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Linzer Friedensgespräche

Erstellt am 21.01.2020 von Andreas Hermann Landl
Dieser Artikel wurde 548 mal gelesen und am 20.01.2020 zuletzt geändert.
Linzer Friedensgespräche

GRENZEN(LOS) – Notwendigkeit oder Hindernis für den Frieden?

Freitag, 31. Jänner 2020
ab 14:30 Uhr
Ort: Wissensturm Linz, Kärntnerstraße 26, 15.OG

Unter dem Titel GRENZEN(LOS) – … wird sich das diesjährige Programm mit der Frage nationaler und persönlicher Grenzen auseinandersetzen. Podiumsdiskussion mit kurzen Impulsvorträgen von Marianne Gronemeyer, Andrea Komlosy und Martin Heintel

Moderation: Barbara Duftschmid

Zu den ReferentInnen



Marianne Gronemeyer

Ob Grenzen dem friedlichen Beieinander dienlich oder hinderlich sind, lässt sich auf eine allgemeingültige Weise nicht entscheiden. Es gehört zum Wesen der Grenzen, dass sie widersprüchlich sind. Sie entziehen sich einer klipp und klaren Definition und erst recht einer eindeuutigen Zuordnung zu „richtig“ und „falsch“, „Gut“ und „Böse“. Das einzige, was sich vielleicht über sie sagen ließe ist, dass sie Hüterinnen der Verschiedenheit sind. Wir finden uns in der paradoxen Situation vor, dass wir mit einem doppelten Skandal konfrontiert werden: der weltweit zunehmenden Ungleichheit und der weltweit zunehmen Gleichheit, die alles einerlei macht.

Andrea Komlosy

Grenzen sind weder unverrückbar noch kann man sie sich einfach herbei oder weg wünschen. Menschen leben in einer Vielzahl von Bezügen und Identitäten, deren Ein- und Ausschlussmechanismen zwangsläufig zu Konflikten führen. Grenzen und Grenzregime eignen sich zur Herrschaft, zur Konfliktlösung oder zur Befreiung. Der Mythos der Grenzenlosigkeit negiert räumliche soziale Bindungen und Selbstbestimmung. Er verschleiert die Macht der Stärkeren, ihre Interessen immer und überall durchzusetzen.

Martin Heintel

Grenzen, Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen sind eine dem Menschen zutiefst verinnerlichte Abstraktions- und Handlungspraxis. Eine Grenze ist eine gedachte oder abstrakte Linie, anhand der Unterscheidungen getroffen werden und Dinge durch Differenz identifiziert werden. Wenn auch Grenzen und Grenzziehungen ein anscheinend menschliches Wesensmerkmals darstellen, so steht dem die weit verbreitete Erfahrung gegenüber, dass Grenzüberschreitungen zu einer festen Routine auf unterschiedlichen Ebenen der alltäglichen Handlungspraxis zählen. Seien es Verwaltungsgrenzen, über die Städte schon längst hinausgewachsen sind oder Staatsgrenzen, die vom „kleinen Grenzverkehr“ bis hin zur Mobilität im vereinten Europa hinsichtlich ihrer Relevanz und Sinnhaftigkeit in Frage gestellt werden. Die Überwindung und Aufhebung der nationalstaatlichen Grenzen stellt auf der einen Seite eine zentrale Errungenschaft im europäischen Einigungsprozess dar, auf der anderen Seite bedeutet das Innere der Grenze vielfach symbolische Verortung mit differenzierten Aufladungen von deren Bedeutung.

VeranstalterInnen:
Linzer Friedensgespräche, Friedensstadt Linz, Volkshochschule Linz, Linzer Friedensakademie, Mensch und Arbeit, Solidarwerkstatt Österreich

KooperationspartnerInnen:
Südwind OÖ, Caritas OÖ, Versöhnungsbund, WerteVollLeben

MedienpartnerInnen:
OÖ Nachrichten, Kirchenzeitung Diözese LinzNähere Informationen zum Programm:
https://vhskurs.linz.at/download/images/LinzerFriedensgespraeche2020_Folder_web.pdf

 

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