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Wirtschaftliche Interessen versus gelungene Integration erfolgreiche Integration?

Erstellt am 02.02.2016 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 1324 mal gelesen und am 02.02.2016 zuletzt geändert.

Gestern erhielt ich eine Aussenung der NGO „Guarantee on Tomorrow“ mit dem aus meiner sicht wenig zweckmäßigen pauschalisierden Titel: „Wirtschaft gegen erfolgreiche Integration“. Da ich in letzter Zeit immer wieder auch seriöse Stimmen gerade von Wirtschaftstreibenden hörte, die sich für Integration von Flüchtlingen über den Arbeitsmarkt einsetzen will nun der Sache auf den grund gehen.

Wer veranlasste die Schließung der Wohngemeinschaft für unbegleitete Minderjährige in Wilhelmsburg? Mit dem Argument: „NICHT WIRTSCHAFTLICH GENUG?“
Wirtschaftliche Interessen und gelungene Integration stünden sich, laut NGO Guarantee on Tomorrow, öfters im Weg. Ein Fall habe die Mitglieder von Guarantee on Tomorrow jedoch besonders geschockt.

12 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Sie wurden, laut NGO, am 01.02.2016 „in einer Nacht und Nebel Aktion“ von der Firma SLC Asylcare in Willhelmsburg um 08:00 aus ihrer stabilen Unterkunft in ein Lager im Weinviertel verfrachtet.

Um 06 Uhr früh wurden die 12 Kinder und Jugendlichen von der Firma SLC geweckt und darüber informiert dass sie um 08:00 wiedereinmal mit einem Bus in ein anderes Lager umgesiedelt werden. Ihnen blieb keine Zeit sich von Freunden und Bezugspersonen zu verabschieden.

Mag.a Doris Beneder, Vorsitzende der österreichischen Gesellschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie:

  • „Menschen dürfen nicht so behandelt werden!“
  • „Wenn es unbedingt erforderlich ist dann müssen auch und gerade bei minderjährigen Flüchtlingen die Gebote der Menschlichkeit und Würde eigehalten werden!“

Durch „interne Probleme“, sprich zwei Kündigungen“ in der Firma SLC sei, laut NGO:

„offensichtlich über Nacht ein wirtschaftliches Problem für die Firma“ enstanden. Die Folge sei, dass sich

Menschen, die sich bereits mitten im Integrationsprozess befinden von ihren vielen gewohnten Aktivitäten weggerissen werden und wie Gegenstände in ein neues Lager verlegt werden.

„So schnell kann es gehen, und die viele Integrationsarbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern wird durch wirtschaftliche Interessen zu Nichte gemacht!“ meint Dominik Paireder, Obmann von Guarantee on Tomorrow.

Darum fragt Guarantee on Tomorrow:

  • Kann man SLC überhaupt noch Menschen in die Verantwortung geben, wenn die Kündigung von zwei Mitarbeitern zu derartig schwerwiegenden Problemen führt, dass eine Unterkunft geschlossen werden muss?
  • Wie kann eine solche Umsiedlungsaktion innerhalb nur eines Arbeitstages (zwischen Kündigung der MA und Umsiedlung ) mit Wissen des Landes NÖ organisiert werden, oder war diese schon länger geplant?
  • Kann man unternehmerisch geführten Unterkünften überhaupt die Verantwortung für Jugendliche geben, wenn der wirtschaftliche Hintergrund ein derartiges Gewicht hat?
  • Geht es SLC um eine langfristige  Integration der Menschen oder um gewinnbringende Unterkunftsangebote?
  • Soll man sich als freiwillig  Helfender überhaupt engagieren, wenn Menschen von SLC betreut werden?

Theoretisch sind für die Erbringung gemeinnütziger Leistungen gemeinnützige Organisationen sicher geeigneter als gewinnmaximierende Organisationen. Gemeinnützige Organisationen wie Vereine müssen zwar ebenfalls wirtschaften sie können aber die wichtigen anderen genannten Ziele für die erfolgreiche Integration mit der nötigen Gewichtung berücksichtigen. Der Gewinn der Eigentümer ist aber nicht ihr oberstes Ziel. Flüchtlinge sind keine gefühllosen Waren, sondern Menschen und ihre Integration ein öffentliches Gut. Der Fall der Firma SLC zeigt, dass die NÖ-Landesregierung dringend im privaten Interesse agierenden Unternehmen vom Flüchtlings-Business ausschließen sollte.

 

Posted in Ethik, Friedensarbeit, Friedenspsychologie, Gewaltprävention, Menschenrecht, Österreich, Psychologie, Unfrieden, Weltanschauungen, Wirtschaft, Zivilcourage

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