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USA wollen Drei-Stufen-Plan zur Raketenabwehr für Europa vorlegen

Erstellt am 18.11.2010 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 3069 mal gelesen und am 29.11.2010 zuletzt geändert.

Wie ZDF-Exklusiv am 18.11 meldete, sei Russland offenbar bereit zu gemeinsamer Raketenabwehr mit NATO. Allerdings wolle Russland mit eigenem System arbeiten.

Die USA wollten auf dem NATO-Gipfel einen Drei-Stufen-Plan zur Raketenabwehr in Europa vorlegen. Danach wollen die Amerikaner

  • Ab 2011 auf zahlreichen Schiffen mobile Raketenabwehrsysteme im östlichen Mittelmeer einsetzen.
  • 2015 soll ein fest installiertes Raketenabwehrsystem in Rumänien folgen,
  • 2018 ein weiteres in Polen. „Es wird nicht billig, aber es wird vom amerikanischen Steuerzahler auf den Weg gebracht werden. Das ist unser Beitrag zum Schutz Europas“, so der NATO-Botschafter der USA, Ivo Daalder, in einem ZDF-Interview.

Auch in Moskau stehen die Zeichen auf Kooperation. Allerdings wolle Russland nicht Teil eines Systems „unter amerikanischer Regie“ sein. Es wolle ein eigenes Raketenabwehrsystem anbieten: „Ich bin der Meinung, wir werden zwei Systeme haben, die eventuell miteinander verbunden werden, aber nicht ein System aus einem Guss“, so der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin.

Das Verteidigungsbündnis wolle auf dem Gipfel in Lissabon ein Raketenabwehrsystem beschließen („Missile Defense“). Dieses Abwehrsystem soll das Bündnisgebiet und auch die Bevölkerung vor Angriffen mit Langstreckenraketen schützen. Anders Fogh Rasmussen sagte in einem ZDF-Interview, dies koste das Bündnis weniger als 200 Millionen Euro. Der NATO-Generalsekretär weiter: „Es ist eine gute Sache, bereits vorhandene Verteidigungssysteme miteinander zu verknüpfen und dadurch nicht nur Soldaten, sondern auch die Bevölkerung zu schützen. Für die Europäer ist dies ein gutes Geschäft, weil die Amerikaner ihre Technik mit einbringen.“

Der NATO-Generalsekretär bestätigte im Interview mit dem ZDF auch die Pläne zur Machtübergabe in Afghanistan: „Der NATO-Gipfel in Lissabon wird verkünden, dass die Führungsverantwortung ab 2011 allmählich an die Afghanen übergeht. Außerdem werden wir Präsident Karsai ermuntern, bereits Ende 2014 – 100 Jahre nach Ende des I. Weltkriegs vollkommen die Führungsverantwortung zu übernehmen.“ Der NATO-Generalsekretär zeigte sich aufgrund der jüngsten Zahlen optimistisch. Danach gebe es mittlerweile 260 000 afghanische Soldaten und Polizisten.

Ziel sei es, im Oktober nächsten Jahres 300 000 afghanische sogenannte Sicherheitskräfte zu haben.

Mainz, 18. November 2010
ZDF Pressestelle

 

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