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Missbrauch von Mädchen und Frieden in NY und Wien

Erstellt am 10.03.2026 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 219 mal gelesen und am 09.03.2026 zuletzt geändert.

Missbrauch an Mädchen ist kein Randthema, sondern eine Friedensfrage

Ein ORF-Bericht über Jeffrey Epstein, das sogenannte vorgebliche International Peace Institute in Wien zeigte klar wie eng sexualisierte Gewalt, Machtmissbrauch, Macht-Elite-Netzwerke und ihr zynisches Gerede vom Frieden miteinander verflochten sein können und wie sie der Friedensbewegung massiv schaden. Wer Frieden ernst nimmt, darf bei Aufrüstung, echter und Schein-Diplomatie, Konflikten und primitiven Kriegsberichten nicht stehen bleiben. Frieden beginnt in den Köpfen. Auch dort, wo Mädchen vor Ausbeutung, Einschüchterung und systemischem Wegsehen geschützt werden sollten.

Missbrauch an Mädchen wird oft als Kriminalfall, Familiendrama oder Skandal einzelner Täter behandelt. Das greift zu kurz. In Wahrheit geht es um alle Formen der Gewalt. Direkte körperliche und seelische Gewalt, Kulturelle und Strukturelle Gewalt. Und all diese Gewaltformen sind das Gegenteil von Frieden. Sie sind Unfrieden der leicht in Krieg umschlägt.

Der aktuelle ORF-Bericht über das an sich honorige 1970 in NY gegründete International Peace Institute (IPI). Es veranstaltet seit 1970 das  IPI Vienna Seminar gemeinsam mit der „Diplomatic Academy of Vienna“. Das IPI hatte bald auch einen Sitz in Wien.

Der ORF schrieb:

Rod-Larsen und Epstein planten Ende 2011 einen Millionendeal. Zu diesem Zeitpunkt war Jeffrey Epstein bereits ein verurteilter Sexualstraftäter. Er überlegte, ein Palais in Wien zu kaufen, zwei – das Palais Batthyany und das Palais Schottenring – besichtigte er Ende 2011 auch. Freilich nicht für private Zwecke, sondern als Sitz für internationale Organisationen.

WICHTIG:

Bitte unterscheiden vom Int. Inst. for Peace (IIP) und vom International Institute for Peace | UNSA Vienna, etc. Ausführlicher dazu siehe:

Internationale Peace Instituts in Vienna

Die Verwirrung ähnelt tragik-komisch dem Leben des Brian. Sie ist aberdas ist noch wichtiger wie Unterscheidung zwischen der People’s Front of Judea und der Popular Front of Judea, …

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Mehr Informationen

Laut ORF war Karriere-Diplomat Terje Rod Larsen 2011 Präsident des IPI (2005 -2020). Er war wie Trump seit den 70er Jahren ein enger Freund und Geschäftlicher Partner von Jeffrey Epstein.

Epstein selbst war 2011 bereits ein verurteilter Sexualstraftäter. Trotzdem war er laut den Epstein-Akten im Hintergrund über Finanzierungen, Planungen und Kontakte eingebunden. Das österreichische Außenministerium unterstützte das Institut damals intensiv bei dem Versuch, in Österreich den Status einer internationalen Organisation zu erhalten. Dabei ging es um

  • Privilegien
  • Steuerfreiheit und
  • Immunitäten.

Das Ministerium betont heute, dass zu keiner Zeit Immunität für Epstein oder Rod Larsen bestanden habe und man damals nichts von Epsteins Einbindung gewusst habe. Der ORF-Bericht zeigt aber, wie nahe ein epsteinnahes Netzwerk an ein Institut andocken konnte, das ausgerechnet Frieden im Namen trug. 

Umgang mit jungen Frauen und Praktikantinnen bei IPI

Besonders erschütternd ist, was der ORF über den Umgang mit jungen Frauen und Praktikantinnen berichtet. Demnach erhielt das norwegische Außenministerium bereits 2019 Informationen, dass Praktikantinnen beim IPI vor allem nach ihrem Aussehen ausgewählt worden seien und Fotos an Epstein weitergeleitet wurden. In einem Fall soll Epstein auch einer Frau einen Job beim Institut verschafft und Teile ihres Gehalts bezahlt haben. Ehemalige Mitarbeiterinnen berichteten von Anspielungen im Büro und davon, dass Epsteins Verurteilung und seine Nähe zu Rod Larsen bekannt gewesen seien. 

Friedensjournalistische Betrachtungen zu den Epstein-Files

Genau hier wollen wir friedensjournalisistisch tiefer schürfen.

Frieden ist für seriöse Friedensdenkende nicht nur die Abwesenheit von Krieg.

Frieden heißt auch: keine Verhältnisse zu dulden, in denen mächtige Männer junge Frauen oder Mädchen als Material, Schmuck oder Ware betrachten.

Frieden heißt: Schutz der Schwächeren vor den Stärkeren.

Frieden heißt: Würde statt Demütigung. Kontrolle statt Hofstaat. Transparenz statt elitäre Abschottung.

Wenn ein Friedensinstitut gezielt unterwandert wird von Kriminellen und ihren „honorigen“ Freunden und in ein Umfeld gerät, in dem ein verurteilter Sexualstraftäter sein Image aufpolieren will, dann ist das nicht nur Heuchelei. Es ist eine schwere Beschädigung der Friedensidee selbst.

Laut ORF bezeichnete sich Epstein in Presseaussendungen sogar als „Waffenstillstandsaktivisten“. Der Bericht legt nahe, dass das Engagement für internationale Organisationen auch dazu dienen sollte, sein beschädigtes Image reinzuwaschen. Er ist ein Lehrstück darüber, wie Sprache missbraucht werden kann und wird. Wer Frieden sagt, ist bekanntlich noch lange nicht nachhaltig friedlich. Wer an Konferenztischen sitzt, ist nicht automatisch ein Mensch der Menschenwürde. Das ist umso schlimmer als viele Menschen tätig waren mit bis heute guter Reputation .

Für Friedensarbeit ergibt sich daraus eine klare Lehre. Organisationen, die mit Frieden, Menschenrechten, Diplomatie oder internationaler Zusammenarbeit werben, brauchen

  • besonders strenge Regeln.
  • funktionierende Schutzkonzepte gegen sexuelle Ausbeutung und Machtmissbrauch.
  • unabhängige Kontrolle.
  • offene Beschwerdewege.
  • Personalpolitik, die Kompetenz und Integrität vor Nähe zu Geld und Prominenz stellt.
  • eine Kultur, in der junge Frauen nicht lernen müssen, still zu sein, wenn mächtige Männer sich falsch verhalten.

Missbrauch an Mädchen zerstört nicht nur einzelne Leben

Er zerstört Vertrauen. Und Vertrauen ist der Kern jeder friedlichen Gesellschaft. Wo Mädchen früh lernen, dass ihre Grenzen nichts zählen, ihre Aussagen bezweifelt werden und Täter gedeckt werden, wächst eine Kultur der Angst. Eine solche Kultur ist nicht friedlich. Sie ist autoritär im Kleinen. Sie ist eine Schule der Unterwerfung.

Darum ist der Schutz von Mädchen keine Nebenaufgabe für Sozialarbeit oder Justiz allein. Er gehört ins Zentrum einer modernen Friedenspolitik. Schulen, Jugendhilfe, Medien, Polizei, Gerichte, Vereine, Kirchen, internationale Organisationen wie das SOS-Kinderdorf und Ministerien müssen an derselben Grundregel gemessen werden: Sind Mädchen und Buben hier sicher oder nicht?

Auch Journalismus hat hier eine Pflicht

Er darf nicht nur dann hinsehen, wenn ein berühmter Name fällt. Er muss Muster sichtbar machen.

Wie funktioniert die Mischung aus Geld, Macht, Ansehen und Schweigen? Warum konnten Warnzeichen ignoriert werden?

  • Wer profitierte von Nähe und Prestige?
  • Wer trug das Risiko?
  • Wer wurde nicht gehört?

Guter Journalismus stellte diese Fragen stellen, weil Missbrauch kein Betriebsunfall ist, sondern oft Teil einer Herrschaftskultur.

Der Wiener Fall ist darum mehr als eine peinliche Episode

Er ist ein Warnsignal. Institutionen, die Frieden vertreten, dürfen keine Bühne für Imagepflege von Gewalttätern werden. Sonst machen sie sich selbst unglaubwürdig. Und eine Friedenspolitik, die sexualisierte Gewalt nicht als Kernfrage begreift, bleibt unvollständig.

Frieden beginnt dort, wo Mädchen und Buben ohne Angst leben können. Alles andere ist Fassade.

Quelle:

ORF.at, „Akten ausgewertet: Epsteins Friedensinstitut in Wien“, 05.03.2026 / 06.03.2026. 

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