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Kontaminierte Eierschwammerl?

Erstellt am 29.07.2015 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 6626 mal gelesen und am 09.09.2015 zuletzt geändert.

Die Julihitzewelle in Österreich hat das Angebot an Eierschwammerln aus Österreich stark reduziert. Gusto hatte ich trotzdem. Russische Schwammerl? Ungarische? Nein, die Atomkraftwerke und sonstige große Industrieunfälle machen russische Agrarprodukte so vertrauenswürdig wie Pilze aus Fukoshima. Dann wurde ich schwach bei serbischen Schwammerln. Zuhause angekommen beschlich mich ein seltsames Gefühl. Wie war denn das? Serbien? Kosovokrieg, das ist noch nicht so lange her. Depleted Uranium Munition wurde im Krieg gegen Serbien erstmals in Europa von den USA eingesetzt. Mal sehen, was das Web dazu weiß, und sicherheitshalber schmeiß ich die Schwammerl weg!

USA setzen 2014 erneut Uranmunition ein: Immer mehr Krebsleidende in Kriegsgebieten

Laut neopresse.com vom 5.11.2014 erbaten 2014 mehrere Staaten, darunter der Irak, von den Vereinten Nationen die Unterstützung für ein Ende des Einsatzes von Uranwaffen auf neopresse:

Uranwaffen? – Meinten die staatlichen Beschwerdeführer etwa Atomwaffen? Nein, gemeint ist Uranmunition – hauptsächlich eingesetzt durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Im weltweiten Kriegseinsatz ist der Einsatz solcher Uranwaffen gängige Praxis. Doch die Auswirkungen sind enorm: Die Krebserkrakungszahlen schießen in die Höhe und viele Gegenden sind jahrhundertelang kontaminiert. Gesprochen wird darüber kaum.

Uranmunition, DU-Munition

Das ist panzerbrechende Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aufgrund der hohen Dichte des Urans entfalten diese Geschosse beim Auftreffen auf das Ziel eine große Durchschlagskraft.In jüngster Zeit wurden mehrere tausend Tonnen Uranmunition überwiegend

  • in indisch-pakistanischen Grenzkonflikten,
  • in Tschetschenien,
  • während der sowjetischen Intervention in Afghanistan,
  • im Bosnien-Krieg, im Kosovo-Krieg,
  • im Zweiten Golfkrieg und im
  • Irakkrieg eingesetzt.

Während eines dreiwöchigen Einsatzes im Irakkrieg 2003 wurden von der „Koalition der Willigen“ zwischen 1000 und 2000 Tonnen Uranmunition eingesetzt. Vornehmlich die USA setzen auf das militärische Hilfsmittel.

Im September 2014 wurden US-Flugzeuge in den Nahen Osten entsandt, welche mit Uranmunition (DU) bewaffnet sind und gegen die sogenannten „IS-Gruppe“ eingesetzt werden sollen.

Pentagon-Sprecher Mark Wright sagte dazu:

“Es gibt kein Verbot gegen die Verwendung von abgereichertem Uran, und das US-Militär setzt dieses ein. Der Einsatz von DU in panzerbrechender Munition ermöglicht es, feindliche Panzer leichter zu zerstören.” Bei den US-Streitkräften werde, laut neopresse, die so genannte DU-Munition größtenteils vom Kampfjet A-10 „Thunderbolt“ verschossen. Das Bodenkampf-Flugzeug, auch bekannt unter dem Beinamen „Warzenschwein“, kann mit seiner 30-Millimeter-Bordkanone pro Minute 3900 Geschosse mit einem Einzelgewicht von bis zu 750 Gramm abfeuern.

Zusätzlich zum hohen Gewicht haben Uran-Wuchtgeschosse eine weitere Tod bringende Eigenschaft: Beim Aufprall wird der Großteil der Bewegungsenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Das Geschoss schmilzt, und durch das Loch in der Panzerung ergießt sich eine brennende Wolke kleinster Uran- und Uranoxid-Partikel ins Innere des Fahrzeugs. Die Besatzung wird bei lebendigem Leib eingeäschert.

Unbeachtete Kritik
Wirklich? Ist der Einsatz von Uranmunition wirklich ungefährlich und nicht weiter bedenklich? Der Irak – wo DU eingesetzt wurde – sieht das beispielsweise anders. Das kriegsgeplagte Land hat sich im Vorfeld der UN-Generalversammlung in diesem Herbst für einen Verbotsvertrag für Uranwaffen ausgesprochen. Die Beweise für langfristige und schwerwiegende Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Uranmunition werden immer erdrückender. Doch zu diesem Schluss kommen auch andere Beobachter. Laut einer aktuellen Analyse der Internationalen Koalition für die Ächtung der Uranwaffen (ICBUW) schädigt abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU) die DNA auf zweifache Weise: als Schwermetall wirkt es chemotoxisch und als Alphastrahler radiotoxisch. Für den Bericht wurden über 50 qualifizierte Studien ausgewertet.

Die Uranmunition ist allerdings nicht nur eine Gefahr für Soldaten, sondern womöglich auch für alle, die sich den Wracks später nähern. Mediziner befürchten, dass die Uranpartikel eingeatmet werden können, sich in der Lunge auflösen und so in die Blutbahn und ins Gewebe gelangen. Auch über Wunden könne die Substanz in den Körper eindringen und Vergiftungen oder Krebs auslösen. In den Boden geschossene Uranmunition kann Schätzungen zufolge in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uran ins Grundwasser abgeben.

Irak ist das am stärksten durch Uranwaffen kontaminierte Land. Die USA und Großbritannien verschossen in den Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition. Die Zivilbevölkerung war nicht über die Risiken des Einsatzes informiert. Feldstudien über die Auswirkungen von Uranmunition im Irak wurden aufgrund der Weigerung der USA, Orts- und Mengenangaben über verschossene Munition zur Verfügung zu stellen, stark behindert. Die Friedensorganisation Pax hat vom niederländischen Verteidigungsministerium im Rahmen des „Freedom of Information Act“ einige wenige US-Koordinaten erhalten. Aus diesen geht hervor, dass die US-Armee 2003 DU auch in Wohngebieten eingesetzt hat. Die Anzahl der Krebserkrankungen in der Provinz Babil, südlich von Bagdad, stieg von 500 diagnostizierten Fällen im Jahr 2004 auf 9.082 im Jahr 2009.

Nach Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegt keine besondere Gefährdung vor. Im WHO guidance on exposure to depleted uranium heißt es explizit, dass keine Studie eine Verbindung zwischen Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten finden konnte.

Kritiker bemängeln die Methodik und angeblich mangelnde Unabhängigkeit der Studien. Gegner der Uranmunition fordern die Durchführung neuer Auswertungen und Bewertungen. Der so genannte Lloyd-Bericht über Gesundheitsschäden bei britischen Golfkriegsveteranen zeigte die Existenz des Golfkriegssyndroms auf und untersuchte eine Reihe von potenziellen Auslösern dafür. Uranmunition wurde dabei als ein potenzieller Auslöser bezeichnet.

 

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