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Neue Geschlechterperspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung

Erstellt am 04.03.2011 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 3904 mal gelesen und am 09.03.2011 zuletzt geändert.

Eine Tagung zum Thema findet vom 06.04.2011 – 07.04.2011 in Haus Villigst – Schwerte als Workshop des Netzwerks Friedensforscherinnen der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) statt.

Feministische und Gender-Ansätze hätten vergleichsweise spät Eingang in die Friedens- und Konfliktforschung gefunden. Mittlerweile habe sich jedoch auch im deutschsprachigen Raum eine Forschungsrichtung etabliert, die sich aus feministischer und gendersensibler Sicht mit Fragen von Konflikt, Frieden, Gewalt und Sicherheit befasst.

Derzeit sind zwei parallele Entwicklungen zu beobachten, die für die feministische und gendersensible Friedens- und Konfliktforschung relevant sind.

Einerseits weise die feministische und Geschlechterforschung in jüngster Zeit umfang- und weitreichende theoretische Weiterentwicklungen auf, welche in der Friedens- und Konfliktforschung bislang nur selektiv aufgegriffen werden. Zu nennen sind hier insbesondere

  • postkoloniale Theorieansätze,
  • Intersektionalitätsforschung und die
  • Theoretisierung von Männlichkeit.

Andererseits scheine die Kategorie Geschlecht Eingang in den Mainstream/ Malestream der Friedens- und Konfliktforschung gefunden zu haben.

  • In den meisten der für die Disziplin relevanten Fachzeitschriften erscheinen inzwischen in regelmäßigen Abständen Beiträge aus der gendersensiblen Forschung, und
  • fast alle haben in den letzten Jahren Heftschwerpunkte aus dem Bereich „Gender und Konflikt“ publiziert.

Dies könne als Erfolg der Bemühungen feministischer Forscher und Forscherinnen gewertet werden, „den Mainstream/Malestream der Friedens- und Konfliktforschung von der Relevanz der Kategorie Geschlecht zu überzeugen“.

Jedoch sei festzustellen,

  • dass der Einbezug von Gender vornehmlich in empirischen Forschungsarbeiten und
  • häufig ohne Rückbezug auf feministische Theorieansätze“ erfolge.

Ziel des Workshops

  1. bisherige Forschungen und gegenwärtige Entwicklungen der feministischen und gendersensiblen Friedens- und Konfliktforschung kritisch zu reflektieren sowie
  2. neue theoretische und empirische Perspektiven für die Disziplin aufzuzeigen und damit aktiv zur Weiterentwicklung der Debatte beizutragen.

Programm

Mittwoch, 6.4.2011 bis 16:30 Uhr Stehkaffee

16.30 Uhr Ausstellung „1.000 Friedensfrauen“:

Zeit zur Begegnung und zum Kennenlernen – 18.00 Uhr Abendessen

19:00 Uhr Begrüßung

  • Bettina Engels & Sarah Clasen (AFK-Frauenbeauftragte)
  • Regine Mehl (AFK-Vorsitzende)
  • Uwe Trittmann, Ev. Akademie Villigst

Berufliche Perspektiven von Frauen in Wissenschaft und Forschung

  • Ramona Schürmann (Technische Universität Dortmund)
  • Imken Lind (Centre of Excellence Women and Science, Bonn, angefragt)

Moderation: Sarah Clasen (Freie Universität Berlin)

Donnerstag, 7.4.2011
8.15 Uhr Frühstück – 9:00 Uhr Begrüßung

9:15 Uhr Embedded Feminism: zur diskursiven Legitimation von Gewalt – Von „FrauenundKindern“ zu „Embedded Feminism“: Frauen(rechte) als Legitimation für militärische Intervention in den Medien

  • Andrea Nachtigall (Alice-Salomon-Hochschule Berlin/Freie Universität Berlin)
  • Torsten Bewernitz (Universität Münster)

Wenn die Terrorismusforschung zum Feminismus konvertiert
Claudia Brunner (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)
Leitkulturdebatten auf Indonesisch: Eine postkolonial-feministische Perspektive auf Konflikte um das Antipornografiegesetz in Indonesien
Ronja Eberle (Humboldt-Universität Berlin)
11:15 Uhr Männlichkeit im Wandel – neue Blicke auf Friedens- und Gewaltpotenziale Männlichkeitskonstruktionen und zivilgesellschaftliche Friedensarbeit – was wir aus der gendertheoretischen Forschung für die Praxis lernen können

Miriam Schroer-Hippel (Freie Universität Berlin)
Geschlecht und sozialpolitische Praxis: Wie wirken Männlichkeit und Weiblichkeit in der schweizerischen Opferhilfe?
Anne Kersten (Universität Freiburg/CH)
12.30 Uhr Mittagessen

13:30 Uhr
Feministisch forschen? Methoden und Forschungspraxis (Werkstattgespräch) – Wie feministisch kann, darf, soll gendersensible Friedensforschung sein?
Corinna Gayer & Bettina Engels (Freie Universität Berlin)

Feministisch forschen in der Bundeswehr?
Cordula Dittmer (Universität Marburg)

Die Macht des Feldes: Methodologische Reflektion zur feministischer Forschungspraxis im südthailändischen Konfliktgebiet
Ruth Streicher (Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies)

15.00 Uhr Kaffeetrinken

15:30 Uhr Perspektiven feministischer Friedens- und Konfliktforschung (Podium)

  • Susanne Buckley-Zistel (Universität Marburg)
  • Martina Fischer (Berghof Conflict Research)
  • Simone Wisotzki (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)
  • Anne Jenichen (Universität Bremen)

Moderation: Bettina Engels (Freie Universität Berlin)
17:00 Uhr Ende des Workshops

Kontakt:

bettina.engels@fu-berlin.de
sarah.clasen@fu-berlin.de

Weitere Informationen

Veranstaltungsort

Venue:
Haus Villigst – Website http://www.evstudienwerk.de

Iserlohner Str. 25

58239 Schwerte
Deutschland

 

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