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Medien und ihr Beitrag zum Frieden

Erstellt am 09.09.2003 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 2481 mal gelesen und am 14.07.2010 zuletzt geändert.

Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung und der ORF Burgenland laden zur Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Johan Galtung und Dr. „Andreas Zumach“

Moderation: Walter Reiss

Sonntag, 21. September 2003 – 18.00

ORF-Zentrum Eisenstadt
Buchgraben 21, 7000 Eisenstadt
Um Anmeldung wird gebeten: 02682 – 700 – 27211

Medien haben die einzigartige Kapazität breite Bevölkerungsgruppen zu erreichen und meinungsbildend zu wirken. Sie spielen eine essentielle Rolle für demokratiepolitische Aufgaben und werden daher oft als die vierte Macht im Staat bezeichnet. Verantwortungsvolle Berichterstattung, welche versucht,
die Standpunkte aller Beteiligten erklärend darzustellen, kann dadurch erheblich zu einer Lösung gewaltsamer Konflikte beitragen. Gerade in jungen Demokratien, welche noch um eine Konsolidierung ihrer Werte ringen, kommt
den Medien dieser besondere erzieherische Stellenwert zu.
Doch spätestens seit dem zweiten Golfkrieg, in dem eine rigide Medienzensur eine umfassende Berichterstattung unmöglich machte, sind die Medien als Unterstützer, Mitbetreiber und Kriegsgewinner ins Kreuzfeuer der wissenschaftlichen Kritik gelangt. Der jüngste Krieg der USA gegen den Irak hat die neuesten Entwicklungen dieses Genres der Kriegsberichterstattung vorgeführt: Krieg als Reality TV, die JournalistInnen marschieren im Tross der Soldaten mit – das Maximum an einseitiger Berichterstattung.

Der Friedensforscher Johan Galtung fordert in seinem Konzept zu
Friedensjournalismus nicht nur eine all-parteiische Darstellung von
Konflikten: Wichtigste Aufgabe der JournalistInnen sei das Einbringen kreativer Lösungsvorschläge in den öffentlichen Diskurs, dadurch könnten sie bei der Gewaltprävention und -deeskalation mitwirken. Der Journalist Andreas Zumach kommt in seiner Tätigkeit genau dieser Forderung nach. Doch damit er und andere JournalistInnen einen effizienten und nachhaltigen Beitrag zur
gewaltfreien Konfliktlösung und Frieden leisten können, bedarf es auch der strukturellen Veränderung der Medienlandschaften, so Galtung. Anlässlich des Internationalen Tag des Friedens der Vereinten Nationen diskutieren sie dazu.

Prof. Johan Galtung:

1930 in Norwegen geboren, gründete er 1959 das Internationale
Friedensforschungsinstitut in Oslo, 1964 das Journal of Peace Research. Ende
der sechziger Jahre wurde er auf einen Lehrstuhl für Friedensforschung an
die Universität Oslo berufen. Als Gast- und Honorarprofessor lehrte Johan
Galtung an mehr als 50 Universitäten rund um die Welt. Er gilt als einer der
Gründungsväter der Friedens- und Konfliktforschung. 1987 wurde er mit dem
Alternativen Friedensnobelpreis, 1993 mit dem Gandhi-Preis ausgezeichnet.
Johan Galtung ist Direktor des internationalen TRANSCEND-Netzwerkes für
Frieden und Entwicklung und Begründer der TRANSCEND-Methode, einer neuen
Philosophie, Theorie und Praxeologie zu Konfliktlösung und Mediation. Er
veröffentlichte Hunderte Artikel und über 70 Bücher.

Dr. Andreas Zumach:

Geboren 1954 in Köln, war Andreas Zumach bis 1986 einer der Sprecher des
deutschen bundesweiten Koordinierungs-Ausschusses der Friedensbewegung.
Seit 1992 beobachtet und berichtet er intensiv über die Konflikte in
Ex-Jugoslawien und die politisch-diplomatisch-militärischen Bemühungen zu
ihrer Befriedigung und Lösung.
1997 erhielt er den Preis der UNO-Korrespondenten für die weltweit beste
Berichterstattung über die Vereinten Nationen und ist seitdem freier
Journalist am UNO-Sitz in Genf und Korrespondent für die „tageszeitung“
(taz) in Berlin und weitere deutschsprachige Zeitungen, sowie
Rundfunkanstalten und BBC (German Service). 2003 veröffentlichte er
gemeinsam mit Hans von Sponeck, dem Exkoordinator des UN Programms im Irak –
„Nahrung für Öl“, das Buch Irak – Chronik eines gewollten Krieges.

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK)
Austrian Study Center for Peace and Conflict Resolution (ASPR)
Außenstelle Wien – Vienna Office
Bearbeitung: Mag. Dr. Thomas Roithner
Wiedner Gürtel 10, A – 1040 Wien
Tel. ++43 – 1 – 79 69 959
Fax ++43 – 1 – 79 65 711
e-mail: aspr.vie@aspr.ac.at
Web: http://www.aspr.ac.at

 

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