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Warum Arnold Schwarzenegger und Gandhi zum Bike Festival Wien ab 28. März radeln würden

Erstellt am 26.03.2026 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 56 mal gelesen und am 24.03.2026 zuletzt geändert.

Weil das Fahrrad zugleich Muskelkraft, Freiheitsgefühl, Klimaschutz, weniger Öl-Abhängigkeit und mehr Frieden auf die Straße bringt. Wien ist beim Radfahren schon stark besser geworden. Aber bis zur Radmetropole Nummer 1 der Welt ist noch viel Luft nach oben.

Arnold Schwarzenegger würde sagen: Beweg dich.
Gandhi würde sagen: Sei die Veränderung.

Auf dem Fahrrad trifft sich beides.

Jeder Weg, der nicht mit Benzin oder Diesel gefahren wird, spart Geld, Öl, Lärm, Dreck und Treibhausgase. In den Jahrzehnten von Klimakrise, verschärften – vor allem fossilen – Rohstoffkonflikten und teurer fossiler Abhängigkeit ist das Rad besonders heute keine Nebensache. Es ist ein „stilles aber in Summe starkes Friedensprojekt“ auf zwei Rädern.


Wien hat beim Radverkehr zuletzt deutlich zugelegt: Der Fahrrad-Anteil an den Wegen stieg auf 11 Prozent, der Auto-Anteil sank auf 25 Prozent. Im Copenhagenize Index 2025 liegt Wien aber erst auf Rang 19, während Utrecht weltweit auf Platz 1 steht. 

Warum Gandhi kommen würde

Gandhi hätte am Fahrrad die Einfachheit gemocht. Kein Prunk, kein Lärm, kein Ölkrieg, keine Macho-Show. Ein Fahrrad braucht wenig Platz, wenig Material, wenig Energie und gibt dem Menschen viel zurück: Selbstständigkeit, Bewegung, Würde. Es ist ein Verkehrsmittel, das auch ohne große Geldmacht funktioniert. Genau darin steckt etwas zutiefst Friedliches. Wer Rad fährt, senkt den Verbrauch fossiler Energie. Und weniger fossile Abhängigkeit heißt auf lange Sicht auch: weniger Erpressbarkeit, weniger Geld für autoritäre Rohstoffmächte, weniger Druck in Richtung Aufrüstung um Energie und Lieferwege. Diese Logik passt sehr gut zu Friedensnews und zu deiner Linie „Energie- und Friedenswende zusammen denken“. 

Warum Arnold Schwarzenegger kommen sollte

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„Make what you can. With what you have.“ (Arni)

Arnold Schwarzenegger würde vermutlich nicht mit moralischem Zeigefinger auftauchen, sondern mit einem sehr einfachen Satz: Fahr los.

Er wirbt für viele überraschend nun schon seit Jahren dafür, fossile Verschwendung zurückzudrängen und saubere Energie praktisch zu machen. Das Fahrrad ist genau so ein praktisches Werkzeug. Es stärkt den Körper, spart Sprit und macht Städte lebenswerter. Für einen Teil der Wege braucht man keinen 1,5-Tonnen-Blechkasten. Man braucht zwei Räder, sichere Wege und ein bisschen politischen Willen. Arnold würde das als Mischung aus Gesundheit, Freiheit und Tatkraft verkaufen. Gandhi würde ergänzen: und als Kultur des Genug. Dieser Teil ist eine Einordnung, aber sie passt sehr gut zur Sache, weil das Bike Festival genau diese praktische Wende sichtbar macht. Die Stadt Wien selbst verweist darauf, dass bereits 75 Prozent der Wege klimafreundlich zurückgelegt werden und der Radverkehr Rekordwerte erreicht hat. 

Was die Wiener Radfahrenden 2025 grob eingespart haben

Die sauberste Rechnung ist eine Schätzung auf Basis der jüngsten offiziellen Wiener Mobilitätsdaten. Anfang 2025 hatte Wien 2.028.289 Einwohnerinnen und Einwohner. Für Wien wird in Strategiedokumenten mit durchschnittlich 2,65 Wegen pro Person und Tag gerechnet. Die durchschnittliche Weglänge beim Fahrrad wird dort mit 3,4 Kilometern angesetzt.

Der aktuelle Wiener Rad-Anteil liegt laut jüngster Wiener Mobilitätserhebung bei 11 Prozent.
Daraus ergibt sich für Wien grob ein jährliches Radverkehrsvolumen von rund 734 Millionen Personenkilometern. 

Wenn man diese Radwege so rechnet, als würden sie sonst mit einem durchschnittlich besetzten Pkw gefahren, dann ergibt das rund 520 Millionen vermiedene Auto-Kilometer pro Jahr. Rechnet man mit 6,5 Litern Sprit pro 100 Kilometer als grobem österreichischen Realwert für Benzin- und Diesel-Pkw, dann spart das in der Größenordnung von rund 34 Millionen Litern Treibstoff im Jahr. Beim Klima ergibt sich mit den Emissionsfaktoren des Umweltbundesamts grob eine vermiedene Wirkung von rund 102.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Das ist keine punktgenaue Inventur, sondern eine belastbare Größenordnung. 

Wiener Rad-Fortschritte seit 2019

Noch interessanter ist der Fortschritt seit 2019. Wien selbst und der Copenhagenize Index verweisen darauf, dass der Rad-Anteil von etwa 7 Prozent im Jahr 2019 auf 11 Prozent gestiegen ist. Allein dieser Zuwachs von vier Prozentpunkten steht rechnerisch für rund 267 Millionen zusätzliche Fahrrad-Personenkilometer pro Jahr. Das entspricht grob nochmals rund 12,3 Millionen Litern Treibstoff und etwa 37.000 Tonnen CO2-Äquivalent, die allein durch den Aufstieg vom 7- auf das 11-Prozent-Niveau vermieden werden. 

Was drinnen wäre, wenn Wien bis 2030 Radmetropole Nummer 1 werden will

Der harte Punkt ist: Mit 11 Prozent ist Wien gut unterwegs, aber für Platz 1 reicht das klar nicht. Im Copenhagenize Index 2025 liegt Wien auf Rang 19.

Platz 1 hält Utrecht vor Kopenhagen. Amsterdam, Gent und Paris liegen ebenfalls vor Wien. Die führenden Städte sind nicht nur wegen schöner Bilder vorne, sondern wegen

  • sicherer, dichter Netze,
  • ruhiger Straßen und
  • einer viel stärkeren Alltagsnutzung des Fahrrads.

Wien müsste also nicht nur ein bisschen besser werden, sondern in eine andere Liga aufsteigen. 

Eine vernünftige Arbeitsannahme wäre daher: Wien müsste bis 2030 zumindest in Richtung 25 bis 30 Prozent Rad-Anteil kommen, um wirklich um die Weltspitze mitzuspielen. Das ist eine Schlussfolgerung aus den internationalen Spitzenwerten und aus dem Abstand Wiens zur Spitze, keine offizielle Zielzahl der Stadt.

Nimmt man 30 Prozent als Rechenbeispiel und hält Bevölkerung, Wegzahl und Weglänge sonst gleich, dann käme Wien auf rund 2,0 Milliarden Fahrrad-Personenkilometer pro Jahr. Gegenüber heute wären das zusätzlich rund 1,27 Milliarden Fahrrad-Personenkilometer. Das entspräche grob rund 58 Millionen Litern zusätzlich eingespartem Treibstoff und rund 176.000 Tonnen zusätzlicher vermiedener CO2-Wirkung pro Jahr. Zusammen mit dem heutigen Niveau läge die Größenordnung dann bei rund 92 Millionen Litern und etwa 278.000 Tonnen CO2-Äquivalent jährlich.

Was dafür politisch nötig wäre

Der schöne Teil ist: Wien hat schon bewiesen, dass Bewegung möglich ist. 2024 lag der Rad-Anteil bei 11 Prozent, 2025 lief die Radweg-Offensive weiter, und 2025 wurden nochmals viele neue Projekte angekündigt oder umgesetzt.

Gleichzeitig kritisiert die Radlobby für 2026, dass das Tempo noch klar zu niedrig ist, wenn Wien wirklich in die Weltspitze will. Der Unterschied zwischen „ganz gut“ und „Nummer 1“ heißt nicht Imagekampagne, sondern Rad-Netzqualität.

Also:

  • breite und sichere Radwege
  • echte Lückenschlüsse
  • gute Kreuzungen
  • sichere Schulwege
  • bessere Verbindung mit Öffis und
  • ein Netz, das auch für Kinder, Ältere und Lastenräder selbstverständlich funktioniert. 

noch mehr:

  • Fahrradstraßen
  • Rad-Abstellplätze
  • Verkehrsberuhigung
  • Lastenrad-Sharing

Der friedenspolitische Kern des Bike 4 Peace

Jeder Liter Benzin und Diesel, den eine Stadt nicht verbrennt, ist mehr als nur Klimaschutz. Es ist auch ein Stück Entmilitarisierung des Alltags. Weniger Ölverbrauch heißt weniger Geldfluss in fossile Machtblöcke, weniger Abhängigkeit von Krisenregionen, weniger Preisschocks, weniger Druck auf Haushalte. Das Fahrrad ist kein Ersatz für große Politik und die umgekehrt. Aber das Rad ist eine sehr konkrete Form ziviler Friedenspolitik im Alltag. Gandhi hätte das sofort verstanden. Arnold auch.

Gandhi hätte gesagt: Einfach leben.

Arnie: Tu es jetzt. Beides zusammen wäre ein gutes Motto für das Bike Festival Wien.

Interne Links zu verwandten Artikeln bei Friedensnews

14 Millionen in Wien für Frieden, Klimawende und tausende Jahre mehr Lebenserwartung 

Was Sie fürs Klima und den Frieden tun können 

Erneuerbare Energie Gemeinschaft Fichtengasse (EEGFi) 

Dialogforum „Was macht uns sicher?“ 

Friedensnobelpreis 2021 – Wie er zu CIA und globalem Medienkrieg der USA passt (mit Snowden-Bezug) 

https://www.friedensnews.at/?s=bike+4+peace

Externe Links

Modal Split 2024: Radverkehr auf Rekordhoch, Autoverkehr auf Tiefstand 

Radfahren in Zahlen Wien 

Radweg-Offensive 2025 Wien 

Copenhagenize Index 2025: globale Rangliste fahrradfreundlicher Städte 

Wien im Copenhagenize Index 2025 

Emissionsfaktoren Verkehrsmittel, Umweltbundesamt Österreich 

 

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