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Baupläne der Schöpfung – Hat die Welt einen Architekten?

Erstellt am 31.03.2011 von Monika Prohaska
Dieser Artikel wurde 5061 mal gelesen und am 01.04.2011 zuletzt geändert.

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Johannes Huber, Walter Thirring – Unter Mitarbeit von Cornelia Faustmann

Seifert Verlag

2011

„Ja sicher, die Welt hat viele Architekten“

sagt Doro Erharter selbst gelernte Architektin.
Sie ist die derzeit wohl wichtigste „Geistin“ bei friedensnews.at.“
Wie ich sie kenne, glaubt sie – wie ich: Die Welt hat auch viele Architektinnen.


Der Verlagstext verheißt dieses Buch stecke die Grenzen ab zwischen dem,

  • was wir wissen, und dem,
  • was wir glauben.
Der Physiker Thirring dessen Vater einer der wichtigsten Pazifisten Österreichs nach 1945 war  beschreibe
  • die Entwicklung des Universums und
  • was wir mathematisch zwar berechnen, aber mit den Mitteln des Verstandes bislang nicht erfassen können:
    „Gesetz und Zufall spielen dabei so zusammen, dass aus dem Chaos des Urknalls immer komplexerer Strukturen entstehen und durch den Menschen gekrönt werden“.
Johannes Huber richtet die Ampel der Molekularbiologie auf unsere Innenwelt und argumentiert aus der Sicht eines der bekanntesten  Mediziner Österreichs, dass die althergebrachte Bewusstseinslehre durch Hormonforschung und Epigenetik gründlich revidiert wird:
  • Unser Bewusstsein habe sich im Zeichen von Reproduktion und Arterhaltung herausgebildet, und
  • für Erkenntnisse des unendlich Großen oder des unendlich Kleinen seien wir ebensowenig ausgestattet wie für solche des Jenseits oder der personalen Gotteserfahrung.
Der Verlagstext: „Dennoch gipfeln seine Ausführungen in dem provokanten Schluss, dass sich die göttliche Offenbarung sehr wohl im Bewusstsein widerspiegeln kann.“
Nach Lektüre von Joachim Bauers Schrift zum „Kooperativen Gen“ bin ich wesentlich vorsichtiger geworden mit alternativen freidenkerischen Säulenheiligen à la Dawkins. Mein mein begrenztes Wissen über Genetik führte dazu, dass ich die erfrischende Kritik von Dawkins am Mief der christlichen und religiösen Dogmatik aller Richtungen einfach Expertengläubig übernahm. „Egoistische Gene“ und „Meme“ als Grundlage einer freidenkerischen Aufklärung stehen aber naturwissenschaftlich auf sehr schwachen Beinen, wie Bauer als Kundiger in aktuellen Genetischen Debatte für mich überzeugend zeigte.
Nun ich werde das Buch in Demut und im Rahmen meiner intellektuellen und zeitlichen Möglichkeiten studieren. Vielleicht komme ich ja drauf, warum die Welt ausgerechnet einen Architekten haben sollte und keine Architektin? Aber vielleicht kommt ja wer der auch Dummies erklären kann warum er oder sie diese Annahme nicht benötigt. Leider konnte ich bisher Prof. Thirring nicht persönlich kennen lernen. Er ist glaube ich einer der interessantesten Geister in Wien. Vielleicht klappt es ja im nächsten Leben – als Ex-Katholik und Freidenker müsste ich aber an dieser Hoffnung zweifeln.

Die Autoren

Univ.-Prof. DDr. Johannes C. Huber, geb. 1946. Dr. theol., Dr. med., Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universität Wien.1973–1983 Erzbischöflicher Sekretär bei Kardinal Franz König. 1987 Visiting-Professor an der Georg Washington University, der John Hopkins-University und der Georgetown University, USA. 2001–Juni 2007 Vorsitzender der österreichischen Bioethik-Kommission.

Univ.-Prof. Dr. Walter Thirring, geb. 1927. 1953/54 Member of the Princeton Institute for Advanced Studies. 1956/57 Visiting Professor am M.I.T., Cambridge, anschließend University of Washington, Seattle. Dann Lehrtätigkeit in Bern und Wien. 1968–1971 Direktor des Theoretical Department of Physics CERN. Zahlreiche Publikationen und internationale Auszeichnungen. Bei Seifert erschien zuletzt 2008 seine Autobiographie „Lust am Forschen“.

 

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