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Klimazerstörer Rüstung und Militär

Erstellt am 18.03.2023 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 224 mal gelesen und am 18.03.2023 zuletzt geändert.

Wieviel Co2 Äquivalent wir durch alle Armeen und die Rüstungsindustrie der Welt samt ihrer Lieferketten verursacht? Alleine der Verbrauch an fossilen Energieträgern durch die Heere der Welt ist enorm. Tarnen und täuschen die professionelle Deformation der Zunft mach den fossilen Treibstoffverbrauch von Rüstungsunternehmen und ihren Vorleistern zu gehüteten Geheimnissen. So werden sie auch dem demokratischen Diskurs systematisch entzogen.

Schätzung des globalen CO2-Äquivalents von Rüstung und Militär.

Es ist derzeit sehr schwierig, eine genaue Schätzung des CO2-Äquivalents zu geben, das durch alle Armeen und die Rüstungsindustrie weltweit verursacht wird, da es keine umfassenden und verlässlichen Daten gibt. Die Schätzungen können auch stark variieren, je nachdem, welche Aktivitäten und Emissionen einbezogen werden und wie sie berechnet werden.

Jedoch gibt es einige Schätzungen und Daten, die einen groben Einblick geben.

Laut einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verursachte der

Militärsektor im Jahr 2019 weltweit 1,4% der globalen Treibhausgasemissionen. Der Bericht schätzt auch, dass die US-Armee im Jahr 2017 allein 59 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen hat.
Die Rüstungsindustrie ist auch ein bedeutender Verursacher von Treibhausgasemissionen, da sie eine Vielzahl von Prozessen und Aktivitäten umfasst, wie zum Beispiel Herstellung von Waffen, Ausrüstung, Fahrzeugen und Flugzeugen. Die Produktion von Stahl und anderen Materialien, die in der Rüstungsindustrie verwendet werden, ist auch sehr energieintensiv und verursacht erhebliche Emissionen.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Fossil-Treibstoffverbrauch ein wichtiger Faktor bei der Berechnung der Emissionen der Armeen und Rüstungsindustrie ist, da dieser Sektor oft große Mengen an fossilen Brennstoffen verbraucht. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass die US-Armee allein mehr als 100 Millionen Barrel Öl pro Jahr verbraucht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Armeen und Rüstungsindustrie weltweit erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen verursachen, aber es gibt keine genauen Schätzungen, wie viel CO2-Äquivalent dies entspricht. Es ist jedoch wichtig, dass dieser Sektor stärker in die Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen einbezogen wird, um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Wenn aber alle erdenklichen Rüstungs- und Militär-Aktivitäten und Emissionen einbezogen werden, welche Zahlen ergeben sich dann?

Verwendet man ein Modell mit konzentrischen Kreisen wie es in der Rüstungskonversionsforschung üblich ist, dann ergibt sich ein erheblich umfassenderen Bild der gewaltigen Dimensionen des Militärisches-Industriellen-Komplexes und seiner negativen Auswirkungen auf das Weltklima.

  • Was würde an CO2 eingespart, wenn die UNO eine schrittweise Abrüstung bis 2030 in Werk setzen könnte und alle Waffen einsammelt und in zivile Güter umwandelt? Schwerter zu Windrädern, …
  • Wie würden die frei werdenden Ressourcen die Klimawende beschleunigen.
  • Was wenn alle Rüstungsforschenden sich auf die Artenschutz, Klimaschutz und die erreichung der SDGs konzentrieren?

Das ist natürlich noch schwieriger hier genaue Zahlen zu nennen, da es viele zahlreiche sehr unterschiedliche Arten von Rüstungs- und Militäraktivitäten gibt, die alle unterschiedliche Emissionsprofile haben. Aber wir können versuchen, ein Modell mit konzentrischen Kreisen zu verwenden, um einen Überblick über die verschiedenen Ebenen der Emissionen zu geben:
In der innersten Ebene sind die direkten Emissionen durch den Betrieb von militärischen Fahrzeugen, Schiffen, Flugzeugen und anderen Ausrüstungen enthalten. Diese Emissionen stammen hauptsächlich aus dem Verbrauch von fossilen Brennstoffen wie Diesel, Benzin und Kerosin.
Die nächste Ebene umfasst indirekte Emissionen durch die Herstellung von militärischen Ausrüstungen und die Vorleistungen anderer Branchen wie die Stahl- und Chemieindustrie. Diese Emissionen entstehen hauptsächlich durch den Energieverbrauch bei der Herstellung von Materialien, der Montage von Ausrüstungen und anderen Prozessen.
Eine weitere Ebene umfasst die Emissionen durch militärische Übungen, Kriegsaktivitäten und die Zerstörung von Infrastrukturen. Diese Emissionen können sowohl direkte als auch indirekte Emissionen umfassen und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art der verwendeten Waffen und dem Ausmaß der Schäden.
Schließlich gibt es auch die Emissionen, die durch die Folgen von Krieg und Konflikten verursacht werden, wie z.B. die Verwüstung von Land und der Zerstörung von Lebensräumen wie wir sie in der Ukraine, in Syrien, im Libanon, in Lybien, im Irak in Afghanistan, … gesehen haben. Diese Emissionen sind oft schwer zu quantifizieren, aber sie haben dramatische Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima haben. Die Uranmunition im Basra im Irak verursacht bis heute Missgeburten und Lebensdingungen wo die lebenden die Toten beneiden. Der Dokumentar-Film Darwins Nightmare, 2004, zeigt durch Interviews mit der russischen und ukrainischen Flugzeugbesatzung, lokalen Fabrikbesitzern, Wachen, Prostituierten, Fischern und anderen Dorfbewohnern diskutiert der Film die Auswirkungen der Einführung des Nilbarschs in den Viktoriasee, wie er das Ökosystem und die Gesellschaft, die Wirtschaft der Region zerstört wurde. Der Film beschäftigt sich auch ausführlich mit der Gegensätzlichkeit zwischen europäischer Hilfe, die nach Afrika geleitet wird auf der einen Seite und auf der anderen Seite mit dem endlosen Strom von Munition und Waffen von europäischen Waffenhändlern. Waffen und Munition werden oft mit den gleichen Flugzeugen eingeflogen, die die Nilbarschfilets zu den europäischen Verbrauchern transportieren, und nähren genau die Konflikte, zu deren Lösung die Hilfe geschickt wurde. Ähnliches passiert in den meisten Staaten Afrikas wie Mali wo die Atomwaffenmächte um Ressourcen und Einflusssphären ringen.

Wenn die UNO am Ende des kalten Krieges eine schrittweise Abrüstung bis 2030 umsetzt hätte und alle Waffen eingesammelt und in zivile Güter umwandeln hätte, hätte dies natürlich erhebliche Einsparungen an CO2-Emissionen mit sich gebracht. Die genauen Zahlen würden jedoch von verschiedenen Faktoren abhängen, wie dem

  • Umfang der Abrüstung,
  • der Art der eingesammelten Waffen und
  • der Art der zivilen Güter, die aus ihnen hergestellt werden.

Die frei werdenden Ressourcen hätten seit Jahrzehnten dazu beitragen, die Klimawende zu beschleunigen, wenn sie in erneuerbare Energien, saubere Technologien und nachhaltige Infrastrukturen investiert würden.

Wenn sich alle Rüstungsforschenden statt Mordwerkzeuge auszuhecken ihre Spitzenforschungskapazitäten auf den Artenschutz, den Klimaschutz und die schnellmögliche Erreichung der SDGs konzentrieren würden, hätte dies erhebliche positive Auswirkungen, indem sie die Forschung und Entwicklung von alternativen Technologien und Lösungen fördern, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen.

Wieviele Menschen arbeiten weltweit fürs Militär oder die Rüstungsindustrie oder ihre Zulieferbetriebe?

Es gibt fast 80 Jahre nach Gründung der UNO keine genauen vergleichbaren Zahlen über die Beschäftigung im Militärsektor und in der Rüstungsindustrie. Definitionen was darunter fällt sind bis heute von Land zu Land sehr unterschiedlich und werden in der Regel in Intransparenz gehüllt. Einige Länder zählen beispielsweise nur die aktiven Soldaten, während andere auch die Zivilangestellten und Reservisten einbeziehen. Darüber hinaus gibt es auch eine Vielzahl von Zulieferbetrieben, die für die Rüstungsindustrie arbeiten und deren Mitarbeiter oft nicht direkt als Militär- oder Rüstungsbeschäftigte gezählt werden.

Trotzdem kann man anhand einiger Schätzungen einen groben Überblick geben:

Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI waren im Jahr 2020 etwa 19,3 Millionen Menschen weltweit in Armeen beschäftigt. Das entspricht zwar nur 0,25% der Weltbevölkerung. In Bezug auf die Beschäftigung in der Rüstungsindustrie und ihren Zulieferbetrieben gibt es skandalöser Weise ebenfalls immer noch keine genauen Zahlen, aber Schätzungen des Internationalen Friedensforschungsinstituts Bonn International Center for Conversion (BICC) zufolge könnte es weltweit etwa 10 bis 15 Millionen Beschäftigte in der Rüstungsindustrie und ihren Zulieferbetrieben geben.

Wieviele Menschen Arbeiten in der Rüstungsforschung im weitesten Sinne?

Auch die Definitionen der Rüstungsforschung sind unterschiedlich und es gibt auch viele indirekte Tätigkeiten gibt, die im weitesten Sinne mit der Rüstungsindustrie verbunden sind – ohne dass die einzelnen Köpfe wissen woran sie arbeiten. Seit dem Manhattan Projekt zum Bau der Atombomben der USA ist es gängige Praxis, dass nur ganz wenige Menschen wissen wo die Schraube für die Atombombe hinkommt und zu welch gigantischen Zerstörungswerk sie beträgt. Der Kumpel der das Erz für die Superbomben fördert wird in die Zusammenhänge nicht eingeweiht. Sie werden ihm sogar systematisch vorenthalten.


Allerdings gibt es trotzdem auch hier wieder einige Schätzungen und Statistiken, die einen groben Überblick geben können. Nach einem Bericht der Europäischen Kommission arbeiteten im Jahr 2019 etwa 800.000 Menschen in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie in der Europäischen Union. Dabei handelt es sich jedoch nicht ausschließlich um Mitarbeiter im Bereich der Rüstungsforschung, sondern auch um Beschäftigte in anderen Bereichen wie der Produktion und dem Vertrieb von militärischer Ausrüstung.
Ein Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI aus dem Jahr 2018 schätzte, dass etwa 370.000 Mitarbeiter in der Rüstungsindustrie in den USA beschäftigt sind. Auch hier ist die Anzahl der tatsächlich in der Rüstungsforschung tätigen Mitarbeiter nicht wirklich bekannt.
Insgesamt ist aufgrund der besonderen Geheimniskrämerei der Rüstungsfirmeneigner und ihrer Kunden besonders schwierig, eine genaue Zahlen zu nennen, da es sich um eine sehr breite und komplexe Branche handelt, die auch viele indirekte Tätigkeiten einschließt.

Wieviele Menschen arbeiten für Geheimdienste?

Die Schwierigkeiten hier genaue Zahl zu nennen beruhen darauf dass viele Geheimdienste nicht öffentlich über ihre Personalstärke berichten und auch die Definition von Geheimdiensten von Land zu Land sehr unterschiedlich ist. In einigen Ländern gibt es auch mehrere Geheimdienste mit unterschiedlichen oder gleichartigen Aufgaben und Zuständigkeiten und Tarnorganisationen. Firmen wie Google wurden vom Militär gezielt aufgepäppelt und konnten sie zivile Konkurrenten aus dem Feld eliminieren und Quasi-Monopolstellung erlangen. Die verdeckte Zensur im Internet in Demokratien unterscheidet sich heute oft nur graduell von der Zensur in Autokratien. Allerdings ist sie in Autokratien offensichtlicher.
Es gibt aber auch hier einige Schätzungen und Statistiken, die einen groben Überblick geben können. Laut einem Bericht der Webseite Statista.com aus dem Jahr 2021 arbeiten schätzungsweise weltweit etwa 3,2 Millionen Menschen für Geheimdienste, wobei die USA mit etwa 1,3 Millionen Mitarbeitern den größten Anteil ausmachen sollen. Allerdings ist diese Zahl natürlich mit äußerster Vorsicht zu genießen, da es sich eben nur um Schätzungen handelt und viele Geheimdienste ihre Personalstärke in Geheimnisse hüllen.

Laut SIPRI verursachte Militärsektor im Jahr 2019 weltweit 1,4% der globalen Treibhausgasemissionen. Andere weniger vorsichtige Schätzungen kommen auf 4-7%. Was berücksichtigen sie zusätzlich?

Es gibt wiederum verschiedene Schätzungen und Berichte über den Beitrag des Militärsektors zu den Treibhausgasemissionen, die auf unterschiedlichen Annahmen und Methoden basieren können. SIPRI verwendet bei seiner Schätzung eine sehr enge Definition des Militärsektors, die nur direkte Emissionen aus militärischen Quellen wie

  • Flugzeugen,
  • Schiffen und
  • Fahrzeugen sowie
  • Emissionen aus militärischen Gebäuden und Einrichtungen

einschließt. Andere Schätzungen können auch indirekte Emissionen einbeziehen, die durch

  • die Produktion von Rüstungsgütern und -dienstleistungen,
  • den Betrieb von Militärbasen im Ausland,
  • die Verwüstung durch militärische Konflikte und
  • die damit verbundenen Wiederaufbaumaßnahmen, sowie
  • die Auswirkungen der Kriegsführung auf die Umwelt

verursacht werden.

Ein Bericht der Organisation „CNA Corporation“ aus dem Jahr 2017 schätzte, dass der globale Militärsektor für 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Der Bericht berücksichtigt über den Ansatz von SIPRI hinausgehend konsequenter Weise auch indirekte Emissionen, wie zum Beispiel

  • den Energieverbrauch in der Rüstungsindustrie,
  • der militärischen Logistik und
  • der Infrastruktur, die für den Betrieb von Militärstützpunkten im In- und Ausland erforderlich sind.

Ein weiterer Bericht der „Brown University“ aus dem Jahr 2019 schätzte angeblich, dass die Kriegsführung seit dem 11. September 2001 allein in den USA zu

mehr als 400.000 direkten Todesopfern und

einer indirekten Freisetzung von etwa 880.000 Tonnen Treibhausgasemissionen geführt habe. Wobei letzere Zahl sehr gering scheint für benahe 20 Jahre.

Wenn von 1990 bis 2000 alle Armeen schrittweise abgerüstet worden wären, wie es Immanuel Kant in seiner Schrift unter anderem gefordert hat, dann wären unter der Annahme von der Einsparung von 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen, große positive Effekte auf das Weltklima bis 2030 anzunehmen.

Um diese Frage zu beantworten, müssen wiederum verschiedene Annahmen und Schätzungen getroffen werden, die natürlich mit Unsicherheiten verbunden sind. Es ist schwer vorherzusagen, wie sich das Weltklima verändern würde, wenn der Militärsektor auf Null reduziert würde, da auch dies von vielen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel der Art und Weise, wie die Ressourcen umgeleitet werden und welche Alternativen zur Verfügung stehen?

Vollständige schrittweise, globale Abrüstung

Allerdings könnte man annehmen, dass eine vollständige Abrüstung des Militärsektors dazu beitragen würde, den weltweiten Treibhausgasemissionen um einen beträchtlichen Betrag zu reduzieren. Wie bereits erwähnt, wird der Beitrag des Militärsektors zu den Treibhausgasemissionen auf 1,4% bis 4% geschätzt. Wenn man davon ausgeht, dass die vollständige Abrüstung des Militärsektors zu einer Reduzierung um 4% führen würde, dann könnte man erwarten, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 um erheblich größeren Betrag reduziert worden wären. Da sich besonders CO2 in der Atmosphäre über viele Jahre hält.

Nur eingespartes CO2 ist gutes CO2 für tausende Jahre

Wenn heute 100 g CO2 in die Luft geleitet werden, dann wird die Hälfte davon in 30 Jahren verschwunden sein, nach einigen Hundert Jahren werden weitere 30 % entwichen sein. Es sind dann also noch 20 g von den 100 g vorhanden, die erst nach einigen Tausend Jahren nicht mehr vorhanden sind. Also, selbst wenn ab sofort kein Kohlendioxid mehr entstehen würde, würde das vorhandene Gas das Klima noch nach mehreren Tausend Jahren beeinflussen.
Dies würde wahrscheinlich zu einer geringeren Erderwärmung und einem geringeren Risiko für Klimaveränderungen führen, aber es ist schwer zu sagen, wie viel genau die Auswirkungen wären. Außerdem müssen auch die sozialen und politischen Auswirkungen einer vollständigen Abrüstung des Militärsektors berücksichtigt werden.

Die Treibhausgase kumulieren sich ja jährlich. Methan bleibt 10 Jahre in der Atmosphäre und CO2 teilweise bis zu mehreren tausend Jahren länger.

1 Tonne die CO2 ist eine Flugstunde CO2. Hätte Europa ein kooperatives Sicherheitssystem ohne stehende Armeen würde und diese und viele andere Tonnen bis zu 1000 Jahren klimatisch erspart bleichen.

Wieviele Tonnen wären das kumuliert, wenn wir 4 % pro Jahr annehmen?

Um diese Frage zu beantworten, ziehen wir zunächst die globalen Treibhausgasemissionen im Jahr 2019 heran, da dies die neuesten verfügbaren Daten sind. Laut dem Global Carbon Project betrugen die globalen CO2-Emissionen im Jahr 2019 etwa 36,4 Gigatonnen (Gt).
Wenn man nun annimmt, dass die Treibhausgasemissionen um 4% pro Jahr reduziert werden, würde dies bedeuten, dass im ersten Jahr eine Reduzierung von etwa 1,5 Gt CO2-Äquivalenten (das heißt, die Menge an Treibhausgasemissionen, die der Wirkung von CO2 gleichkommt) erreicht würde.
Allerdings würde dieser Wert nicht linear abnehmen, da die Treibhausgase unterschiedliche Lebensdauern in der Atmosphäre haben. Wenn man davon ausgeht, dass Methan 10 Jahre in der Atmosphäre bleibt und CO2 wesentlich länger, dann würde sich die Kumulation der Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre im Laufe der Zeit auf unterschiedliche Weise verändern.

Versuchen wir eine möglichst einfache Modellrechnung mit konkreten Zahlenannahmen und Ergebnissen in Gigatonnen.

Wie aus 2 Milliarden Tonnen CO2 Ersparnis in 90 Jahren 152 Milliarden Tonnen Klimawende werden

Ein einfaches Schätz-Modell sieht wie folgt aus:
Annahme: Im Jahr 2019 betrugen die globalen Treibhausgasemissionen 50 Gigatonnen (Gt) CO2-Äquivalenten.
Schritt 1: Berechnen die jährliche Emissionsreduzierung um 4%:
• 4% von 50 Gt = 2 Gt pro Jahr
Schritt 2: Berechnen der kumulierten Treibhausgasemissionen nach einem Jahr:
• 50 Gt – 2 Gt = 48 Gt
Schritt 3: Berechnen der kumulierten Treibhausgasemissionen nach 10 Jahren (unter der Annahme, dass Methan 10 Jahre in der Atmosphäre bleibt):
• 48 Gt – (2 Gt x 10 Jahre) = 28 Gt
Schritt 4: Berechnen der kumulierten Treibhausgasemissionen nach 100 Jahren (unter der Annahme, dass CO2 wesentlich länger in der Atmosphäre bleibt):
• 28 Gt – (2 Gt x 90 Jahre) = -152 Gt (negativer Wert bedeutet, dass die kumulierten Emissionen in diesem Szenario nach 100 Jahren unter null liegen würden)
Es ist wichtig zu beachten, dass dies ein sehr einfaches Modell ist und dass es viele Faktoren gibt, die die tatsächlichen Auswirkungen von Treibhausgasemissionen auf das Klima ebenfalls beeinflussen können.

Was würde das bezogen auf die Pariser Klimaziele von 2015 in Grad Celsius bedeuten?

Die Auswirkungen von Treibhausgasemissionen auf die globale Durchschnittstemperatur sind komplex und hängen von vielen Faktoren ab. Es ist nicht möglich, die genauen Auswirkungen der Reduktion von 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Pariser Klimaziele in Grad Celsius vorherzusagen.
Die Pariser Klimaziele haben das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und Anstrengungen zu unternehmen, um eine Begrenzung auf 1,5 Grad Celsius zu erreichen. Um dies zu erreichen, sind in allen Sektoren erhebliche Emissionsreduktionen erforderlich. Eine Reduktion von 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr durch Abrüstung würde jedoch aufgrund der beträchtlichen dazu beitragen, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zu verlangsamen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dies ausreicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, da eine viel höhere Emissionsreduktion erforderlich ist, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Zusätzliche Maßnahmen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Aufforstung, Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie Verhaltensänderungen in Richtung einer kohlenstoffarmen Gesellschaft sind ebenfalls erforderlich, um die Emissionen weiter zu reduzieren und die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Könnte man folglich sagen wir hätten in diesem Szenario mehr als der Hälfte der Klimaschädlichen Treibhausgase eingespart und hätten allein durch diese Maßnahme das Pariser Klimaziel unter 1,5 Grad Celsius zu bleiben locker erreicht.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine Reduktion von 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr ausreicht, um das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad Celsius zu erreichen. Das Pariser Abkommen geht davon aus, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen bis Mitte des Jahrhunderts auf netto null reduziert werden müssen, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Eine Reduktion von 4% der weltweiten Treibhausgasemissionen pro Jahr in Summe über die Jahre -152.000.000.000 Tonnen oder 152 Milliarden Tonnen würde jedoch dazu beitragen, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zu deutlich wahrnehmbar verlangsamen. Wenn diese Reduktion über einen langen Zeitraum aufrechterhalten werden könnte und mit anderen Maßnahmen zur Emissionsreduktion kombiniert würde, könnte dies dazu beitragen, das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad Celsius zu erreichen!
Natürlich ist es wichtig zu beachten, dass die Emissionsreduktionen nicht allein durch die Abrüstung von Armeen erreicht werden können. Es sind auch umfassende Maßnahmen in allen Sektoren erforderlich, einschließlich der Energieproduktion, des Verkehrs, der Industrie, der Landnutzung und des Gebäudesektors. Heute setzt die Natur und ihre Gesetze der Menschheit enge Grenzen für weiteres Wachstum. Eigentlich müssen wir wieder lernen wie die Natur in Kreisläufen zu leben. Wir müssen lernen innerhalb der Biokapazitäten der Ökosysteme des Planeten zu bleiben. Nur wenn wir die Atomwaffen loswerden und lernen Frieden ohne Waffen zu sichern könnte wie die nötige Zeit, die Ressourcen und die Menschen dafür sicher stellen.

 

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