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Rutger Bregman: Die Entdeckung des Jahrzehnts für Friedensbewegte

Erstellt am 31.03.2026 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 28 mal gelesen und am 31.03.2026 zuletzt geändert.
Rutger Bregman in modernem Arbeitsraum vor Glaswand mit Diagrammen zu globaler Kooperation und Netzwerken

Ein neues Menschenbild für die Friedensarbeit: Kooperation, Vertrauen und empirisches Denken statt Zynismus.

Warum ein Historiker das Menschenbild der Friedensarbeit neu justiert und damit konkrete politische Folgen hat?

Viele in der Friedensbewegung kennen heute Alfred H. Fried oder Johan Galtung. Doch ein neuer, überraschend klarer Denker bringt frischen Wind in zentrale Fragen der Macht- und Friedenspolitik: Rutger Bregman.

Seine Botschaft ist einfach und folgenreich:

Der Mensch ist kooperativer, als wir glauben.

Und genau darin liegt eine realistische Chance für Frieden.

Ein später Fund mit Kraft

Nach 24 Jahren Friedensnews passiert etwas Seltenes und Erfreuliches:

Wir können einen Kopf, der nicht aus der klassischen Friedensforschung kommt und dennoch einen blinden Fleck der Friedenstauben fruchtbar verkleinert.

Rutger Bregman stellt keine komplizierten Theorien in den Vordergrund. Er beginnt mit einer Grundannahme:

Was, wenn unser Bild vom Menschen falsch ist?

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Der blinde Fleck der Friedensarbeit

Ein Teil der Friedensbewegung und Konfliktforschung arbeitet mit einem stillen Grundgefühl:

  • Menschen sind egoistisch
  • Menschen sind gewaltbereit
  • Menschen müssen kontrolliert werden

Diese Annahmen wirken oft unbewusst weiter. Sie prägen Institutionen, Medien und Politik.

Doch wenn dieses Menschenbild nicht stimmt, dann bauen wir die falschen Systeme.

Bregmans zentrale These

Er zeigt anhand historischer Beispiele und emirischer Forschung:

  • In Krisen helfen sich Menschen häufiger, als sie einander schaden
  • Kooperation ist evolutionär erfolgreicher als reine Konkurrenz
  • Vertrauen reduziert Kosten und erhöht Stabilität

Dies sei folglich keine moralische Hoffnung.

Es ist – laut Bregmans Forschung – eine empirisch gestützte Beobachtung.

Weiterführend dazu

https://www.rowohlt.de/buch/rutger-bregman-im-grunde-gut-9783498002248

https://www.scientificamerican.com/article/survival-of-the-friendliest

Warum das für Frieden entscheidend ist?

Friedenspolitik beginnt nicht erst bei Verhandlungen oder Verträgen. Sie beginnt beim Menschenbild.

  • Wenn wir davon ausgehen, dass Menschen gefährlich sind, entstehen Systeme der Kontrolle und Abschreckung.
  • Wenn wir davon ausgehen, dass Menschen kooperationsfähig sind, entstehen Systeme des Vertrauens und der Zusammenarbeit.

Das ist aber kein unwichtiges Detail. Das ist der Bauplan.

Die Verbindung zur Friedensforschung

  • Alfred Hermann Fried forderte, die Welt aktiv zu organisieren.
  • Johan Galtung zeigte, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg.

Bregman liefert die fehlende Brücke: ein modernes, überprüfbares Menschenbild, auf dem solche Ansätze tragfähig werden.

Mehr dazu auf Friedensnews

https://www.friedensnews.at/?s=Alfred+Hermann+Fried

Ein neuer Zugang zur Moral

Bregman argumentiert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er sagt nicht, wir sollen besser sein. Er zeigt, dass bestimmte Verhaltensweisen besser funktionieren.

  • Kooperation funktioniert
  • Vertrauen funktioniert
  • Realitätssinn funktioniert

Zynismus funktioniert kurzfristig, aber langfristig schlecht. Das macht seine Perspektive für die Friedensbewegung so wertvoll.

Die eigentliche Herausforderung

  • Das größte Hindernis ist nicht Gewalt allein.
  • Es ist das Misstrauen gegenüber dem Menschen.

Diese Haltung führt zu Systemen, die genau das erzeugen, was sie vermeiden wollen.

  • Misstrauen erzeugt Kontrolle
  • Kontrolle erzeugt Widerstand
  • Widerstand erzeugt neue Konflikte

Ein Teufelskreis.

Warum ist das auch politisch hoch relevant ist?

In vielen aktuellen politischen Dynamiken sieht man das Gegenteil von Bregmans Ansatz.

  • Vereinfachung statt Differenzierung
  • Feindbilder statt Lösungen
  • Machtkonzentration statt Kontrolle

Diese Strategien können kurzfristig erfolgreich sein, aber sie erzeugen langfristig Instabilität.

Weiterführend

https://www.oecd.org/gov/trust

https://www.ipg-journal.de/regionen/global/artikel/traeume-ich-gerade-oder-was-ist-hier-los-4209

Was Friedensbewegte konkret lernen können

Erstens: Das eigene Menschenbild überprüfen

Zweitens: Vertrauen als strategische Ressource begreifen

Drittens: Kommunikation verändern – Weniger Angst, mehr Möglichkeit

Viertens: Auf systemische Hebel setzen statt nur auf individuelles Verhalten

Ein realistischer Optimismus

Bregman ist kein naiver Idealist. Er blendet Konflikte nicht aus. Aber er verschiebt den Fokus:

  • Nicht der Mensch ist das Hauptproblem
  • Sondern oft die Strukturen, die wir bauen

Das ist eine Einladung zur Verantwortung.

Schlussgedanke

Vielleicht ist das die eigentliche Entdeckung:

Frieden entsteht nicht nur durch Regeln und Institutionen, sondern

  • durch die Entscheidung, ein realistischeres Bild vom Menschen ernst zu nehmen
  • Ein Bild, das Kooperation nicht als Ausnahme sieht, sondern als Grundlage

Was jetzt?

Du willst tiefer einsteigen oder selbst aktiv werden?

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