Strukturell positiver Frieden und Gesundheitspolitik

Spendenaufruf für die Broschüre der Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik
Wer ärgert sich da nicht?
Ich zahle seit 1975 in die Sozialversicherung und engagiere mich seit 1978 für positiven Frieden. Gleichzeitig kassieren die Überreichen und die Rüstung immer mehr vom Kuchen.
Bei Meinesgleichen wird gespart, wie schon lange nicht. Milliarden werden gelenkt in Waffen, Abschreckung und militärische Technik. Im sozialen System wirkt die stille Gewalt des Alltags kaum sichtbar weiter: Armut, schlechte Wohnverhältnisse, Stress, mangelhafte Pflege, ungleicher Zugang zu Ärztinnen, Ärzten und Therapien. Die Erhöhung der Pension wird von der Erhöhung der Sozialversicherung fast vollkommen aufgefressen. Und dann flattert heute der Newsletter von Ulli Fuchs in mein Mailfach mit einem Spendenaufruf der so traurig wie notwendig zu sein scheint.
Strukturelle Gewalt macht Menschen in der EU und anderswo krank. Sie kostet gesunde Lebensjahre für 90 % der Bevölkerung – trotz besserer Möglichkeiten in Medizin und Politik. Sie macht im Unfrieden:
- krank
- verkürzt Leben und
- trifft meist jene am härtesten, die ohnehin wenig Schutz haben.
Wer heute nur auf militärische „Sicherheit“ Aufrüstung starrt, übersieht leicht, dass echte Sicherheit auch in einer gerechten Gesundheitspolitik entsteht:
in Prävention, der Therapie von Gewalttraumen, guter Versorgung, leistbarer Pflege und in Lebensbedingungen, die Menschen nicht zermürben. Gerade im Aufrüstungsboom dürfen wir die leise, aber massenhafte Form der Gewalt nicht aus den Augen verlieren.
Gesundheit verteidigen heißt Gesellschaft verteidigen
Die Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik arbeitet inzwischen im fünften Jahr daran, Vernetzung, Austausch und Bildung von unten aufzubauen. Ihre Aktivitäten sind im seit vielen Jahren aktiven Verein Labor Alltagskultur verankert. Dort wird nicht nur diskutiert, sondern auch zugehört, gefragt, nachgeforscht und dokumentiert.
Mit dem Projekt „Sozialversicherung – das geht uns alle an!“ ist in den Jahren 2024 bis 2025 etwas Seltenes gelungen: Eine unabhängige, beharrliche und sachkundige Auseinandersetzung mit den großen Fragen der Versorgung. Welche Lücken gibt es im System? Wo geraten Menschen durch den Rost? Welche Reformen wären möglich? Und wie kann man darüber nicht nur im kleinen Kreis, sondern öffentlich und auf Augenhöhe sprechen?
Dafür wurden fünf Podiumsveranstaltungen organisiert, nachbereitet und dokumentiert. Es wurden Fachleute befragt, Leerstellen sichtbar gemacht und Lösungsvorschläge erarbeitet. Besonders wichtig: Es ist gelungen, mit Expertinnen und Experten aus Arbeiterkammer und Österreichischem Gewerkschaftsbund einen echten Dialog auf Augenhöhe herzustellen. Dass diese Institutionen inzwischen selbst aktiver geworden sind, zeigt, dass solche Arbeit Wirkung hat, auch wenn sie oft im Hintergrund geschieht.
Gerade heute ist das von großer Bedeutung. Denn während viele politische Debatten vom Aufrüstungsboom beherrscht werden, geraten jene Grundlagen aus dem Blick, die das Leben der Menschen Tag für Tag tatsächlich sichern: gute Gesundheitsversorgung, soziale Absicherung, Prävention, Pflege und gerechte Zugänge. Eine Gesellschaft, die Milliarden für Kriegstüchtigkeit mobilisiert, aber bei Gesundheit, Pflege und sozialer Sicherheit spart, verschiebt ihre Prioritäten auf gefährliche Weise.
Strukturelle Gewalt ist keine Randfrage
Sie zeigt sich dort, wo Menschen krank werden, weil sie arm sind. Dort, wo psychische Belastungen wachsen, weil Wohnen, Arbeit und Zukunft unsicher werden. Dort, wo Pflegekräfte ausbrennen, weil Systeme auf Verschleiß fahren. Dort, wo Heilung vom Einkommen, von Bildung oder vom Wohnort abhängt. Wer Frieden ernst meint, muss auch diese Form der Gewalt ernst nehmen.
Ende März soll nun der Projektbericht als rund 40-seitige Broschüre erscheinen. Diese Veröffentlichung ist kein Luxus, sondern ein wichtiges Werkzeug. Sie macht Wissen zugänglich, bündelt Erfahrungen, dokumentiert Debatten und stärkt jene, die sich für eine solidarische Gesundheitspolitik einsetzen wollen. Kurz: Sie hilft, dass gute Analyse nicht im Saal verhallt, sondern weiterwirkt.
Für Layout und Druck werden rund 2.000 Euro benötigt. Förderungen gab es bisher keine. Alle Ausgaben wurden aus eigener Tasche getragen. Deshalb braucht dieses Projekt jetzt Unterstützung.
Jeder Euro hilft mit, dass diese Broschüre erscheinen kann!
Spendenkonto des Labors für Alltagskultur
„Labor Alltagskultur“
Verwendungszweck: „Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik“
IBAN: AT80 2011 1838 7066 1500
Wer Gesundheitspolitik nicht den Sparkommissaren, Lobbys und Aufrüstungslogiken überlassen will, kann hier ganz konkret helfen. Diese Broschüre ist ein Beitrag gegen das Vergessen und politische Demenz. Gegen die Entpolitisierung. Gegen die stille Normalisierung von Ungleichheit. Und für eine Gesellschaft, in der Sicherheit nicht mit Waffen beginnt, sondern mit Würde, Versorgung und sozialer Gerechtigkeit.
Links
Verein Labor Alltagskultur
Projekt Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik
siehe Website des Vereins oben
Spenden erbeten an:
Labor Alltagskultur
Verwendungszweck: „Zukunftswerkstatt Gesundheitspolitik“
IBAN: AT80 2011 1838 7066 1500
Kontakt – Obfrau
Kolonieweg 48, 1120 Wien
(U6 Tscherttegasse)
0650/5109278
fuchs@kinoki.at
Hintergrund Welche Lücken gibt es im Sozialversicherungssystem
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