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NATO-Fake-Produktion

Erstellt am 16.01.2022 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 550 mal gelesen und am 16.01.2022 zuletzt geändert.
Nato-Erweiterung: Blinken und Stoltenberg lügen absichtlich und die Medien lassen es zu

Die Wahrheit verschleiern © Jan Oberg 2022
Außenminister Antony Blinken und NATO-Chef Jens Stoltenberg

Jahn Oberg argumentiert in Transnational am 13. Jänner, dass Blinken und Stoltenberg absichtlich lügen hinsichtlich der Nato-Erweiterung und die meisten Medien dies zulassen.

Zu täuschen, Halbwahrheiten zu sagen oder komplett zu lügen sei nichts Neues in der Politik, insbesondere in der sogenannten Sicherheits-Politik, so Oberg. Aber bis vor etwa 20-30 Jahren würde er dies, „vielleicht naiv“, eher als Ausnahme sehen. Tragischerweise dies aber jetzt die Regel, was manche vielleicht überrasche. Zumindest in US- und NATO-Kreisen, und das sei besonders bedauerlich, da der Westen sich als demokratisches System rühme – mit bestimmten Werten und sogar als moralischer Anführer.

Systematisch über historische Fakten und andere Länder und Kulturen zu lügen, sollte mit dem Selbstverständnis des Westens unvereinbar sein, so Oberg. Aber heute sei dies nicht der Fall.

Lügen seien in der sogenannten Sicherheitspolitik weit verbreitet, wenn

  • ein militaristisches Projekt für intelligente Menschen keinen wirklichen sozialen Sinn ergibt,
  • die wahren Motive verschleiert werden müssen
  • Krieg vorbereitet wird oder
  • das soziologische Krebsgeschwür Militärisch-Industrial-Media-Academic-Complex, MIMAC, und die Eliten, aus denen er besteht, versuchen, noch größere Militärausgaben von ihren Steuerzahlern herauszuquetschen.

Sie lügen, um einen Feind zu fabrizieren, der rechtfertigen kann, was Sie tun werden, und sich selbst bereichern können. 

Oberg 2022 – Transnational

Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Sicherheitspolitik im Allgemeinen und der NATO/US-Politik im Besonderen wisse Oberg zu viel um zu glauben, dass das was vor sich gehe, der Selbstverteidigung diene, der Sicherheit oder dem Frieden. Man müsse ihn da schon entschuldigen mit seiner „Arroganz“. Dafür sei er zu zynisch geworden um daran zu glauben.

Oberg liefert ein Liste von Beispielen grober, empirisch aufgedeckter Wortlügen (alle Lügner seien heute noch auf freiem Fuß):

• In den 1990er Jahren war der jugoslawische Präsident Milosevic Europas neuer Hitler der einen Völkermord an den Albanern im Kosovo, laut Bill Clinton.

Brutkastenlüge: Saddam Husseins Soldaten warfen Babys aus ihren Inkubatoren in Kuwait City.

Afghanistan musste wegen 9/11 zerstört werden.

Saddam Hussein hatte Massenvernichtungswaffen, laut George W Bush, bzw. seinem General Powell der vor der UNO log, dass ich die Balken bogen.

• Bei dem von den USA geführten Globalen Krieg gegen den Terror – GWOT ginge es darum, den Terrorismus einzudämmen.

• Bei dem von den USA und der NATO orchestrierten Versuch eines Regimewechsels in Syrien von 2011 bis 2016 ginge es ausschließlich um den plötzlichen sadistischen „Selbstmord“ von Diktator al-Assad.

Gaddafi sei gerade dabei, gewesen alle zu ermorden, die in Bengasi lebten.

Der Konflikt um die Ukraine wurde durch Putins „Aggression“ auf der Krim ausgelöst, und dem ging nichts voraus seitens der NATO, der EU und der USA.

• Der Iran habe immer geplant und gelogen, um Atomwaffen zu erwerben.

Über Russland und China gibt es nur Schlechtes zu sagen und…

Man könne gerne alleine weitermachen.

Verrat an Gobatschow

Eine jüngste Lüge sei besonders hässlich, weil es nicht um ein begrenztes Ereignis oder einen Vorwand gehe. Es ist ein zynischer Versuch, die Zeitgeschichte umzuschreiben, um eine (noch weitere) NATO-Erweiterung zu rechtfertigen und Russland einzuschüchtern.

Die Lüge des Westens sei folgende:

Die Führer des Westens hätten Michail Gorbatschow und seinem Außenminister Edvard Schewardnadse nie versprochen , die NATO nicht nach Osten zu erweitern. 

Sie hätten auch nicht versprochen, dass sie ernsthafte sowjetisch-russische Sicherheitsinteressen an ihren Grenzen in Frage stellen. 

Natürlich habe man gegenüber Gorbatschow auch nie versprochen dass man nicht jedes der ehemaligen Länder des Warschauer Pakts in systematischer Waise in die Nato ziehen werde.

Diese aktuellen „Lügen“ der NATO von US-Außenminister Antony Blinken und NATO-Häuptling Jens Stoltenberg setze sich Oberg genauer auseinander. Sie seien in leicht unterschiedlichen Versionen kristallklar in folgenden Videos hören.

Oberg betont, dass es nie seine Art war, sich auf Einzelpersonen zu konzentrieren oder sie anzugreifen. Ich habe sich schon immer mehr für Strukturen und Prozesse interessiert und dafür, wie sie Menschen prägen. Aber es komme eine Zeit, in der Führungskräfte zur Rechenschaft gezogen werden müssten, weil sie sich dafür entscheiden, wiederholt zu lügen, obwohl sie die Wahl hätten, dies nicht zu tun, weil Lügen oft Kriegsverbrechen nach sich zogen.

Anton Blinken

US-Außenminister Antony Blinken am 7. Januar 2022 – beginne im Video

  • bei 38:30 die Geschichte des Ukraine-Konflikts zu verzerren und dann,
  • bei 43:00-45:00, fahre er fort und behaupte, dass
    *Russland die falsche Erzählung vorantreibe,
    *der Westen Russland/Gorbatschow 1989-90 nicht versichert habe, die NATO nicht zu erweitern. 
  • *Alle Behauptungen Russlands seien falsch und sollen „uns“ (die NATO) nicht von der Hauptsache ablenken lassen:
  • „Russlands unprovozierte Aggression gegen die Ukraine“.

Gleich darauf (45:40) komme Blinken zu einer weiteren Lüge – Russland sei auch in Georgien einmarschiert. Doch: Jeder, der die Analyse des US Congressional Research Service von 2009 „Russland-Georgien-Konflikt 2008: Kontext und Implikationen für US-Interessen “ studierte habe, wisse, dass dieses Thema weitaus komplexer sei. Georgien sei, angeführt von dem hitzköpfigen US-Freund Mikheil Saakaschwili die den größten Teil Südossetiens besetzt hatte, bevor Russland massiv intervenierte. Saakaschwilis politisches Leben gleiche seither einer tragikomischen Farce. Die Verantwortung für Krieg und Gewalt könne daher nicht ernsthaft allein der russischen Seite zugeschrieben werden, so Oberg.

Blinken fahre dann mit seinen „selbstgerechten Anschuldigungen fort“. Blinkens Liste sei lang , und er lese seine Anklageliste „mit Maschinenpistolengeschwindigkeit“, manchmal so stolpernd und unklar, dass man sich fragen müsse, ob er sich dabei unwohl fühle, weil er sich unterbewusst bewusst sei, dass er lügt, täuscht und seine psychopolitischen Projektionen verbreite. Die dunklen Seiten der USA klingen aber scheinbar intelligent, logisch und wahr.

Dieser US-Außenminister könne sich nicht um Fakten oder Nuancen kümmern. Sein Vorgänger Mike Pompeo meinte stolz CIA Regie führe, wenn „We Lied, We Cheated, We Stole. Wir hatten ganze Schulungen… “. 

Herr Blinken lese weiter seine obsessive und hasserfüllte Auflistung aller „Sünden Russlands“ und das sei besonders pikant in einer Show bei der unter den Tisch falle, dass die USA/NATO existierten und es daher keinen Konflikt gäbe, an dem normalerweise mindestens zwei Parteien beteiligt sind. „In seinem umfassenden Konfliktalphabetismus hat dieser Konflikt nur eine Partei: Russland.“, so Oberg.

Das intellektuelle Niveau sei bedauerlich. NATO-Verbündete und Mainstream-Medien hätten aber keine öffentliche Meinung oder gar kritische Ansichten dazu. Man müsse davon ausgehen, dass sie damit einverstanden sind und selbst keine besseren Konflikt-Analysen machen können oder wollen.

Oberg: „Sehen Sie sich das jetzt an – zumindest die Sequenzen, die ich oben erwähnt habe.“ Dann wolle Oberg zeigen, wie Herr Blinken absichtlich unter dem Video lüge.

(Sollte obiger Link nicht mehr funktionieren, verwenden Sie bitte diesen . Sie können es auch hier auf C-Span und YouTube sehen ).

Wie kann Herr Blinken rundheraus leugnen, dass Gorbatschow Zusicherungen gegeben wurden?

Die einzige Quelle, die Oberg finden konnte, ist ein Artikel von Steven Pifer aus dem Jahr 2014, in dem argumentiere, dass Gorbatschow selbst bestreitet, dass jemals über eine NATO-Erweiterung gesprochen wurde: „Did NATO Promise Not to Enlarge? Gorbatschow sagt „Nein “, was sich auf ein Interview mit Gorbatschow in Russia Beyond beziehe .

Dies sei „ein Stück Zitierbetrug“.

Steven Pifer zitiere daraus, stoppe aber kurz vor der bekannten Aussage im Interview-Artikel des damaligen US-Außenministers James Baker inne, dass „die NATO keinen Zentimeter weiter nach Osten vorrücken wird“. Er lässt auch Worte von Gorbatschow selbst aus:

„Die Entscheidung für die USA und ihre Verbündeten, die NATO nach Osten auszudehnen, wurde 1993 entschieden getroffen. Ich habe das von Anfang an als großen Fehler bezeichnet. Es war definitiv ein Verstoß gegen den Geist der Erklärungen und Zusicherungen, die uns 1990 gemacht wurden . Für Deutschland wurden sie gesetzlich verankert und werden eingehalten.“

Kann man das wirklich so interpretieren, dass Gorbatschow sagt, es seien nie Zusicherungen gegeben worden?

  • Oberg sieht den Schlüssel Blinkens „gefälschte Analyse“:
  • Weil es zu seiner Haltung als Inbegriff der Wahrheit passe und
  • Herr Pifer ein hochrangiger Mitarbeiter bei Brookings sei und auch ein ehemaliger US-Botschafter in der Ukraine und
  • Berater eines der radikalsten Think-Tanks, dem Zentrum für strategische und internationale Studien in Washington.

Oberg: Eine leichte Wendung, Auslassung oder interpretative Kasuistik ist nicht so wichtig, oder? 

Nun, wenn man noch nicht davon überzeugt sei, dass Herr Blinken absichtlich lüge, bitte er, jetzt zum maßgeblichen National Security Archive an der George Washington University zu gehen. Es sei eine unglaubliche Quelle für Fakten. (Oberg: wir sollten dem Archiv danken, dass es die Wahrheit durch umfassende Dokumentation zu so vielen sicherheitsrelevanten Themen verfügbar mache).

TFF habe zwei wesentliche Teile aus diesem Archiv der unwiderlegbaren Dokumentation reproduziert, dass

Gorbatschow tatsächlich solche Zusicherungen gemacht wurden und zwar von all den einflussreichsten westlichen Führern Ende 1989 und bis 1990 und – „ inKaskaden“  wie es in dem Artikel heiße

„NATO-Erweiterung: Was Gorbatschow gehört hat “ – und

„NATO-Erweiterung: Die Explosion von Budapest 1994“

Oberg: „Lesen Sie sie, und Sie werden schockiert sein“.

„Sie werden feststellen, dass sie viele Notizen und insgesamt nicht weniger als 48 historische Originaldokumente haben. Hier ist zum Beispiel nur eines der 48, die uns über die Ansicht und Erklärung des damaligen NATO-Generalsekretärs Manfred Woerner informieren:

„Woerner hatte im Mai 1990 in Brüssel eine vielbeachtete Rede gehalten, in der er argumentierte: „Die Hauptaufgabe des nächsten Jahrzehnts wird der Aufbau einer neuen europäischen Sicherheitsstruktur sein, die die Sowjetunion und die Staaten des Warschauer Paktes einschließt. Die Sowjetunion wird beim Aufbau eines solchen Systems eine wichtige Rolle spielen. Bedenkt man die derzeitige Lage der Sowjetunion, die praktisch keine Verbündeten mehr hat, dann kann man ihren berechtigten Wunsch nachvollziehen, nicht aus Europa vertrieben zu werden. 

Jetzt, Mitte 1991, antwortet Wörner den Russen, dass er persönlich und der Nato-Rat beide gegen eine Erweiterung seien – „13 von 16 Nato-Mitgliedern teilen diese Ansicht“ – und dass er sich gegen eine Mitgliedschaft Polens und Rumäniens aussprechen werde NATO an die Führer dieser Länder, wie er es bereits mit den Führern Ungarns und der Tschechoslowakei getan hat. Woerner betont, dass „wir nicht zulassen sollten […], dass die UdSSR von der europäischen Gemeinschaft isoliert wird.“

Dies sei nur eine der „Kaskaden“ von Erklärungen und Zusicherungen, die man den Russen damals gegeben habe, so Oberg. „Vor über 30 Jahren waren 13 von 16 Mitgliedern gegen die NATO-Erweiterung, weil sie Russlands Krise und legitime Sicherheitsinteressen respektierten! Heute – 2022 – hat die NATO 30 Mitglieder“.

Oberg: „Ist dem US-Außenminister, seinen Beratern und Redenschreibern nichts von den National Security Archives nebenan bekannt und was darin über eines der wichtigsten Ereignisse der Zeitgeschichte steht: die Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes? Sollen wir wirklich glauben, dass sie keine Ahnung von den Zuständen und Dialogen am Ende des ersten Kalten Krieges haben? Wenn dem so ist, sollten sie zurücktreten oder wegen ihrer unglaublichen Inkompetenz gefeuert werden.

Wenn nicht – wenn sie den Inhalt dieser historischen Dokumente kennen – wissen Herr Blinken, seine Berater und Redenschreiber, dass sie lügen.

Ihren Worten sollte daher niemals vertraut werden. Ebensowenig sollten die Medien, die es vermeiden, diese Lügen hervorzuheben und sich dadurch mitschuldig machen. Die Aufgabe einer vermeintlich freien Presse ist es, den Machtmissbrauch demokratisch gewählter Menschen aufzudecken, die ihre Wahlkreise bewusst mit Lügen füllen.

So einfach ist das.“

Jens Stoltenberg

In diesem Pressekonferenzvideo vom 7. Januar 2022 äußerte, laut Oberg, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg einige der gleichen

  • Rhetoriken,
  • Verzerrungen,
  • Vereinfachungen und
  • Lügen. 

Oberg: „Ganz zu schweigen von Plattitüden, begleitet von einer fast komischen Körpersprache aus bombastischen Gesten, um seine schwachen Inhalte, Mantras und Wiederholungen zu kompensieren.“

Gegen 19:00 Min wird behauptet, die NATO-Erweiterung sei „äußerst wichtig für Stabilität und Frieden und Freiheit und Demokratie in Europa“. Eigentlich, so Oberg, könne viel eher argumentiert werden kann, dass diese Erweiterung der Hauptgrund dafür ist, dass Europa sich jetzt die als der 2. Kalte Krieg bezeichnet wird.

Warum sonst habe die NATO seit ihrer Gründung im Jahr 1949 nicht den gewünschten und vereinbarten Frieden und die Stabilität geschaffen? 

Oberg: „Also, nein, Herr Stoltenberg, Sie können nicht wie Ihre Herren in Washington weiter argumentieren, dass die gegenwärtigen Kriegsrisiken von Russland und Russland allein verursacht werden? Wenn sie Ihnen das sagen, haben Sie die Möglichkeit, sich für Anstand zu entscheiden und zurückzutreten.“

Der NATO-Generalsekretär wiederholt, dass jeder Staat das souveräne Recht habe, über seinen eigenen Kurs und seine eigenen Sicherheitsvorkehrungen zu entscheiden. Und dass die NATO niemanden hineingezogen habe, und alle hätten sich gerade demokratisch entschieden, Mitglied zu werden.

Diese stimme einfach nicht, so Oberg; weil:.

  • Die NATO als Bündnis über enorme Ressourcen verfüge, um Meinungen in potenziellen Mitgliedsstaaten zu beeinflussen. 
  • Im Gegensatz Stoltenbergs Rede von der offenen Tür spriche die NATO-Charta nur davon , neue Mitglieder einzuladen , und nicht davon, jedem, der beitreten möchte, eine Tür offen zu halten.

Es sollte mittlerweile bekannt sein, dass Wladimir Putin Ende der 1990er Jahre den Beitritt zur NATO beantragt hat.

Oberg: „Aber es ist nicht geschehen, oder, Herr Stoltenberg? Und warum nicht? Denn, Putin – Russland – wollte als gleichberechtigter Partner eingeladen werden und nicht abwarten, bis Montenegro Mitglied geworden ist, um es deutlich zu sagen. Die NATO beschloss, die Tür auf Bitten Putins zu schließen.“

Diese Geschichte werde von einem ehemaligen NATO-Generalsekretär, George Robertson erzählt. Es gäbe keinen Grund anzunehmen, dass dies nicht glaubwürdig sei. Oder dass Putin es nicht ernst meinte. Putin wurde von Jelzin in Russland vorgeschlagen. Jelzin wurde zuvor mit 500 Mio. Dollar aus den USA ins Amt gehoben.

Wäre Russland seit 20 Jahren in der NATO: „Wem müssten Herr Stoltenberg und Herr Blinken – und der ganze Rest des militärisch-industriellen-medienwissenschaftlichen Komplexes, MIMAC, dann die ganze Schuld geben? Wie legitimiert man dann die ständige Bewaffnung der NATO und die 12 % höheren Militärausgaben als die Russlands?“, fragt Oberg.

Herr Stoltenberg müsse wissen, dass er lüge, wenn er sage, die NATO habe eine offene Tür. Denn dies galt wie gezeigt wurde nicht für Russland. Die NATO habe nicht einmal offene Ohren für Russlands Sicherheitsbedenken. Obwohl derartige Bedenken jedes NATO-Mitglied, insbesondere die USA, für vernünftig halten würde. Was wäre wenn sich ein russisches Militärbündnis schrittweise an die Grenzen der NATO heranschleichen würde?

Stoltenberg müsse aucs wissen, dass er lügt, wenn er so tue, als wüsste er nicht, dass Russland seit nicht weniger als 30 Jahren gegen genau die NATO-Erweiterung sei, die angeblich so positiv für ganz Europa sei.

Witzigerweise betone Stoltenberg, so Oberg, zunächst (gegen 19.30 Uhr), dass sich alle neuen Nato-Mitglieder freiwillig für einen Beitritt entschieden hätten. Dann prahle er mit allem, was die NATO tut, um Kandidaten auszubilden, zu helfen, zu unterstützen, und wie wichtig die Ukraine als NATO – Partner sei, obwohl sie kein Mitglied sei. Denn Kandidaten müssen Reformen durchführen, um die NATO-Standards zu erfüllen. Und die NATO gebe ihnen „praktische und politische Unterstützung“, damit sie – später – die NATO-Standards erfüllen und Mitglieder werden könnten.

Welchen außerordentlichen Altruismus strahle die NATO aus! „Sollen wir wirklich glauben, dass die NATO sicherlich niemanden hineinzieht, wie er behauptet“, fragt Oberg.

Die NATO hat bereits 1994 ein Büro in der Ukraine, in Kiew. 
(hier ist, laut einem anderen Beitrag Obergs, zu sehen, wie die Ukraine schrittweise in die NATO hineingezogen, verführt und ihr, in einem Dokument nach dem anderen, eine große euro-atlantische Zukunft versprochen wurde).

Oberg: „… hier werden Sie sehen, wie Olga Stefanishyna , die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, die mit Stoltenberg im NATO-Hauptquartier steht, ständig über die NATO als „Verbündete“ der Ukraine spricht, alle Arten von Garantien erwartet und –… in der Außenpolitik – argumentiert, dass die Ukraine eine braucht Freier Weg zur NATO-Mitgliedschaft angesichts der russischen Aggression“.

Und nun sei der Integrationsprozess wohl so weit fortgeschritten, dass weder die Nato noch die Ukraine irgendwann eine andere Alternative als eine Vollmitgliedschaft sehen würden. 

„Warum heiraten Sie als Verlobte nicht durch eine formelle Mitgliedschaft – wie es über Schweden gesagt wurde?“

Die NATO habe „es in ihrer Russland-demütigenden Politik noch nicht einmal kommen sehen: Dass das Bündnis bei all den Versprechungen, Strukturen und Prozessen, die sich ansammeln und Erwartungen wecken, irgendwann in einen ernsthaften Konflikt mit Russland geraten würde. Wenn dies der Fall ist, leidet das gesamte Bündnis unter Konfliktanalphabetismus und einem enormen Mangel an Voraussicht.“

Und deshalb müsse man Russland als einen riesigen militärisch aggressiven Staat mit einem unsympathischen Führer konstruieren; Einem Führer den „wir“ frei dämonisieren könnten und „dem man nicht einmal zuhören muss“.

Ober: „Hören Sie sich nun diese Erklärung von Stoltenberg über die – wirkliche – Bedeutung der Hilfe der NATO an (20:45):

„… Sie macht auch die Gesellschaften der Ukraine und Georgiens stärker. Daher sind widerstandsfähige, gut funktionierende Gesellschaften auch weniger anfällig für Eingriffe aus Russland.“

Stoltenberg

„Nur eine willkommene offene NATO-Tür für Länder, die frei und demokratisch entscheiden, dass sie daran klopfen wollen?“

Es sei Zeit für einen Realitätscheck in der Welt der NATO-Realpolitik. Wenn man nicht offenkundig Kriegsrisiken provozieren und erhöhen wolle, würde man es seit 1989 jeden Tag ganz anders machen, so Oberg.

Die Nato-Erweiterungsbasis liege auf der Hand: „Möglichst viele in die NATO holen, Russland und Putin dämonisieren und Russland jeden Einfluss auf Europa und dessen Zukunft unmöglich machen.“

  • „Wie seltsam, dass Russland die Ausdehnung des Bündnisses bis an seine Grenzen als bewusste militärische Drohung und politisch motivierte Untergrabung seines Status und seiner Macht wahrnimmt!“
  • „Wie überraschend, dass es glaubt, dass seine Sicherheitsinteressen in seinem nahen Ausland respektiert werden sollten, nur weil es seit dem Zweiten Weltkrieg, in dem es übrigens etwa 24 Millionen verlor, historisch aus dem Westen angegriffen und entlang seiner Grenzen eingedämmt wurde Menschen!“

Es sei unbeschreiblich tragisch, dass der Westen heute keinen einzigen Politiker wie Willy Brandt, Egon Bahr, Olof Palme oder irgendeinen der echten Staatsmänner habe, die Gorbatschow Kaskaden der Zuversicht gaben, weil sie zwei essentiell wichtige Eigenschaften besaßen: 

  • intellektuelle Kompetenz und 
  • Empathie, 
  • einen Wunsch und die Fähigkeit zu versuchen, sich in die Situation „der Anderen“ hineinzuleben und
  • dabei in Begriffen gemeinsamer Sicherheit auf niedrigeren militärischen Ebenen zu denken.

„Sie waren reife Persönlichkeiten, die ihre Politik auf Analysen und Konsultationen stützten. Sie wussten, dass man Sicherheit nur mit und nicht gegen „den Anderen“ erreichen kann“, so Oberg.

Stattdessen habe die NATO nur anti-intellektuelle, egozentrische und überhebliche Militaristen, die die selbstzerstörerische „Wissen-alles-hören-auf-niemanden“-Show führen, die, wie die Geschichte beweise, zum Krieg führe.

Und es sei unbeschreiblich tragisch, „dass die Völker Europas diese Themen nicht diskutieren und dass alle Alternativen zum Militarismus all ihrer Ressourcen beraubt wurden, während der NATO-Militarismus Billionen von Dollar kostet, die in allen anderen Sektoren der westlichen Gesellschaft dringend benötigt werden.“

Zusammenfassend, so Oberg, „lässt sich sagen, dass die US/NATO-Welt die bedeutendste und wertvollste Gelegenheit zur Schaffung von Frieden in Europa nach 1945 vertan hat, als sie sich entschied, Russlands Schwäche auszunutzen. Wie damals von Gorbatschow und vielen Sicherheits- und Friedensintellektuellen vorgeschlagen, hätten sich die Mitglieder der alten Blöcke zusammenschließen und eine völlig neue gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensarchitektur schaffen können.“

„Wir sehen uns jetzt den tragischen Folgen der arroganten Politik des Gewinners gegenüber, die sich in der Entscheidung der US-Clinton-Regierung manifestierte, alle Zusicherungen zu ignorieren und 1994 mit der Erweiterung der NATO nach Osten zu beginnen, unterstützt von unterwürfigen europäischen Verbündeten, die weder über die intellektuellen Kapazitäten noch über diese verfügten politischer Wille, eigene Interessen zu manifestieren.“

Oberg: „Deshalb müssen sie uns heute anlügen.“

Anmerkungen

  1. TFF hat im Laufe der Jahre zahlreiche Analysen veröffentlicht, die als Ergänzung zu diesem Artikel dienen können. Einige von ihnen enthalten Vorhersagen und Frühwarnungen über die Situation, mit der wir jetzt konfrontiert sind:

TFF PressInfo # 390 – Zehn Artikel zum neuen Kalten Krieg und eine Reflexion (2016)

Verschiedenes zum neuen Kalten Krieg

NATO-Erweiterung: Was Gorbatschow hörte und wie er betrogen wurde (2017)

Verschiedenes über die Ukraine

Blog von Jan Oberg:
Maktspelet vid Rysslands gränser – Machtspiele an den Grenzen Russlands (2021)
Enthält auch eine Reihe hochrelevanter Links

2. Wenn Sie die beiden Videos oben sehen, beachten Sie, dass alle Fragen der Medien den Aussagen der beiden Redner sehr viel Verständnis entgegenbringen. Zum Beispiel – wie stellt die NATO sicher, dass sie schnell reagieren kann, falls Russland in die Ukraine einmarschieren sollte usw. Pressekonferenzen sind zu sorgfältig geplanten Bühnenveranstaltungen geworden, bei denen schriftliche Erklärungen gelesen und sorgfältig ausgewählte pro-militärische Medien zugelassen werden – kritische Fragen werden von den Organisatoren abgesagt und verstärkt durch Selbstzensur. Wo haben wir das schon mal gesehen? In der Sowjetunion, aber eben ungeschickter gemacht.

3. The Guardian, 12. Januar 2022
Russlands Glaube an den „Verrat“ der Nato – und warum es heute wichtig ist
Ein neues Buch zu diesem Problem.

Wenn Sie der Meinung sind, dass dies eine nützliche Analyse war, ziehen Sie bitte eine kleine Spende in Betracht. TFF gehört zu einer Handvoll von Forschungseinrichtungen auf der Welt, die völlig unabhängig von Unternehmens- und Regierungsgeldern sind und vollständig ehrenamtlich und von Menschen finanziert arbeiten. Und wir werden niemals Kompromisse bei der Norm der UN-Charta eingehen, dass Frieden mit friedlichen Mitteln hergestellt werden soll. Vielen Dank.

  Antony Blinken lügt , Clinton hat Gorbatschow gegenüber Versprechen gebrochen , Jens Stoltenberg lügt , die NATO hat Gorbatschow versichert , Gorbatschow gegebene Versprechen , westliche Führer haben Gorbatschow versprochen

NATO-Erweiterung: Blinken und Stoltenberg lügen absichtlich und die Medien lassen sie von JO weiter einbauen12. Januar 2022
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