallen derzeit für Organisationen, die ebenfalls zwangsverpflichtete Zivildiener einsetzen,

  • einerseits geringere Kosten an,
  • der gesamten Gesellschaft entgehen aber Steuern und Sozialversicherungsbeiträge,

weil Soldaten und Zivildiener diese Zeit nicht für Ausbildung oder Beruf nützen können.

„Insgesamt, wirtschaftlich gesehen, ist es sicherlich ein effizienterer Einsatz der jungen Männer, wenn sie direkt ins Erwerbsleben gehen und dort einen Beitrag über Sozialversicherungsabgaben und auch einen Finanzierungsbeitrag für das Gesundheitssystem leisten“, so Biffl in einem Interview mit dem Ö1-Mittagsjournal.

Gender Mainstreaming und ungleiche Lasten für Österreichs junge Männer

Eine Bevölkerungsgruppe verfolge die Diskussion rund um eine grundlegende Reform des Bundesheeres besonders gespannt: „Österreichs junge Männer“. Besonders diejenigen, die ihren Präsenzdienst noch vor sich haben, haben meist wenig Lust auf diese Last, zu der nur Männer in Österreich gezwungen sind.

Satte 2/3 der Jung-Österreicher sind für eine Ende der Wehr- oder Zivildienstpflicht

Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage im Auftrag der Tageszeitung „Österreich“ sind 68 Prozent der Schüler und Studenten sind für ein Ende der Wehrpflicht.“

Verübeln könne man ihnen das nicht, so SPÖ-aktuell. Denn:

  • „Immerhin geht es um sechs Monate wertvolle Lebenszeit, die sie, statt mit Kasernenhofkehren oder Chauffeurdiensten, mit sinnvollen Tätigkeiten zubringen könnten.
  • „Junge Männer werden Monate ihres Lebens zu oftmals sinnlosen Tätigkeiten zwangsverpflichtet.
  • Das empfindet die Mehrheit der Jungen zurecht als Pflanzerei“,

so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas.

Vorteile für die Jungen Männer

Die Vorteile für Österreichs Jugend lägen laut SPÖ aktuell auf der Hand:

Fällt die Wehrpflicht, könne ein halbes Jahr früher mit

  • einer Arbeit oder
  • mit einer weiterführenden Ausbildung begonnen werden.

Das sieht auch der Jugendvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen Christoph Peschek so:

„Wir müssen endlich aufhören, Jugendlichen wertvolle Lebenszeit zu stehlen. Je früher sie ihre Ausbildung abschließen und ins Berufsleben einsteigen können, umso schneller

PRESSESTIMMEN

Michael Völker, „Der Standard“, 5. 2.11: „Das ständige Jammern (der ÖVP, Anm.), wonach man erst ein gemeinsames Sicherheitskonzept brauche, ist nichts anderes als der Offenbarungseid der Ratlosigkeit. Die Bedrohungslage ist klar, die Anforderungen an ein modernes Bundesheer sind es auch. Jetzt stellt sich die Frage, wie man das System umstellt.

Diese Debatte ist zu führen. Und die SPÖ tut das längst. Verteidigungsminister Norbert Darabos hat sehr konkrete Modelle und sehr konkrete Berechnungen dazu vorgelegt.“

Wolfgang Fellner, „Österreich“, 26. 1.11: „Die Wehrpflicht ist heute europaweit nicht mehr haltbar – sie wird von Schweden bis Deutschland abgeschafft oder ausgesetzt. Das durch die EU (hoffentlich) garantierte Friedens-Szenario macht es überflüssig, allen 18-Jährigen ein Jahr ihres Lebens für „Kriegspielen“ zu stehlen.

Ein wirklich attraktives Freiwilligen-Heer bietet die Chance zu einer echten Heeres-Reform. Welcher Teufel die ÖVP reitet, nun frontal gegen die Heeresreform der eigenen Regierung anzukämpfen, ist mir völlig schleierhaft.“

 

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