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Schutz vor Psychopathen in Organisationen

Erstellt am 07.01.2012 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 7612 mal gelesen und am 07.01.2012 zuletzt geändert.

Bisher hieß es bei Personalisten oft, Psychopathen hätten in Unternehmen oder staatlichen Organisationen keine Chance, aufzusteigen.

Auch Paul Babiak und Robert D. Hare dachten das. Sie haben

  • die Auswirkung von kontraproduktivem Angestelltverhaltens studiert und
  • seine Ergebnisse für die Funktion und Integrität von Organisationen

 Man sollte erwarten, dass Merkmale, die auf tyrannisches oder ausbeuterisches Verhalten hindeuten, für die Unternehmensvertreter so offensichtlich sein müssen, dass wichtige Stellen solchen Bewerbern von vornherein versperrt bleiben.

Doch:

Nach den Fällen zu urteilen, die wir untersucht haben, sieht die Wirklichkeit jedoch anders aus.“

Die bittere Erkenntnis der Psychologen:

Psychopathen im Management sind häufiger als gedacht. Es entsteht zuweilen der Eindruck, Psychopathie sei zwangsläufig mit hoher Intelligenz und beruflichem Erfolg gepaart. Das stellt unsere Systeme in Frage.

Bis zu 1-6 % der Bevölkerung fallen schätzungsweise in diese Kategorie. Was bedeutet das für uns?

Sie

  • täuschen,
  • manipulieren und
  • boxen sich in der Hierarchie nach oben,

Ihr rüdes Durchsetzungsvermögen oft als Führungsstärke missverstanden.

Gerade die flachen Hierarchien in modernen Unternehmen machen es ihnen besonders leicht, sich Einfluss zu verschaffen!

Hier finden sie Raum zur Entfaltung, indem sie

  • erst die Personalverantwortlichen täuschen und
  • dann die Mitarbeiter manipulieren und gegeneinander ausspielen.

Das beherrschen Psychopathen perfekt.

Ihnen fehlt

  • ein Gewissen, das ihnen Regelverstöße erschwert.
  • sind sie nicht in der Lage, Empathie und Mitleid zu empfinden.
  • haben ein übersteigertes Gefühl der eigenen Bedeutung,
  • Anspruchsdenken,
  • fehlende Lernfähigkeit,
  • Oberflächlichkeit,
  • eine mangelnde Selbstkontrolle und
  • antisoziales Verhalten.

Die können sich Organisationen und Mitarbeiter vor ihnen schützen?

Organisationen

Das Einstellungsgespräch bzw. die Personalauswahl die ist für Organisationen zentral.

Doch vorsicht: Nicht jede Persönlichkeitsstörung lässt sich in Assessments erkennen!

Wenn das FBI Serienmörder oder Terroristen ausfindig machen will, nimmt es nicht selten die Dienste von Robert D. Hare in Anspruch.

Meist kann nur ein Experte Psychopathen sicher diagnostizieren.

Was heisst schon Psychopath?

  • Wenn sich die Jugendlichen diesen Begriff auf dem Schulhof zuwerfen?
  • eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung, unter denen die Umwelt zu leiden hat.

Experten davor warnen, nach der Lektüre eines gleich jeden Mitmenschen und Vorgesetzten zu diagnostizieren.

Das Bild des Psychopathen

Durch die fiktive Erzählung über einen Psychopathen oder eine Psychopatin

durch reale Fallgeschichten über Psychopahten

Theoriemodelle über Psychopathie

Zu den Tätern gehören aber auch oft die Menschen in Personalabteilungen.

und

sind Psychopathen erst Mal im Haus, lassen sie sich so schnell nicht mehr vertreiben. Schliesslich sind die Meister in der Kunst des Manipulierens und Täuschens.

Besser ist es demnach, sie möglichst früh zu orten.

Dazu wichtig ist

  • eine modernere Differenzierung von Persönlichkeitsstörungen.
  •  weshalb Psychopathen kein Gewissen aus Sicht der Emotionspsychologie  und Neurowissenschaft.
  • was kann jemand tun ums sein psychopathisches Potenzial zu zügeln
  • was haben widrige Karrieremenschen mit mir zu tun
  • was wird aus weniger karrieregeilen und gescheiten Psychopathen

In den Köpfen von Personalverantwortlichen geistern noch Ideen herum, die mit dem realen Wesen von oft Menschen herzlich wenig zu tun haben. Wenn Personalverantwortliche und Manager ihr „Handwerkszeug“ beherrschen und ihre „Hausaufgaben“ machen (Dokumentation, Kommunikation, Sorgfalt), haben es Psychopathen in ihren Unternehmen schwerer, Fuß zu fassen.

Einzelne Mitarbeiter

Sie sollten sich zu ihrem Schutz

  • über Psychopathie informieren,
  • eigene Schwachpunkte und Empfindlichkeiten erkennen und
  • sich klarmachen, welchen Nutzen diese Psychopathen bieten könnten.
  • Die wichtigste Regel:
    Auf keinen Fall das Spiel mitspielen, sondern sich der psychopathischen Person entziehen.

Die amerikanischen Psychologen Babiak und Hare haben die schlimmste Büro-Spezies enttarnt: den ‚Psychopathen bei der Arbeit‘, wie der Untertitel ihres Buches heißt.

In ihren Fallbeispielen findet sie vielleicht ihren Chef wieder.“

Wenn das FBI Serienmörder oder Terroristen ausfindig machen will, nimmt es nicht selten die Dienste von Robert D. Hare in Anspruch. Denn unter Psychologen gilt er als Experte für Psychopathen. Er legt mit dem Arbeits- und Organisationspsychologen Paul Babiak zusammen ein Buch vor, das die Psychopathen in den Teppichetagen näher unter die Lupe nimmt.

Was heisst schon Psychopath, wenn sich die Jugendlichen diesen Begriff auf dem Schulhof zuwerfen?

Grob gesagt ist es eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung, unter denen die Umwelt zu leiden hat. Ein vager Begriff. Doch selbst wenn die Autoren davor warnen, nach der Lektüre ihres Buches gleich jeden Mitmenschen und Vorgesetzten zu diagnostizieren, erhält der Leser einen anschaulichen Eindruck, welche Charaktereigenschaften Psychopathen eigen sind.

Das Bild des Psychopathen entsteht beim Leser auf dreifache Weise:

  1. Durch die fiktive Erzählung von Dave, die sich als roter Faden durch Buch zieht,
  2. durch reale Fallgeschichten und
  3. durch verständlich beschriebene Theoriemodelle.

Und indem die Autoren auf ein Happyend verzichten und den widrigen Dave am Schluss aufs Siegerpodest steigen lassen, zeichnen sie die Wirklichkeit der Arbeitswelt nach. Um dieses Drama noch zu verstärken, ist das Buch auch als Drama in fünf Akten gegliedert.

Das ist geschickt gemacht, weil dem Leser so auch vorgeführt wird, welche Kulissen, Requisiten und Nebenfiguren es braucht, damit der böse Held siegen kann. Denn

  • ohne Mitspieler keine Täter.
  • Zu den Tätern gehören aber auch oft die Menschen in Personalabteilungen.

 Ihnen reden die Autoren besonders ins Gewissen. Denn sind die Psychopathen erst Mal im Haus, lassen sie sich so schnell nicht mehr vertreiben. Schliesslich sind die Meister in der Kunst des Manipulierens und Täuschens. Besser ist es demnach, sie möglichst früh zu orten.

Das Buch ist die Weiterführung von „Gewissenlos“ von Robert Hare.

Babiak/Hare haben ein ganz spezifisches, populärwissenschaftliches Werk über Menschen am Arbeitsplatz mit psychopatischen Verhaltensweisen geschaffen.

  • Für Betroffene, die durch solche Menschen zu Schaden gekommen sind, ist es eine große Hilfe. Ein Rezensent des Buches berichtet
  • ständige „Aha-Erlebnisse“.

Die sozialen und wirtschaftlichen Schäden, die durch solche Verhaltensweisen

  • Sie sind kaum bezifferbar.
  • Ganz zu schweigen von den persönlichen Schäden der Betroffenen in physicher, psychischer und materieller Hinsicht.

Was tun mit Psychopathen und Psychopathinnen?

Leider sind Psychopathen weitgehend „Therapieresistent“, das heißt,

  • es kommt nach Therapien zu keiner nennenswerten Verhaltensänderung.
  • Überführen und Wegsperren ist daher die bislang einzig sinnvolle Möglichkeit für die Gesellschaft vor solchen Leuten schützen kann. Der „mordende“ Psychopath sein Lebens in geeigneten Anstalten verbringen und eigetlich auch der der Arbeitskollege, der zuviele psychopathische Merkmale aufweist.
  • Beängstigend ist es, dass durch die sich verändernde Arbeitswelt, solche Individuuen dadurch einen Vorteil ziehen und die zukünftigen Schäden überhaupt nicht abzusehen sind.
  • Es sollten gezielt Regularien  eingeführt werden die psychopathischen Menschen wieder schwerer machen, durch die Netze zu schlüpfen.

Es muss publik werden

  • wie Psychopathen vorgehen?
  •  Wieso sie oftmals so erfolgreich sind und ihnen viele Mitmenschen auf den Leim gehen
  • was man gegen sie unternehmen kann?
  • Wie können wir verhindern, dass ich einen Psychopathen eingestellt werden – zB. als Betriebsrat?
  • wie gehe ich durchgerutschten Psychopathen aus dem Weg oder bekämpfe sie erfolgreich?

Literatur zum Thema

  • Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit; Paul Babiak (Autor), Robert D. Hare (Autor), Ingrid Proß-Gill (Übersetzer) Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
    Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG; Auflage: 1 (1. März 2007)
    Sprache: Deutsch; ISBN-10: 3446409920; ISBN-13: 978-3446409927; Originaltitel: Snakes in Suits: When Psychopaths Go to Work
  • Snakes in Suits: When Psychopaths Go to Work von Paul Babiak 5.0 von 5 Sternen
 (1)
EUR 11,90
  • Der Soziopath von nebenan. Die Skrupellosen: ihr… von Martha Stout 4.4 von 5 Sternen
 (16)
EUR 32,95
  • Gewissenlos. Die Psychopathen unter uns von Robert D. Hare 4.4 von 5 Sternen
 (8)
EUR 36,95
  • Without Conscience: The Disturbing World of th… von Robert D. Hare 4.8 von 5 Sternen
 (13)
EUR 13,50
  • 
Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang… von Robert I. Sutton 4.1 von 5 Sternen
 (26)
EUR 7,95

 

 

 

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