friedensnews.at
Stellt die Friedensfragen!

Zarathustra als Friedensstifter

Erstellt am 29.10.2007 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 3384 mal gelesen und am 11.03.2010 zuletzt geändert.

Zarathustras Ursprungsfamilie

Seine Mutter hieß Doghdu, sein Vater Purschasp. Die Familie trug den
Familiennamen Spantman und lebte in der Nähe eines Flusses im
Bundesland Khorassan im Nordosten Irans, wo auch die Geburtsstätte
Zarathustras war.

Zarathustras Leben

Der Name Zarathustra bedeutet „Einer, der ein leuchtendes Gesicht hat“. Zarathustra wurde am 26. März vor 3769 Jahren geboren. Wenn man alle internationalen wissenschaftlichen Meinungen in Betracht zieht, kann man davon ausgehen, dass Zarathustra zwischen 1700 – 1400 v. Chr. Geboren wurde, vor etwa 3700 – 3400 Jahren.

Die Kindheit

Zarathustra wuchs, so die Überlieferung, wie jedes andere Kind, suchend und fragend auf. Er hat mit Nachdruck und immer wieder gefragt nach

  • dem Sinn der vielen Götter und Gottheiten,
  • deren vielen angeblichen Wundertaten, die man ihnen andichtete.

Er hat versucht,

  • die sagenumwobenen Geheimnisse und Rätsel der blutigen Opferrituale der Priester zu enträtseln.
  • die Ursache des Herrschaftsanspruchs der gewalttätigen Machthaber zu erklären und
  • einen Ausweg für die Entrechteten und Unterdrückten zu finden.

Zarathustra als Junger Mann

Als er keine vernünftigen Antworten bekam und er immer wieder seinen kritischen Fragen beharrte, wiesen ihn schließlich die religiösen Würdenträger und die Machthaber des Landes von sich. Inzwischen war er zu einem jungen Mann herangewachsen. Da er von diesen Machthabern enttäuscht war,

  • kehrte er in sich,
  • beobachtete die Welt und das All, deren Lauf und Drehung.

Er forschte und verglich,

  • er redete und unterhielt sich mit den Menschen,
  • er lernte vieles von ihnen.
  • Er lernte den Gesang und die Dichtkunst.

Von der Ordnung der Welt zur Weltordnung des Schöpfers

Im Laufe seiner schöpferischen und fruchtbaren Suche kam er von der Ordnung der Welt zu der Weltordnung (Ascha) des Schöpfers. Von der Selbsterkenntnis und der Welterkenntnis zur Gotteserkenntnis. Diese schöpferische Erkenntnis und Einsicht zu Gott führte ihn dazu, den Gott als Mazda (allwissend) zu empfinden und auch zu benennen. Er sah in Gott

  • den Schöpfer,
  • den Allwissenden,
  • den Allmächtigen;

Vor diesem Hintergrund gründete er seine Botschaft und Lehre auf drei Fundamente

  1. „weises Denken“,
  2. „weises Reden“ und
  3. „weises Wirken“.

Die Offenbarungen des Zarathustra

Zarathustra meditierte er und hielt inne. Er sprach zu seinem Gott Mazda sprach er und empfing in inniger Andacht die weisen Botschaften. Mit 30 Jahren offenbarte sich Zarathustra seinen Mitmenschen. Er verkündete

  • seine Einsichten,
  • Empfindungen,
  • Ansichten und
  • tief greifenden Gedanken.

Er überbrachte ihnen die Erkenntnis über

  • den allgemeinen und allwissenden Schöpfer,
  • der die Welt wohl in geordneter Weise geschaffen haben muss.

Zarathustra gründete

  • die Philosophie,
  • den Lebensweg,
  • die Religion des Wohles auf Erden für alle Bewohner der Erde.

Die Wirkung von Zarathustras Offenbarung auf die Machthaber

Die Botschaft Zarathustras beunruhigte die damaligen religiösen Würdenträger und die weltlichen Machthaber stark. Sie begannen

  • mit Anfeindungen und
  • Verunglimpfungen gegen ihn und seine Mitstreiter, bis er schließlich nach zehn Jahren voller Kummer und Qual seine Heimat verließ und mit einigen Weggefährten nach Sistan in der Gegend des Urmia-Sees übersiedelte. Dort regierte der Schah Goschtasb am Hamun-See, wo jetzt die Stadt Sabol liegt,

Die Stadt Sabol und Schah Goschtasb

Sie war damals die Hauptstadt dieser Region. Schah Goschtasb war ein Ritter, zwar streng, aber wohl besonnen, redegewandt und kritisch. Zwei Jahre verbrachte Zarathustra damit, Schah Goschtasb und seine Gelehrten in ausgiebigen Klausuren und Streitgesprächen in seine Lehre einzuführen.

Die Bekehrung der Krieger zum Frieden

Schließlich schlossen sich alle, samt ihren Familien, Zarathustra an. Sie nahmen seine Lehre an und machten sie sich zu Eigen. Von kriegerischen Auseinandersetzungen, die damals Gang und gebe waren, rückten sie nun ab und versuchten nunmehr,

  • Frieden zu stiften und zu verbreiten.
  • Anstatt die Feindbild-Vorstellungen der Menschen aufrecht zu erhalten oder gar zu schüren, streckten sie überall ihre Hand aus, um Frieden zu schließen und ihre Kräfte und Anstrengungen dazu zu benutzen,
    • ihre Umwelt,
    • ihre Kultur und
    • ihr Leben im Einklang mit der Lehre Zarathustras neu zu gestalten.

Die Mitstreiter Zarathustras verbreiten seine Lehren

Nachdem sich die Mitstreiter Zarathustras ausreichend ausgebildet hatten, gingen sie in alle Richtungen des Landes, um die Botschaft von der neuen Lehre an alle Menschen zu überbringen. Sie gaben den Menschen ihr Wissen und erteilten ihnen Ratschläge. Zu entscheiden und zu wählen hatten die Menschen ab jetzt nun selbst, so wie Zarathustras Lehre es kennt.

Gatha – Zarathustras Hinterlassenschaft

Zarathustra starb mit 77 Jahren. Er hinterließ der Nachwelt seine Botschaft in Form von siebzehn Gedichten und Liedern. Menschen damals wie heute, können sich Gesänge und das gereimte und gesungene Wort besser einprägen und dadurch unverfälschter weitergeben als das gehörte oder das gelesene Wort.

Dies ist vermutlich ein Grund, weshalb Zarathustra seine Lehre in Form von Dichtung und Gesang hinterließ. Sein Werk ist unter der Bezeichnung GATHA bekannt und hat auch heute noch Strahlkraft.

GATAHAS – laut Übersetzung von Dr. Bahram Varza

Die Lehre Zarathustra

Erste Hymne 28

1. Strophe

O Mazda,
Der Geist der Welt klagt: Warum wurde ich erzeugt, wer hat mir das Dasein
gegeben?

Zorn, Gewalt, Unterdrückung und Dreistigkeit, die mich
umgeben, quälen mich.
Außer Dir gibt es für mich keinen anderen Beschützer,

Zeige mir bitte den würdigen Wegbereiter und Beschützer,
der mich rettet von meinen Peinigern.


2. Strophe

Es fragte der Weltschöpfer: Asha, wen würdest Du als moralischen Wegbereiter
vorschlagen.
Damit er mit unserer Unterstützung die Kraft findet, der Welt Förderung
und Fortschritt
zu bringen .

Wen möchtest Du als Führer benennen,
der Zorn und Unterdrückung der Truggenossen zusammenbrechen lässt.


3. Strophe

Asha antwortet:
Ich kenne niemanden, der fähig wäre,
die Pein aus der Welt zu schaffen.

Ansonsten wäre ich ihm,
der stärker als alle Peiniger sein muss,
zu Hilfe geeilt.


4. Strophe

Mazda Ahura,
Du weißt mehr als alle anderen
was die Götzendiener in der Vergangenheit getan haben
und in Zukunft auch noch anrichten werden.
Nur Du bist der weise Richter, und Dein Wille wird geschehen.


5. Strophe

Ich und die fruchtbare Welt beten dich, Ahura, an, mit vorgestreckten
Händen,
und bitten, dass Du die Rechtschaffenden und dessen Wegbereiter vor Feinden
und Truggenossen beschützt.


6. Strophe

Also, fragte Ahura Mazda der Allwissende,
kennst Du keinen tugendhaften Lehrer und Führer
der aus Ehrlichkeit und Herrlichkeit des Daseins,
die Welt beschützt und gedeihen lässt?
Aber Du Asha, habe ich Dich nicht als Hüter und Beschützer der Welt

erschaffen?


7. Strophe

Jene Rede, welche beglückend ist und die Gedanken beflügelt,

Ist von Ahura, der mit Asha übereinstimmend und gleichen Gedankens ist.
Und Mazda, der fortschreitende Weisheit für Fortschritt und Genesung der
Welt, den Rechtsschaffenden gelehrt hat,
Da fragt Ahura: Wohuman, wer glaubst Du, ist wirklich im Stande den
Menschen zu helfen?

8. Strophe

Ich kenne nur einen der auf unsere Lehre hört, und der
ist Zarathushtro Spitamo.

Nur er ist es, der mit seinen Lehren und Gedankenanregenden
Liedern, den Menschen den Weg von Mazda und Asha zeigen möchte.

Deshalb schenken wir seinen Worten und Gedichten die Beredsamkeit
und Schönheit.


9. Strophe

Danach klagte der Geist der Schöpfung wieder: Muss ich
die Worte eines schwachen Menschen akzeptieren, um ihn zu unterstützen?
Wahrlich, ich wünsche mir einen starken Feldherrn.

Wann kann mir, ein Mensch mit starken Händen behilflich
sein?


10. Strophe

O Ahura,
schenke ihm, durch Asha und Wohuman Herrlichkeit und Kraft,
dass er uns Fruchtbarkeit und Frieden bringt.
O Mazda, wir erkennen ihn als Deine beste Wahl für diese Aufgabe an.



11. Strophe

O Asha, Wohuman, Wokhaschatra, wann kommen sie zu mir
O Mazda, unterstütze diese große Aufgabe
Jetzt, da wir einen Helfer bekommen haben
Sind wir bereit mit zu helfen.


Ahura = Schöpfer
Asha = Weltordnung = Wahrhaftigkeit
Mazda = all umfassende Weisheiten

Wohuman = gute Gedanken
Wokhaschatra = gute Taten
Zarathushtro Spitamo = Zarathustra.


Zweite Hymne 29


1. Strophe

Nun, vor allem, Du allwissender, unsichtbarer und unfassbarer,
mit vorgestreckten Händen huldige ich Dir und wünsche, mit guten Taten
und der Hilfe von Wohuman, den Geist der Welt zufrieden zu stellen.


2. Strophe

Mazda Ahura ,
mit Hilfe der guten Gedanken nähere ich mich Dir, in gehorsam an Asha wünsche
ich die Erfüllung der fassbaren und geistigen Zuwendung,
damit ich mit dessen Hilfe meine Weggefährten zu Frieden und Glück
leite.


3. Strophe

O Asha und Wohuman,
meine Gedichte gehören euch, die Huldigung die noch Niemand sagte.
Ebenfalls sind sie auch für Dich, Mazda Ahura und wünschen uns mit
Eurer Hilfe zunehmend Glück und Frieden.
Bitte erhöre meine Worte und sei mir behilflich.


4. Strophe

Ich vereine meinen Geist mit den guten Gedanken und weiß
von ihren Nutzen.
Ich werde mein Möglichstes tun um die Menschheit auf den Weg Ashas zu führen.


5. Strophe

Du Asha und Wohuman, wann werde ich Euch erkennen?
Du Wohuman, wann kann ich Dich mit meinem Verstand wahrnehmen?
Du allmächtiger Ahura, wann ist es mir möglich, Deinen Weg zu ergründen?
Den Weg, der auch der Mazdas ist.
Wann werde ich die himmlische Stimme wahrnehmen können?
Wir werden mit unserer guten mündlichen Botschaft die Irregeleiteten auf
den rechten Weg leiten.

6. Strophe

O Wohuman und Asha nähert Euch mir,
gewährt uns den ewigen Sinn des Lebens.
Du Mazda helfe mir, Zarathustra und meinen Weggefährten,
gib uns Kraft, um mit unseren Worten den Schaden der Irreführer zum Besseren
zu wenden.

7. Strophe

Du Asha, bitte gewähre uns die Gabe, die aus den guten
Gedanken kommt.
O Armaity, Erfülle die Wünsche Goschtasb und meine mit innerem Frieden.
Du Mazda gib die Kraft, die uns befähigt, durch Verbreitung dieser Botschaft
die Gedanken zu fördern, die Menschen zu leiten und glücklich zu machen.

8. Strophe

O, Schöpfer der Du über allem stehst und mit Asha
gleich gesinnt bist.
Mit Liebe und Zuwendung wende ich mich an Dich,
Du möchtest, mir, Faraschuchtar und meinen Weggefährten die ewigen
guten Taten und
Gedanken schenken.


9. Strophe

O Ahura Mazda,
Asha und Wohuman,
ich werde Euch nie für Eure Zuwendung enttäuschen, und immer Deinen
Weg folgen, mein Möglichstes tun, um meine Dankbarkeit zu zeigen.
Ihr seid die Kraft für Fortschritt, Gerechtigkeit und ewiger Güte.
Deshalb, seid Ihr würdig für meine Huldigung und Andachten.


10. Strophe

O Mazda Ahura
Du, der die Wünsche der Menschen, die sich Asha und der guten
Gedankenwidmen, erfüllst.
Dass unsere redliche Aufklärung für gute Taten ausgefüllt wird,
ist mir bewusst.

11. Strophe

O Mazda Ahura,
Du hast Asha und Wohuman für ewig Deinen Segen gegeben.
Bitte, inspiriere mich mit der Weisheit und den guten Gedanken, die Deinen Sinnen.

entsprechen.
Mein Wunsch ist diese Lehre.
Wie ist der Ursprung der Schöpfung um die Menschen zu informieren?

Ahura = Schöpfer
Armaity = Ausgeglichenheit
Asha = Weltordnung = Wahrhaftigkeit
Mazda = allumfassende Weisheiten
Faraschuchtar = Freund und Weggefährte von Zarathustra
Goschtasb = Fürst Goschtasb, der Zarathustra zuflucht gegeben hat.
Wohuman = gute Gedanke Huldigung = Aufmerksamkeit = Andacht


Dritte Hymne 30


1. Strophe

Nun, rede ich zu allen, die hören möchten.
Und für sie, die Suchenden und Wissenden, über die beiden Denkweisen.
Huldige Ahura und lobpreise Wohuman und Asha.
Jetzt spreche ich über Asha, die Lehre des Rechts, der Wahrheit und Reinheit,

damit sie mit Reife und im Lichte
der Wahrheit ihren Weg zu Frieden und Freude findet.

2. Strophe

Deshalb hören sie die besten Ratschläge,
und wägen sie gründlich mit ihren guten Gedanken ab.
Wählen sie persönlich ob Mann oder Frau jeder von Euch für sich,

zwischen diesen beiden Wegen, dem Guten oder Schlechten.
Entscheidet vor dem großen Tag.
Aufwachen und diese Botschaft verbreiten.


3. Strophe

Nun: diese beiden Mainyü (Eigenschaften) die am Anfang
in Gedanken wie
Zwillinge wahrgenommen wurden und in Überzeugung erschienen:
Die Eine ist der Ursprung des Guten und die andere des Übels im Denken,
Reden und
Tun.
Der Weise, entscheidet sich zwischen diesen Beiden
für die Güte,
aber der Unwissende tut dies nicht.

4. Strophe

Als diese zwei Lebensanschauungen zusammen kamen,
entstanden das Leben und der Verderb.
Bis in die Ewigkeit, ist das schlechte verderbliche Leben das der Truggenossen

und die beste Lebensanschauung gehört den Rechtschaffenden.


5. Strophe

Von diesen zwei Lebensanschauungen,
wählen die Truggenossen die böse und schlechteste Handlungsweise.
aber die Rechtschaffenden entscheiden sich im ewigen Licht des fortschreitenden

Wissens für die Gerechtigkeit.
So werden sie standhaft auf dem Weg Ashas und der guten Taten bleiben und
Ahura Mazda erfreuen.


6. Strophe

Die Truggenossen, die an die Da`eva`s glauben, können den wahren Weg nicht
finden.
Denn, als sie zweifelten, wurden sie vom rechten Weg abgebracht,
Deshalb entschieden sie sich für schlechte Gedanken und Zorn und richteten
damit die
Menschen zu Grunde.

7. Strophe

Derjenige, der im Besitz geistiger Kraft, der guten Gedanken,
Wahrheit und guten
Gewissens ist, wird Armaity mit der Liebe und Überzeugung
beschützen.
So ein Mensch wird die schwersten Herausforderungen bestehen.


8. Strophe

Wenn die Zeit der Rechenschaft für die Truggenossen kommt,
werden sie mit Deiner
Kraft, Du Allwissender durch ihre guten Gedanken begreifen,
werden sie von Lüge und Pein Abstand nehmen, um den rechten Weg zu finden.

9. Strophe

O Mazda,
Wir wollen jene sein, die diese Welt erneuern und zur Entwicklung bringen.
O Schöpfer des Lebens und des Verstands,
es wird sein, dass Du uns im Licht von Asha,
behilflich bist,
und wenn der Verstand zweifelt und schwankt,
wird Asha uns zu Hilfe eilen, um unsere Gedanken zur Einsicht zu bringen.


10. Strophe

Wenn die Verderblichkeit und Lüge besiegt sein wird,
und die Wünsche der Rechtschaffenden erfüllt sind, dann werden jene
die als gütig
bekannt sind das Mazda

 

Posted in Ethik, Friedensbewegung, Friedenskultur, Friedenspädagogik, Friedensstifter, Kultur


(comments are closed).