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Friedensaktivistin Yoko Ono in Wien

Erstellt am 27.02.2012 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 11759 mal gelesen und am 28.02.2012 zuletzt geändert.

Yoko Ono, Cut Piece, 1964.

Performed on September 15, 2003 at Theatre Le Ranelagh, Paris, France.

Photo: Ken McKay, © Yoko Ono

Vor 100 Jahren veröffentlichte Bertha von Suttner die Schrift über „Die Barbarisierung der Luft“, ein Jahr nachdem die erste Fliegerbombe von einem Italiener auf Libyen geworfen wurde. Vor 75 Jahren fand der Luftangriff auf Gernika statt am 26. April 1937.

Kokoschka-Preis

Am Donnerstag den 1. März um 19 Uhr wird Yoko Ono ihr im Wiener Gartenbaukino den Oskar-Kokoschka-Preis erhalten. Die Laudatio hält die Wiener Künstlerin von Weltrang VALIE EXPORT.

Mit der Verleihung des Kokoschka-Preises würdigt die Jury

das künstlerische Gesamtwerk und die dezidierte gesellschaftspolitische Positionierung Yoko Onos

so die Begründung des Juryvorsitzenden Gerald Bast. Yoko Ono wurde am 18. Februar 1933 in Tokio geboren. 100 Jahre Barbarisierung der Luft und der Kampf dageben verbindet die Friedensaktivistinnen Ono und Suttner.

Am 7. Juli 1937, „nachdem die japanische Armee sich gewaltsam Zugang zu der chinesischen Garnisonsstadt Wanping südwestlich von Peking verschafft hatte“ eskalierte der Konflikt mit China.Nach dem Angriff auf den Flottenstützpunkt Pearl Harbor der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte erfolgte am 8. Dezember 1941 der Kriegseintritt der USA und der Konflikt wurde zum Weltkrieg. Die Bombardierung von Tokyo ab April 1942 erlebte Yoko ab ihrem achten Lebensjahr. Das „Firebombing 1945“ wurde als Teil der US-Luftangriffe auf Japan als Rache für Pearl-Habour inszeniert. 330 brandstiftende US-Bomben (B-29s) wurden bei einem Angriff auf Tokyo geworfen.

Über 50% von Tokyo waren am Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. 

  • Das „Firebombing“ von Tokyo in der Nacht von 9. März, 1945 war der tödlichste Luftangriff des Zweiten Weltkrieges.
  • Es gab mehr zivile Tote als bei den Angriffen auf Dresden, Hiroschima oder Nagasaki.
  • Sie verursachten, wie geplant, einen Feuersturm der unmittelbar mehr 100.000 Tote verursachte. Ein Viertel der Stadt brannte nieder. Über Nacht hatte Tokio eine Million Obdachlose. Yoko Ono war 12 Jahre alt. Dieses Ereignis und die Abwürfe der Atombomben auf Japan prägten ihr Leben und ihre Arbeit als Künstlerin hat das stark.

Yoko Ono hat 2002 den „Lennon Ono Peace Award“ und den Peace Tower in Island – dem friedlichsten Land der Welt – gestiftet. Sie selbst hat diverse Performances für den Frieden ins Werk gesetzt. Zum Beispiel:

Die Performance im Hotel Sacher im Frühling 1969. Ono war damals zum ersten Mal in Wien. Sie stieg gemeinsam mit John Lennon im Hotel Sacher ab, aß im Bett Sacher Torte „Chocolate Cake“. Die Performance wurde im Song „The Ballad of John and Yoko“ von den Beatles verewigt. John Lennon und Yoko Ono plädierten vor den Weltmedien für „Peace“.Mehr als zwei Jahrzehnte nach Lennons Tod, kehrt die angesehene Künstlerin, Filmemacherin, Friedensaktivistin und Komponistin wieder zurück nach Wien.

  • 1995 gab es gemeinsame Aufnahmen von Yoko Ono mit Paul McCartney anlässlich des 50. Jahrestages des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Es folgten mehrere Tourneen und die Komposition von zwei Musicals:Hiroshima und New York Rock.
  • Am 9. Oktober 2002 stiftete Yoko Ono den LennonOno Grant for Peace, einen Friedenspreis.
  • 2004 nahm Ono eine neue Version von Give Peace a Chance mit verändertem Text auf.
  • Am 10. Februar 2006 wirkte sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Turin mit und verlas dort eine Friedensbotschaft vor der Weltöffentlichkeit. Ihr wenige Tage später stattfindendes Geburtstagskonzert (unter anderem mit Sean Lennon) in Paris am 18. Februar 2006 im Théâtre du Châtelet war ausverkauft, wie auch viele Auftritte zuvor in zahlreichen europäischen Städten.
  • 2005 stellte sie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International für das ProjektMake Some Noise die Nutzungsrechte aller Solotitel John Lennons zur Verfügung.

 

Links

http://en.wikipedia.org/wiki/Bombing_of_Tokyo
http://de.wikipedia.org/wiki/Yoko_Ono

 

Posted in Friedensbewegung, Friedenskultur

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