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Stellt die Friedensfragen!

Der verbrannte Wiener Friedensnobelpreisträger und der Weltkrieg

Erstellt am 25.07.2014 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 6447 mal gelesen und am 09.08.2014 zuletzt geändert.

Sonder-Austellung im Bezirksmuseum Alsergrund
1. August 2014 bis 18.10.2014

Wiener Friedensnobelpreisträger? Seit 2006 die Erste Biografie in Buchform erschien und nach unzähligen Artikeln immer noch verdutzte Gesichter, wenn ich vom Wiener Friedensnobelpreisträger spreche. Der verdienstvolle Mann der den Friedensjournalismus vor 120 Jahren zur ersten Blüte verhalf. Der Mitstreiter von Bertha von Suttner, der nach ihrem Tod die Österreichische Friedensgesellschaft leitete, der wahrscheinlich beste Weltpolitik-Redakteur den die NZZ jemals hatte, der Vordenker der UNO und der EU . Er ist leider immer noch eine k.o.-Frage für die Endrunde der Millionenshow. Und warum? Weil, seine Werke die Idee vom Totalen Krieg in Frage stellten. Außerdem war er Jude. Das allein wäre nach 1933 Grund genug gewesen alles von ihm auszulöschen.

Eröffnung der Ausstellung: Im Festsaal des Bezirksamts Alsergrund am 1.8.2014 um 18:30


Sonder-Austellung im Bezirksmuseum Alsergrund
1. August 2014 bis 18.10.2014
Der verbrannte Wiener Friedensnobelpreisträger und der Weltkrieg

Eröffnung der Ausstellung: Im Festsaal des Bezirksamts Alsergrund am 1.8.2014 um 18:30

Bei der Pressekonferenz am 29.7 im Domcaffe umd 11 h sprechen:

  • Prof. Dr. W. Göhring, Friedgesellschaft
  • Dr. W. Urbanek, Bezirksmuseum
  • Mag. A. H. Landl, Kurator der Ausstellung und Initiator der Gedenkveranstaltung 150 Jahre AH Fried

1.8.2014 18:30 Eröffnung der Ausstellung – Festsaal des Bezirksamtes Alsergrund, Währingerstraße 43, 1090 Wien

  • Begrüßung durch Mag. Thomas Liebich und Momo Kreutz, Bezirksvorstehung Alsergrund
  • Einführende Worte von Prof. Dr. Wilhelm Urbanek, Leiter des Bezirksmuseums und Mag. Andreas H. Landl, Kurator
  • Führung durch die Ausstellung, Mag. Martin Hlavacek, Alfred H. Friedgesellschaft


Sonder-Austellung im Bezirksmuseum Alsergrund 1. August 2014 bis 18.10.2014



Wiens verbrannter Friedensnobelpreisträger und der Weltkrieg

Kriegserklärung und Weltfriedenskongresses

Der Wiener Friedensnobelpreisträger, der Kongress im Parlament und der I. Weltkrieg

Wen juckt heute schon die Geschichte im Jahr 1914? Na gut, viele haben einen Großvater oder Urgroßvater und ihr Vermögen verloren und dann ging die Monarchie vor die Hunde – na und? Zuvor saß ein Herr Hitler, besonders im Winter, auf der beheizten Besuchergalerie des Wiener Parlaments. Friedensnobelpreisträger? Suttner? Aber nein, das war ja ein großer Sohn aus Prag, quasi eine Arbeitsmigrat wie Beethoven. Ein waschechter Wiener müsste ja wie der Alaba in Wien geboren sein und nach einer schönen Leich am Zentralfriedhof liegen.

Österreich 2014, das Parlament macht einstimmig Druck auf die Atommächte endlich ihren Abrüstungs-Verpflichtungen nachzukommen. Die Abrüstungskonferenz in Wien im Dezember ist vor den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten hoch brisant. Putin jettet nach Wien, Außenminister geben sich die Türschalle in die Hand. Das sind News!

Heute noch unbekannter wie der einzige Wiener Friedensnobelpreisträger ist die Tatsache, dass die Österreichische Friedensgesellschaft, nach dem Tod von Bertha von Sutter, unter der Leitung des Wiener Friedensnobelpreisträgers von 1911 im Wiener Alsergrund den 21. Weltfriedesnkongress im heutigen Wiener Parlament, anlässlich 100 Jahre Wiener Kongress, Ende Juli 1914 praktisch fix und fertig organisiert hatte. Es lagen für den 15. bis 19. September über 400 hochkarätige Anmeldungen aus der ganzen Welt vor.

Dann verlautbarte der Kaiser in der Zeitung, dass er Serbien den Krieg erklärt hat. Wie so oft setzte eine Kriegshetze und Kriegseuphorie ein, die in den Friedenszeiten davor und danach kaum zu begreifen ist. Als Folge der Ermordung des Pazifisten Jean Jaures in Paris fürchte der Friedensnobelpreisträger in Wien bereits wenige Monate nach Kriegsausbruch um sein Leben. Am 18.10.1914 musste der Whistle-Blower, dessen Namen wir erst in der Ausstellung verraten,  fliehen um der Verhaftung und Gleichschaltung durch den kuk Militärstaat zu entgehen. Snowden floh nach Russland, der Friedensnobelpreisträger floh in die Schweiz.

Aktualität

Die Konflikte in der Ukraine oder Serbien, die Fehlkonstruktionen des Völkerbundes sind auch heute in der UNO noch nicht hinreichend überwunden.  Im Syrienkonflikt, auf der Krim etc. rächt sich nun die eigenwillige Auslegung des Völkerrechts der USA und der EU von Jugoslawien bis Libyen. Nur wer die Perspektiven der, seit Libyen 2011, für Medien oft grundlos „bockigen“ Russen und Chinesen ernst nimmt und die Geschichte vor und nach 1914, kann heute die verfahrene internationale Lage verstehen. Erst auf dieser Grundlage ist es möglich vernünftig über die existenziell wichtigen und längst überfälligen Reformen im internationalen System deru UNO nachzudenken.
Die Bemäntelung von Sprache durch militärische Pressestellen und eine willfährige Journaille für vorgeblich humane Kriege, all das findet sich schon bei in den Werken des ehemals weltberühmten Friedensjournalisten und Nobelpreisträgers auf einem Niveau das heute selten erreicht wird. Seine Kriegstagebücher sind quasi der pazifistische Weblog zum Krieg und zum Frieden von 1919. Sie sind Fundgruben für Ideen und Modelle zur Überwindung des Hasses verfeindeter Nationen.

Der Friedensnobelpreisträger hat bereits 1914 vorgeschlagen, was nach 1945 die Lösung für den chronischen Konflikt Deutschland und Frankreich brachte und heute die Lösung für Israel und Palästina oder die Konflikte Russlands und der USA sein könnte. Vorschläge und Analysen eines Pazifisten wie Weltfrieden organisiert muss sind heute, mit den höchsten Militärausgaben und Overkillkapazitäten aller Zeiten, relevanter denn je, denn auch heute gilt:

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder“(Dwight D. Eisenhower).

Doch damit nicht genug, die Weltuntergangsuhr  steht seit 2012 auf 5 vor 12.
Nur 1963-60 (Kubakrise) und 1983-87 (NATO-Aufrüstung) war die Lage noch brenzliger.

Ehrenschutz:
Elfriede Jelinek – Literaturnobelpreisträgerin (angefragt)

Die Veranstaltungen der Ausstellung zum 150. Geburtstag des Wiener Friedensnobelpreisträgers werden ideell und/oder materiell unterstützt von folgenden Friedens-Organisationen:

    •    Alfred H. Friedgesellschaft
    •    Österreichische Friedensgesellschaft B.v. Suttner
  •    International Peace Bureau (Friedensnobelpreis 1902)
, IPPNW – Ärzte gegen den Atomkrieg (Friedensnobelpreis 1985)  •   International Network of Museums for Peace  (INMP)  •    Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation •   Wiener Friedensbüro
    •    Konfliktkultur
    •    Österreichischer Friedensrat
    •    Internationale Erich Fried Gesellschaft
    •    Solidarwerkstatt – Friedenswerkstatt – Guernica
    •    Internationaler Versöhnungsbund    •    Mohammed el-Baradei und Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Friedensnobelpreis 2005 (Anfrage in Arbeit)
    •     Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)    •    Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik – Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (angefragt)
        •    Internationale Friedensmission Bertha von Suttner (angefragt)
   •    
Europäische Union – Friedensnobelpreis 2012 (Anfrage in Arbeit)
    •    Interparlamentarische Union (Anfrage in Arbeit)
    •    Nobelpreis Stiftung (Anfrage in Arbeit)
    •    The     •    Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung – ÖSFK (angefragt)
    Die Veranstaltung wird getragen vom Bezirksmuseum Alsergrund, ZIMD und unterstützt und von der MA 7; 
der Bezirksvertretung Alsergrund (angefragt) und WienKultur  (angefragt)
Im Rahmen der Ausstellung wird am 7.8.2014 als Sonderprojekteine Installation gestartet:
Frieds Kriegstagebücher 
7.8.14 – 30.6.19 
Es handelt sich dabei um eine künstlerische, kultur-politische Intervention im öffentlichen Raum (Startperformance 7.8.14).
Auch Frieds Tagebücher wurden
    •    vor allem von den Nationalsozialisten ab 1933 im deutschen Sprachraum großteils vernichtet.
    •    Im I. Weltkrieg wurden sie von der KuK-Zensur unterdrückt.
 Diese Exil-Kriegstagebücher Frieds wurden für diese Performance digitalisiert und werden via
    •   Audio und
    •    Website (fried.kriegstagebuch)
der Kollektiven-Erinnerung und Reflexion wieder zugänglich gemacht.

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung und Projekte (Entwurf)
*  6.8.2014 Hiroshima-Tag: 20:30 Laternenmarsch Stephansplatz-Karlsplatz 
  – 22:30 Lesung im Bezirksmuseum „Die Barbarisierung der Luft“ von Bertha von Suttner (E. Pluhar 75 – Anfrage in Arbeit)
*  7.8.2014 um 0:00 zum Start der Performance. Die Performance soll bis 2019 jeweils 24 Stunden laufen.
*  9.8.2014 Friedespagode Wien ab 20:00 – 22:00 Beating the Bomb – Film
*  1.9.14 Anti-Kriegstag – 2. Kriegsflugblatt der Deutschen Friedensgesellschaft
*  10.9.14 World Suicide Prevention Day
 – Smal Arms IPPNW (angefragt Ausstellung zu Atomwaffen 2014)
*  14-19.14 21. Weltfriedenskongress – Programm von 1914 (Trauerfeier für Bertha v. Suttner – Film die Waffen nieder)
*  21.9.14 Der Wiener Friedennobelpreisträger und die UNO – International Peace Day
*  2.10.14 Internat. Tag der Gewaltfreiheit – Revolutionärer Pacifismus und Gewaltfreiheit
* 18.10.14 Der Wiener Friedensnobelpreisträger emigriert aus dem Alsergrund ins Schweizer Exil (Finisage der Sonderausstellung)

* 11.11.14 zur Feier des 150. Geburtstages des verbrannten Wiener Friedensnobelpreisträgers (in Arbeit)

 

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