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Geschlechtssensible Gewaltprävention für Asylwerber und andere

Erstellt am 11.12.2016 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 2404 mal gelesen und am 11.12.2016 zuletzt geändert.

Bild: Selbstverteidigung für Mädchen – Quelle: Die Welt

„Der Verteidiger eines der drei Afghanen vom Praterstern sagte auch offenherzig,
damit eine Resozialisierung seines Mandanten stattfinden könne,
hätte zuerst überhaupt eine Sozialisierung stattfinden müssen.“

Hans Rauscher

Hans Rauscher schrieb im Standard am 9. Dezember 2016 eine Kolumne mit dem Titel „Probleme mit Afghanen sinnvoll lösen“ Populistisch und sinnlos sei es, die „Willkommenskultur“ verantwortlich zu machen wenn afghanische Asylwerber Frauen vergewaltigen oder gar ermorden. In Wien stehen ja drei jugendliche Afghanen zwischen 15 und 18 vor Gericht, die eine türkische Studentin auf einer Toilette des Bahnhofs Praterstern vergewaltigt und schwer misshandelt haben sollen.

Das sei eines der Themen, über die (angeblich) nicht gesprochen werden dürfe, über die man aber reden sollte, so Rauscher.

Allerdings nicht so, wie es mein Kollege Christian Ortner in der Presse getan hat.

Ortner ziehe folgenden populistischen (Kurz-)Schluss:

„Weil Merkel im Vorjahr so viele hereingelassen hat, musste die Studentin Maria L. sterben.“ Das sei eine ziemlich sinnlose Art, ein tatsächliches Problem zu diskutieren.

Sexualverbrechen

Sie werden von „echten“ Deutschen und Österreichern genauso begangen, so Rauscher. Allerdings sei argumentierbar, dass der verstärkte Zuzug von jungen Männern aus frauenverachtenden Gesellschaften mit einem kranken Verhältnis zur Sexualität die Wahrscheinlichkeit für Sexualverbrechen etwas erhöht.

Die Zahlen über Sexualdilikte in Österreich:

2015 wurden 681 Verdächtige bei Vergewaltigungen ausgeforscht, davon 39 Asylwerber.

2016 lautet die Relation: 594:91.

Faktum sei, dass

Afghanistan eine besonders gewaltbetonte, frauenfeindliche, bildungsarme Gesellschaft ist.

Hinzu kommt das Geflüchtete mit Traumen in Österreich viel zu selten professionell hinreichend versorgt werden. Wien hat 2015 in Österreich als einziges Land zwar große Anstrengungen unternommen in dieser Hinsicht wie friedensnews.at berichtete war und ist die Situation in Wien deshalb trotzdem äußerst kritisch und angespannt. Auch professionelle Traumapädagogik wird seit Jahren nicht hinreichend finanziert. Die Selbsthilfe-Broschüre von Zentrum polis ist lobenswert die große Entlastung bei der befriedigenden Sozialisation junger Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchterfahrung ist noch nicht einmal in Ansätzen erhoffbar.

Geschlechtssensible Kinder- und Jugendbücher mit Fokus Gewaltprävention

Buchempfehlungen für PädagogInnen, Eltern und andere Bezugspersonen
Maria Haupt. Wien: Edition polis, 2016. ISBN 978-3-902659-13-2. 28 Seiten.
Die Broschüre stellt empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher vor, mit deren Hilfe das Thema Gewalt in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen werden kann bzw. die sich für die Gewaltpräventionsarbeit eignen. Darüber hinaus enthält die Publikation Ideen und Anregungen dazu, wie die Dimension Gender in den vorgestellten Büchern in den Blick genommen werden kann.

Buchbesprechungen:

  • Ein Dino zeigt Gefühle | Fokus: Gefühle wahrnehmen und benennen
  • Das kleine Ich bin Ich | Fokus: Identität / Vielfalt
  • Blöde Ziege / Dumme Gans | Fokus: Streit und Versöhnung
  • Der Online-Zoo | Fokus: Internet / Soziale Medien
  • Mein unsichtbarer Gartenzaun | Fokus: Persönliche Grenzen
  • König und König | Fokus: Sexuelle Orientierung / Geschlechterrollen
  • Anna und die Wut | Fokus: Umgang mit Wut
  • Besuche bei Charles | Fokus: Außenseiter / Gefühle / Freundschaft
  • Igraíne Ohnefurcht | Fokus: Angst und Mut / Abenteuer
  • Tommy Mütze. Eine Erzählung aus Südafrika | Fokus: Vielfalt / Solidarität
  • Als Hitler das rosa Kaninchen stahl | Fokus: Flucht / Exil / Heimat
  • tschick | Fokus: Erwachsenwerden / Grenzen austesten
  • Weitere Empfehlungen und Schwerpunkte

Kostenloser Download:

Geschlechtssensible Kinder- und Jugendbücher mit Fokus Gewaltprävention [475 KB]

→ Weiter zum gesamten Materialienpaket Schutz der Frauen vor Gewalt

Die Erstellung der Broschüre ist ein Beitrag zum Nationalen Aktionsplan zum Schutz von Frauen vor Gewalt und wurde unterstützt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Abteilung I/8 (Schulpsychologie-Bildungsberatung, Gesundheitsförderung).

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