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Stellt die Friedensfragen!

Soldaten nach Kampfeinsätzen riskante Väter!

Erstellt am 26.04.2018 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 1732 mal gelesen und am 26.04.2018 zuletzt geändert.

„ich hatte mich in einen starken Soldaten verliebt“

„unser ganzes Leben ist kaputt“
(Soldatenfrau)

Unter dem relativ soften Titel „Bewältigungsstrategien nach traumatischen Erlebnissen“ servierte Margarethe Engelhardt-Krajanek (ORF) oe1 in Folge 4 des Radiokolleg (1 Woche nachhörbar) auf oe1 die brutalen Fakten zu dem Folgen von Kriegen und Folter auf Seiten der Opfer- und der Täterfamilien.

Keiner und keine ist vor Traumen gefeit, jede und jeden kann es treffen. Ob als Zeuge eines Verkehrsunfalls oder als Opfer oder Täter von Gewalttaten: erlebte Traumen nehmen Einfluss auf die Psyche jedes Menschen, sein oder ihr Familienleben, seine oder ihre Freundschaften und …

  • Soldaten und Soldatinnen sowie
  • andere Gewaltnahe Berufsgruppen und
  • ihre Famlien

sind einem besonders hohen Risiko für postraumatische Belastungsstörungen ausgesetzt.

Expertinnen und Experten schätzen, dass 50 Prozent der Soldaten die in Afghanistan oder am Balkan waren mehr oder weniger starke posttraumatische Belasungsstörungen aufweisen. Die Folgen so zeigen besonders Forschungen seit 1980 in der Folge des Vietnamkrieges  müssen seit Generationen vor allem Frauen und Kinder ausbaden. Sie werden in der Regel vom Staat dabei im Stich gelassen.

 

Ein unerwartetes, schockartiges Ereignis hinterlässt seine Spuren. Ob als Zeuge eines Verkehrsunfalls oder als Opfer von Gewalttaten: Das erlebte Trauma nimmt Einfluss auf die Psyche eines Menschen. Doch nicht jeder Mensch, der ein Trauma erlebt, erkrankt daran.

Die Verarbeitungsmechanismen sind individuell sehr unterschiedlich. Die Resilienz, die psychische Widerstandskraft eines Menschen hilft, sich vom traumatischen Erleben zu distanzieren. Entscheidend ist auch, ob ein Trauma einmalig erlebt wird oder wiederholt zugefügt wird. Auch der Kontext und die Ursachen beeinflussen den Umgang damit.

Opfer von Naturkatastrophen verkraften in der Regel diese belastende Erfahrung. Menschen, denen willentlich Gewalt durch einen anderen Menschen zugefügt wurde, erkranken öfters an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Oft treten körperliche und psychische Folgereaktionen erst Jahre nach dem Übergriff auf. Denn die menschliche Psyche ist darauf eingerichtet, möglichst rasch die basalen Funktionen wiederherzustellen.

Diese Überlebensstrategie überwindet aber nicht das traumatische Erlebnis. Gleich einem Fremdkörper wird es im Gedächtnis isoliert und abgekapselt. Ein Satz, ein Wort, ein Bild, ein Geruch, ein Ton können spontan das traumatische Erlebnis reaktivieren. Der Betroffene wird unkontrolliert von seinen Ängsten überschwemmt. Um das zu verhindern, meiden traumatisierte Menschen jede Form der Erinnerung an das Ereignis.

Viele Psychotherapeut/innen unterstützen sie darin. Denn das traumatische Erlebnis lässt sich nicht wiedergutmachen. Entscheidend ist aber, wie Menschen lernen, damit umzugehen. Traumatisierte Menschen brauchen Unterstützung. Forscher/innen widmen sich weltweit diesem Thema. Und unterschiedliche therapeutische Ansätze unterstützen die Betroffenen.

In Folge 4: Krieg und Folter  – Bewältigungsstrategien nach traumatischen Erlebnissen genannte Expertinnen und Experten

Barbara Breitler – Beratungszentrum für Kriegs- und Folteropfer – hemayat

Charles Figley – Trauma – War

Geneforscherin Isabelle Mansuy
durch Stress abgeschaltete Gene können vererbt werden

Traumatherapeutin Michaela Huber

Werner Bohleber (Frankfurt) – International Holocaust Trauma Research

Harald Welser – Opa war keine Nazi – NS-Täter-Traumen

LITERATUR:

Werner Bohleber,

Was Psychoanalyse heute leistet. Identität und Intersubjektivität, Trauma und Therapie, Gewalt und Gesellschaft.“ Klett – Cotta Verlag 2012

Clemens Hausmann, „Einführung in die Psychotraumatologie.“ Facultas UTB 2006

Clemens Hausmann, „Notfallpsychologie und Traumabewältigung“ Facultas 2010

Michaela Huber, „Der Feind im Inneren“. Junfermann Verlag 2013

Michaela Huber, „Der geborgene Ort“. Junfermann Verlag 2015

Jochen Peichl, „Jedes Ich ist viele Teile. Die inneren Selbst-Anteile als Ressource nutzen.“ Kösel Verlag 2010

Jochen Peichl, „Die inneren Trauma – Landschaften. Borderline – Ego-State, Täter – Introjekt.“ Verlag Schattauer 2006

Bernd Rieken, „Schatten über Galtür. Gespräche mit Überlebenden der Lawinenkatastrophe von 1999“ Waxmann Verlag 2010

LINKS für die Betreuung von Kriegs- und Foltergeschädigten und ihrer Familien

Hemayat. Betreuungszentrum für Kriegs und Folterüberlebende

Zentrum für angewandte Psychotraumatologie ZAP

Die Möwe Kinderschutzzentrum Wien

#wetogether Institut zur Prävention von Machtmissbrauch im Sport

Radiokolleg

 

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