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In memoriam Thomas Schönfeld (1923–2008)

Erstellt am 11.06.2008 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde mal gelesen und am 11.06.2008 zuletzt geändert.

Die Grafik Gabriele Wallner, ao Universitätsprofessorin am Institut für Anorganische Chemie und zahlreiche FriedesnbewegerInnen in Wien würdigten den kürzlich verstorbenen seit einigen Jahren emer. O. Univ.-Prof. Dr. Thomas Schönfeld. Er war bis zu seinem Ende im Unruhestand. Jahrzente hat er für den einen positiven Frieden in der Welt gearbeitet. TS, wie er von seinen MitarbeiterInnen immer genannt werden wollte, ist am 22. Mai 2008 im 85. Lebensjahr verstorben.

Thomas Schönfeld wurde am 27. Juni 1923 in Wien geboren. Knapp 15-jährig musste er 1938 mit seiner Familie nach Großbritannien flüchten. Nach einem Jahr emigrierte er weiter in die USA, wo er das Studium der Chemie begann. Im September 1946 ging er als Angestellter der US-Militärregierung nach Deutschland. Von der BRD zog es ihn wieder in seine Geburtsstadt. 1947 kam er wieder nach Wien zurück und inskribierte an der Universität Wien. Am seinerzeitigen 1. Chemischen Laboratorium der Universität erstellte er seine Dissertation über „Adsorptionserscheinungen in hochverdünnten Lösungen. Er publizierte hier seine Untersuchungsergebnisse mit Hilfe radioaktiver Stoffe unter Anleitung von Univ. Doz. Dr. E. Broda.

Nach der Promotion 1950

  • war er Assistent am 1. Chemischen Institut,
  • später am Institut für Anorganische Chemie, wo er sich 1963 habilitierte über:
    „Die Aufnahme von Ionen metallischer Elemente durch Anionenaustauscher in Gegenwart von Komplexbildnern“.
  • 1968 wurde er Titularprofessor, 1972 erfolgte seine Berufung zum Ordinarius am Institut für Anorganische Chemie der Universität Wien.

Der Hochschulforscher und Lehrer Thomas Schönfeld

Seine wissenschaftlichen Schriften umfassen zahlreiche

  • Einzel-Publikationen,
  • Beiträge zu Büchern und Handbüchern sowie
  • eine „Bibliography on radioanalytical Chemistry in Austria (1936–1979)“.

1955 schrieb Schönfeld gemeinsam mit Engelbert Broda für das „Handbuch der mikrochemischen Methoden“ einen Beitrag über „Radiochemische Methoden der Mikrochemie“.

Das 1956 erschienene Buch „Die technischen Anwendungen der Radioaktivität“, das er ebenfalls gemeinsam mit E. Broda verfasste. Es wurde in Japanisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Tschechisch und ins Englisch übersetzt.

Im Jahr 1995 organisierte Schönfeld in Wien das Loschmidt-Symposium, welches sich mit den Beiträgen und Entwicklungen dieses Pioniers der Chemie und Physik zur strukturellen organischen Chemie, zur Atomforschung und zur statistischen Mechanik befassete.
1997 erhielt er für sein Lebenswerk den Erwin-Schrödinger-Preis der ÖAW, der jährlich für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften vergeben wird.

Friedensarbeit

Sehr wichtig war Schönfeld die Herausgabe von Engelbert Brodas

„Ausgewählten Schriften: Wissenschaft, Verantwortung, Frieden“ (1985).

Seit 1965 war Thomas Schönfeld als Berater für das Forschungszentrum Seibersdorf auf dem Gebiet des Strahlenschutzes tätig

  • Entwicklung von Methoden der Ausscheidungsanalyse,
  • Arbeiten über die Sorption und Mitfällung radioaktiver Stoffe,
  • Aufbau eines Teilkörperzählers sowie eines Alphaspektrometers,
  • Bau eines mobilen Hochleistungssammlers zur Bestimmung geringster Aktivitätskonzentrationen in Luft)

Schönfeld war

  • viele Jahre Mitglied der Österreichischen Strahlenschutzkommission.
  • im Fachbeirat verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften, wie der „Monatshefte für Chemie“, der „Isotopenpraxis“ und des „Journal of Radioanalytical and Nuclear Chemistry“

Er stellte immer wieder sein umfangreiches Wissen als Referent oftmals unentgeltlich zur Verfügung. 2004 Referierte Schönfeld im Rahmen der Friedensinitiative Donaustadt mit der ihn eigenen Präzision über die Reformmöglichkeiten der UNO – nach der völkerrechtlich sehr umstrittenen gewaltsamen US-Besetzung des Irak.

Dieser Vortrag – der vom Autor dieses Nachrufes aufgezeichnet wurde:

  • hat für die kommenden Jahrzehnte eine brisante Relevanz und
  • eignet sich aufgrund der verständlichen und diffenzierten Sprache für die Politische Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen.

Der bislang unveröffentliche Vortrag ist als CD bei der Redaktion erhältlich

redaktion @ friedensnews.at

(Eine Spende für den Friedensnews-Deckungsfond und die vergütung der Versandkosten sind herzlich willkommen, denn Unabhängigkeit von friedensnews.at kann so erhöht werden)

Die Vorträge und Vorlesungen, die ein sehr breites Spektrum abdeckten, sind in ihrer Klarheit und Detailfülle legendär.

Viele die Thomas Schönfeld kannten, wissen , dass sein Bild gänzlich unvollkommen wäre ohne die

  • Würdigung seines Engagements in der Friedensbewegung,
  • seines Einsatzes für die Ächtung der Atomwaffen und
  • seiner Mitarbeit in der internationalen Pugwash-Bewegung.

Schönfeld war bis zuletzt Vorsitzender des UNO-NGO Committee on Peace in Wien. Schönfeld war der Überzeugung, dass Wissenschaft und Vernunft zu einer besseren Welt beitragen kann.

 

Posted in Abrüstung, Friedensbewegung, Österreich

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