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Leitfaden Konfliktbewältigung und Gewaltprävention

Erstellt am 22.08.2009 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde mal gelesen und am 02.09.2009 zuletzt geändert.

https://ssl.kundenserver.de/s8538740.shoplite.de/sess/utn;jsessionid=154a8fa4a2681c2/shopdata/images/978-3-89974303-6_g.jpgRezension über ein deutsches Buch das Licht ins Dunkel der Kremser Tötung eines Kremser Buben bringt

Pädagogische Konzepte für Schule und Jugendhilfe
Autor(en): Achim Schröder, Angela Merkle
ISBN: 978-3-89974303-6
Erscheinungsjahr: 2007 – Neuauflage 2009

Seitenzahl: 224 – Ausstattung: Pb – Preis: 14,80 EUR

Als ich begann das das Buch zu lesen wurde gerade ein 14-jähriger Bub in Krems von einem Polizisten durch ein Schuss in den Rücken getötet, weil er mit einer interkulturellen Räuberbande vermutlich den Tresor eines Supermarktes knacken wollte.

Nun, welche Ursachen nennt der Forscher und die Forscherin für solche Ereignisse?

„Fragt man nach den Ursachen von Gewalt und speziell von Jugendgewalt, so zeigt sich ein großes Bündel an Einflussfaktoren.“ Sie lassen sich einteilen in individuelle und strukturell-gesellschaftliche.

Individuell fördert Gewalt:

  1. Misshandlungen in der Familie
  2. aggressive oder drogensüchtige Lebensformen der Eltern
  3. andere traumatische Erlebnisse
  4. spezielle Gewalterfahrungen im Umgang mit Gleichaltrigen

Das Thema ist aber noch komplexer. Hinzu kommen soziale und kulturelle Einflüsse. Auch Familienerfahrungen haben diesen Kontext:

  1. Armut, Arbeitslosigkeit und andere Lebenslagen, die gesellschaftliche Ausgrenzung bedeuten (MigrantInnen, Gangs, Subkulturen, Extremismus,…)
  2. gewaltbereite Jugendkulturen und Cliquen und
  3. der dazugehörige gesellschaftliche Nährboden: Rechtsradikalismus; Patriotismus; kulturelle Überheblichkeit; und last but not least:
  4. Gewaltdarstellung und Gewaltverherrlichung in Medien und Politik
  5. Diese Art von Gewalt geht in Mitteleuropa meist von männlich Wesen aus. Matrifokale Gesellschaften kennen meist erheblich weniger Gewalt.

Rund zehn Punkte und Raub und Tötung durch ein Staatsorgan werden erheblich trasparenter. Erstaunlich, dass die Mainstream-Medien in Österreich solche relativ simplen Sachverhalte eher vernebeln als lösungsorientiert aufarbeiten. Kaum zu ertragen, wie die Recherchen im dunkeln stochern. Über die Ursachen dieser bedauerlichen Lage in Österreichs Medien habe ich mich ja schon des öfteren ausgelassen.

Der Verlag über sehr lesenswerte und informative Buch

Der konstruktive Umgang mit Konflikt und Gewalt sei vor dem Hintergrund von Individualisierung und neuen Gefährdungen zu einem Kernthema von jugendpädagogischer Arbeit geworden.

Der Leitfaden gäbe

  1. Lehrern, Sozialpädagogen, Erziehern und
  2. Eltern

einen detaillierten Überblick über

  1. die derzeit gängigen Konzepte und
  2. Verfahren wie
    soziale Kompetenztrainings,
    erlebnispädagogische Aktivitäten,
    Szenisches Spiel,
    Mediation und
    Anti-Aggressivitätstrainings.

Berücksichtigt werden alle Zielgruppen

  1. von Schulklassen
  2. bis hin zu gewaltbereiten und
  3. besonders gefährdeten Jugendlichen.

Die beschriebenen Verfahren vermitteln exemplarisch Jugendlichen – Eltern und wohl auch JugendarbeiterInnen

  1. wie sie Konflikte lösen können
  2. theoretische Einordnung von Methoden und Ansätzen
  3. die Beschreibung des Ablaufs,
  4. der Effekte und der Kritik
  5. Praxisbeispiele,
  6. Adressen und Fortbildungsmöglichkeiten.

Alle Verfahren und Methoden werden zielgruppenspezifisch eingeordnet.

Inhaltsübersicht

Vorwort

I. Thematische Einführung in die Phänomene Konflikt und Gewalt bei Heranwachsenden – Erwartungen an die Pädagogik
1. Konflikte und Gewalt
2. Gewaltprävention und Jugendpädagogik
3. Gewalt und ihre Ursachen
4. Misshandlungen in der Familie als Wurzel von Gewalt
5. Gewaltmotive bei Jugendlichen – zweckgerichtet, intrinsisch, expressiv
6. Adoleszenz als Schauplatz für entwicklungsbedingte und kulturelle Konflikte
7. Kriterien für einen Vergleich jugendpädagogischer Verfahren zu Konflikt
und Gewalt

II. Mit Konflikten und Gewalt umgehen lernen – jugendpädagogische Verfahren und Methoden im Überblick
1. Konfrontative Pädagogik
1.1 Anti-Aggressivitäts-Training©
1.2 Coolness-Training©

2. Mediative Verfahren
2.1 Mediation an Schulen
2.2 Mediation in der außerschulischen Kinder-
und Jugendarbeit
2.3 Mediation in Jugendsportverbänden
2.4 Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)

3. Körperorientierte und erlebnispädagogische
Konzepte
3.1 Körperorientierte Konzepte
3.1.1 Mitternachtssport
3.1.2 Kampfkunst in der Gewaltprävention
3.1.3 „Erziehung durch Sport“ –
Ein Trainingscamp
für dissoziale Jugendliche
3.2 Erlebnispädagogische Angebote
3.2.1 Outward Bound und City Bound
3.2.2 Adventure Based Counseling (ABC)
3.2.3 Erlebnispädagogik in den „Hilfen
zur Erziehung“

4. Training sozialer Kompetenzen
4.1 Trainingsprogramme für Schulen
4.1.1 FAUSTLOS – Gewaltprävention durch
Förderung sozialer und emotionaler
Kompetenzen in der Grundschule
4.1.2 „Erwachsen werden“ –
ein Life-Skills-Programm für Schüler
der Sekundarstufe I (Lions-Quest)
4.2 Trainingsprogramme der Jugendhilfe
4.2.1 Der Soziale Trainingskurs als
ambulante Hilfe für straffällig
gewordene Jugendliche
4.2.2 DENKZEIT –
ein sozialkognitives Einzeltraining
für delinquente Jugendliche

5. Szenische Verfahren
5.1 Szenisches Spiel zur Konfliktbearbeitung
5.2 Animationstheater zu den Themen
Konflikt und Gewalt

6. Training für Kinder und Jugendliche zum Umgang
mit Gewalt- und Bedrohungssituationen/
Zivilcouragetraining
6.1 Handlungskompetenz
in Bedrohungssituationen
6.2 Zivilcouragetraining

7. Medienpädagogische Angebote
7.1 Aktive Videoarbeit mit und für Jugendliche
7.2 Der Computer als rezeptives Medium
7.2.1 Beratungs- und Informationsangebote
im Internet zu Gewalt und Extremismus
7.2.2 Lernsoftware
7.3 Der Computer als aktives Medium
7.4 Hörfunk als Medium

8. Opferhilfe

9. Zielgruppenspezifische Einordnung
der Verfahren und Methoden

III. Weiterbildung und Forschung
1. Trainingsmodelle für Pädagogen
1.1 Das Konstanzer Trainingsmodell (KTM)
für Lehrer
1.2 Professionell handeln in Gewaltsituationen –
Das Professional Assault Response
Training (PART)®

2. Ausbildungen zu den verschiedenen Verfahren
2.1 Konfrontative Pädagogik
2.2 Mediative Verfahren
2.3 Körperorientierte und erlebnisorientierte
Ansätze
2.4 Training sozialer Kompetenzen
2.5 Szenische Verfahren
2.6 Training zum Umgang mit Gewalt
und Bedrohungssituationen
und Zivilcouragetraining
2.7 Medienpädagogische Angebote
2.8 Opferhilfe
2.9 Training für Pädagogen

3. Forschungseinrichtungen
3.1 Institut für Friedenspädagogik
3.2 Institut für interdisziplinäre Konflikt-
und Gewaltforschung (IKG)
an der Universität Bielefeld
3.3 Kriminologisches Forschungsinstitut
Niedersachsen e.V. (KFN)
3.4 Zentrum für Konfliktforschung
der Philipps-Universität Marburg
3.5 Deutsches Jugendinstitut e.V., München
IV. Anhang
Auszüge aus verwendeten Gesetzestexten
Literaturverzeichnis

Das AutorInnen-Team

Dr. Achim Schröder, Jahrgang 1951, Prof. für Kulturpädagogik und Jugendarbeit am Fachbereich Sozialpädagogik der Hochschule Darmstadt. Leiter des Projekts „Pädagogische Konflikt- und Gewaltforschung„. Arbeitsschwerpunkte: Adoleszenz, Szenisches Spiel, politische Jugendbildung, Schule und Jugendarbeit

Angela Merkle, Jahrgang 1969, Dipl.-Sozialpädagogin, Systemische Beraterin, freie Mitarbeiterin des Projekts „Pädagogische Konflikt- und Gewaltforschung“ des Fachbereichs Sozialpädagogik der Hochschule Darmstadt, Arbeitsschwerpunkte: Jugend(berufs)hilfe, Interkulturelle Arbeit, Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention

 

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