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Was vom Krieg übrig bleibt

Erstellt am 10.10.2015 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 2487 mal gelesen und am 10.10.2015 zuletzt geändert.

Was vom Krieg übrig bleibt
Unfriedliche Beziehungen in Sierra Leone
Anne Menzel
transcript-Verlag, Bielefeld 2015

  • Wie ordnen sich gesellschaftliche Verhältnisse nach kriegerischer Gewalt neu?
  • Und wie gehen Betroffene und Beteiligte mit weiterhin bestehenden unfriedlichen Beziehungen um?

Bewaffnete Konflikte in Afrika sind ja wieder einmal von vom Megakonflikt rund um die Hauptölquellen überlagert. Was vom Krieg übrig bleibt wird wohl ähnlich sein. Anne Menzel hat ihre Erfahrungen in Bosnien Herzegwina reflektiert und wurde gegenüber lösungsfokusierten Nachkriegsanalysen skeptisch. Sie hat auch die gängigen Vorstellungen „kriegsgeprägter und friedensförderungsbedürftiger Beziehungen“ hinterfragt. Inspiriert wurde das vor allem durch einen Aufsatz des Vergleichenden Kriegsforschers Stathis Kalyvas. Ihr Fazit: Es lohne sich bestehende Vorstellungen über Nachkriegskontexte auf den Prüfstand zu stellen, gerade wenn sie offentsichtlich plausibel erscheinen.

Am Fallbeispiel Sierra Leone untersucht Anne Menzel die Trennlinie zwischen der Zivilbevölkerung und (ehemaligen) Kämpfern, die sowohl in der Forschung zu Nachkriegsgesellschaften als auch in der Peacebuilding-Praxis meist als gegeben angesehen und ganz selbstverständlich gezogen wird. So kommt sie im Gegensatz zum Mainstream der lösungsfokusiert vorprogrammierten Forschungen die sich unter moralischen Druck setzen zu überraschenden Erkenntnissen. Die Exkombatanten-Zivilbevölkerungstrennline sei laut Menzel zu wenig komplexitätsgerecht. Ihre Studie zeige, die Opfer und Täter nicht so klar auseinander zu halten sind wie die meist angenommen wird. Sie führen oft auch zu Fehldiagosen wie Gewaltäter/innen aussehen …

Die Studie eröffnet laut Verlag

neue und überraschende Perspektiven, indem sie Einblick in das Entstehen und in die andauernde Praxis einer lokalen »Ästhetik der Gefährlichkeit« gibt, in der sich gerade keine eindeutige Trennung von Exkombattanten und Zivilbevölkerung ausmachen lässt.

Da das Buch leider oft unnötig kompliziert geschrieben ist wäre ein gutes Lektorat dem flüssigen Lesen des an sich originellen und interessanten Buch wahrscheinlich sehr zuträglich gewesen.

Anne Menzel (Dr. phil.) hat an der Freien Universität Berlin promoviert. Als Gastwissenschaftlerin am SFB »Dynamiken der Sicherheit: Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive« forscht sie zu

  • ausländischen Direktinvestitionen,
  • Entwicklungsstrategien und
  • sozialen Konflikten in Sierra Leone.

Homepage:
uni-marburg.academia.edu/AnneMenzel

 

Posted in Friedensarbeit, Friedensforschung, Friedenspädagogik, Gewaltprävention, Unfrieden

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