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Konflikte um die beste Medizin und Heilpraxis

Erstellt am 08.07.2010 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 2104 mal gelesen und am 09.09.2010 zuletzt geändert.

Oliver Stenzel

Medikale Differenzierung

Der Konflikt zwischen akademischer Medizin und Laienheilkunde im 18. Jahrhundert, 188 Seiten, Kt, 2005
€ 19,95
ISBN 978-3-89670-341-5

Carl Auer-Verlag

Das Behandlungsmonopol der Ärzte mit Kassenvertrag oder gar Privatpatienten erscheint in der heutigen Ordnung des Gesundheitswesens als Selbstverständlichkeit. Tatsächlich wurde diese Ordnung jedoch in einem konfliktreichen Prozess konstruiert, in dessen Verlauf sich die akademische Medizin zunehmend gegen die Laienheilkunde durchsetzen konnte. Pharmainteressen und der Schnöde Mammon rund um den AIDS-Kongress in Wien heizt die Konflikte um die Deutungshoheit der akademischen Medizin heute wieder an.

„In dem Maße also, in dem der Arzt fester Bestandteil der medizinischen Alltagswelt zu werden suchte, drängte er andere Heilergruppen als „Pfuscher“ oder „Quacksalber“ an deren Rand.

Der Autor beobachtet diesen Vorgang, der im Zuge der Etablierung der akademischen Medizin im 18. Jahrhundert eine besondere Relevanz gewann, aus einer systemtheoretischen Perspektive. Der Wandel des frühneuzeitlichen Medizinalwesens wird am Beispiel Schleswig-Holsteins nachgezeichnet und als Entstehung eines gesellschaftlichen Teilsystems im Bereich der Krankenversorgung begriffen. Die hierbei auftretenden Konflikte zwischen Ärzten, Heilern, Patienten und der Obrigkeit werden vor dem Hintergrund der Differenz zwischen dem sich bildenden Medizinsystem und seiner Umwelt analysiert, wobei vertrauens- und risikosoziologischen Aspekten eine besondere Bedeutung zugemessen wird.

Im Ergebnis ermöglicht dieser Versuch einer systemtheoretisch orientierten Geschichtsschreibung nicht nur eine neue Sichtweise auf die Entstehung des modernen Medizinsystems, sondern fokussiert zugleich die Rolle des Zufalls als Prinzip historischen Wandels.“

 

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One Response

  1. Zur aktuellen Welt-Aids Konferenz und ihren Gegnern | Geheimrätin's Fenster zum Hof

    […] liegt m. E. gerade darin, dass diese sich als „ganzheitliche, friedenspolitische Naturheilkundler und Humanisten“ in Szene setzen, die sich dem „Kampf gegen die Pharmamafia“ […]

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