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Digitale Friedenshygiene: Warum Friedensjournalistisch Tätige sich jetzt mehr absichern sollten

Erstellt am 20.10.2025 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 322 mal gelesen und am 20.10.2025 zuletzt geändert.

Wer fürchtet sich vorm autoritären Mann? Niemand? Und wenn er aber kommt?

Ich Freund hat mit jetzt eine Info von einer nicht sicheren Webseite des Kremls gesandt. Und auf Ö1 lief gerade eine Sendung über Vorbeugung gegen Cybercrime wo ein österreichischer Kriminalbeamter Tipps gegen die üblichen Fallen gab. Im Internet scheinen die Bösen zur Zeit immer etwas schneller zu sein wie die Guten. Was aber wenn der Rechtsstaat in Österreich zerstört wird wie in den USA oder gar Russland, etc.

In autoritären Systemen wird nicht zwischen friedlich oder gewalttätig unterschieden, sondern zwischen loyal und nicht loyal.

Wer kritisch berichtet, gilt automatisch als Gegner – egal ob in Russland, China, Ungarn oder in Trumps USA. Friedensjournalistinnen, Menschenrechtsaktivistinnen oder Klimaforscher*innen sind deshalb oft unter den Ersten, deren Kommunikation, Bewegungen oder Netzwerke genauer beobachtet werden.

Noch sind Österreich und die EU vergleichsweise demokratisch verfasst. Doch die digitale Selbstverteidigung sollte beginnen, bevor Figuren wie Putin, Xi, Trump oder Kickl mehr Macht über Informationsströme erhalten, als uns Freund*innen von Frieden, Nachhaltigkeit und Aufklärung gefallen kann.


Warum Vorsorge wichtiger ist als Angst

Überwachungssysteme entstehen selten über Nacht. Sie wachsen leise – unter Schlagworten wie „nationale Sicherheit“, „Desinformation“ oder „Terrorabwehr“. Was zunächst nur Extremisten treffen soll, betrifft bald Journalist*innen, NGOs und kritische Intellektuelle.

Digitale Hygiene ist daher kein Ausdruck von Misstrauen, sondern von Selbstachtung.

Sie schützt nicht nur Daten, sondern die Freiheit zu recherchieren, zu denken und zu publizieren, ohne unbemerkt mitgeschrieben zu werden.


Praktische Selbstverteidigung im Netz

Die gute Nachricht: Friedensjournalismus braucht kein Hightech-Budget. Schon wenige einfache Schritte reichen, um unliebsame Blicke fernzuhalten:

1. Trenne Arbeit und Privatleben digital.

Erstelle ein zweites Browser-Profil („Recherche“), ohne Google-Login, ohne Synchronisation. Aktiviere dort „Immer sichere Verbindungen verwenden“ und den erweiterten Schutzmodus in Chrome.

2. Verwende ein VPN.

Ein Virtual Private Network verschlüsselt deine Internetverbindung und versteckt deine IP-Adresse.

  • Kostenlos: ProtonVPN (Schweiz, unbegrenzt, zuverlässig) oder Windscribe (bis 10 GB/Monat).
  • Kostenpflichtig (3–5 €/Monat): Mullvad oder IVPN – beide ohne Registrierung, mit Sitz außerhalb der „Five Eyes“-Überwachungsländer.

3. Für heikle Recherchen: Tor-Browser.

Er funktioniert ohne Anmeldung, anonymisiert deine Verbindung automatisch und ist ideal, wenn du auf Regierungsseiten, Leaks oder sensible Quellen zugreifst.

4. Kommunikation nur noch verschlüsselt.

Nutze Signal, Threema oder ProtonMail statt Messenger und Mails, die Metadaten offenlegen.

5. Regelmäßig „digitale Reinigung“.

Browser-Cache, Cookies, Verlauf und Downloads löschen, System-Updates aktiv halten, Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen.


Mehr Schutz, weniger Angst

Niemand kann sich völlig unsichtbar machen – aber wer diese Grundregeln einhält, wird für Überwachungsapparate schlicht uninteressant. Gute digitale Hygiene ist wie ein Helm beim Radfahren: Sie verhindert nicht jeden Unfall, aber sie verringert das Risiko dramatisch.

Sie ist damit ein Werkzeug des Friedensjournalismus selbst: Schutz der Wahrheit durch kluge Vorsicht.


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