Im Wiener Bruno-Kreisky-Forum für Internationalen Dialog fand gestern am Donnerstag den 25. Mai um 19:00 ein hybrides Event in der Reihe zum Schwerpunktthema des Forums 2023 statt zum ThemaKrieg und Klima. Wenn die Natur zum Kriegsopfer wird. Es moderierte die Kuratorin der Reihe die Journalistin und Sozialwissenschafterin Monika Halkort. Sie hat in Konfliktherden in Irland und im Nahen Osten gearbeitet uns switchte perfekt zwischen Englisch und Deusch. Denn Stuart Parkinson (Executive Director der Platform ‘Scientists for Global Responsibility (SGR) war via zoom aus England zugeschaltet. Er gilt als einer der führenden unabhängigen Experten zum Thema Krieg und Klima.
Franz Essl (Wissenschaftler des Jahres 22) Leiter der Forschungsgruppe „Bioinvasions, global change & macroecology“ am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität in Wien war als lokaler Experte in Wien am Podium. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagiert sich Essl auch umfassend in der Klimabewegung und kommuniziert seine gesellschaftlich relevanten Erkenntnisse breiten-wirksam in der Öffentlichkeit.
MONIKA HALKORT IM GESPRÄCH MIT FRANZ ESSL UND STUART PARKINSON
Stuart Parkinson ist Executive Director der Platform ‘Scientists for Global Responsibility (SGR) in Grossbritannien. Die Plattform besteht aus Forschern in den Natur- und Sozialwissenschaften, Technologie Entwicklung und Architektur die sich um ethische, soziale und umweltgerechte Rahmenbedingungen in ihren jeweiligen Disziplinen bemühen, mit besonderem Augenmerk auf Rüstung und Militär. 2021 hat Parkinson einen der ersten umfassenden Berichte zum Klimafußabdruck der Europäischen Rüstungs- und Verteidigungsindustrie veröffentlicht. Er war der Key-Speaker des Abends.
Heute schrieb die österreichische Gratiszeitung heute „Energiepreise: Werden wir papierlt?“ Ja, ich denke schon? Wobei sich die Frage aufwirft, wer ist wir? Wir Wiener*innen, wir Österreicher*innen, wir Europäer*innen als Putins Gazprom-Opfer? Papierlt ja? Wobei unklar bleibt was das genau heißen soll. Papierlt im Sinne von hinters Licht geführt – wie HC Strache von Hessenthaler oder wir von HC Strache?
Also mich hat die Schlagzeile sofort angesprochen, weil papierlt werden „wir“ ja praktisch täglich und nicht nur von den großen Energiekonzernen in Österreich und anderswo. Also ja papierlt! Zumindest mehr als in einer guten realen öko-sozialen Marktwirtschaft im neutralen Österreich verlangt werden darf.
Das hat zwei vor allem politische Gründe: Marktversagen und Staatsversagen.
Marktversagen, weil fossile Energie kein privates Gut ist – wie Klopapier oder eine Semmel – sondern viele gravierende Wirkungen auf andere Menschen hat die von den Marktpreisen nicht erfasst werden.
Staatsversagen, weil Marktmacht Staatsmacht und Medien verzerren und oft auch korrumpieren kann. Staatsversagen, weil Staaten politische Gebilde sind, die sehr komplexe Wirtschaften und Gesellschaften mit Bürokratie und letztlich auch mit Kompromissen und als ultimo Ratio mit Gewalt regeln müssen. Letztlich ist das immer Politikversagen aber auch Medienversagen. Statt raus aus Öl und Gas bis 2030 wie 2015 in Paris versprochen wird bei Putin und den Scheichs zu Kreuze gekrochen. Und keine Ausrede ist zu dreist, dass sie von den Minnesänger*innen und Lakaien der Mächtigen nicht in der Regel durchgesessen werden kann – mit einen Anwalt der was kann halt. Hessenthaler, Snowden, Assange kommen ins Gefängnis und die großen Fische schlüpfen durchs Netze der Justiz oder durchlöchern es bis zum geht nicht mehr.
Vom Jom-Kippur-Krieg bedingen Erdölschock 1973 bis zum Ukrainekrieg seit 2022
Militär und Klima – wie sich Kriege auf den Klimawandel auswirken?
Die Ausgabe von KlimaZeit am 18.11.2022 beschäftigte sich unter anderem mit Militär, Krieg und den Auswirkungen auf das Klima. Bisher blieb das Militär beim Klimaschutz weitgehend außen vor. Dabei gehören Militärapparate und Waffensysteme global gesehen zu den großen Treibhausgas-Emittenten – schon ohne Kriege.
Ein einziger F-35 Kampfflieger etwa stößt pro Stunde 11 Tonnen Kohlendioxid aus.
Die Emissionen der Kriege kommen dazu, wie in der Ukraine oder der gesprengten Nord-Stream-Pipeline.
Die Weltklimakonferenz in Ägypten war ein weiteres Thema. ARD zeigte
MONIKA HALKORT IM GESPRÄCH MIT FRANZ ESSL UND STUART PARKINSON
DER KLIMA-FUSSABDRUCK DES MILITÄRS Wie klimaneutral ist Europas Rüstungs- und Verteidigungsindustrie?
Der Krieg gegen die Ukraine hat ein radikales Umdenken in der Europäischen Verteidigungs- und Rüstungspolitik ausgelöst. Sowohl die NATO also auch die EU haben ihre Militärbudgets drastisch erhöht und die Produktion von Kampfgerät, Munition und Luftabwehrsystemen massiv erweitert. Selbst Österreich wird in den kommenden Jahren 2 Milliarden mehr in neue Panzer, Flugzeuge und die militärische Infrastruktur investieren. Was all das für die nationalen und internationalen Klimaziele bedeutet, ist in der politischen Aufregung über die aktuelle Rüstungseuphorie weitgehend untergegangen. Dabei zählen Militär- und Waffenindustrie schon heute zu den größten Schadstoffemittenten und Energieverbrauchern weltweit. Wie hoch ihr Anteil am weltweiten CO2 Ausstoß ist, kann zur Zeit niemand mit der im Friedenssektor möglichen genauigkeit sagen. Der Klima-Fußabdruck des Militär- und Verteidigungsapparats bleibt in nationalen Klimaberichten und Treibhausbilanzen ausgespart. Schätzungen gehen von rund 5% im europäischen Vergleich aus.
Die mangelnde Auskunftsbereitschaft ist nur eines von vielen Defiziten, die einer sozial- wie umweltpolitisch nachvollziehbaren, zukunftsgerechten Sicherheitspolitik im Wege stehen. Ist der geplante Ausstieg aus fossilen Brennstoffen angesichts des allgemeinen Aufrüstens in Europa überhaupt noch machbar und realistisch? Europäische Heere mögen auf klimaneutrale Energien und Gerätschaften umrüsten, aber damit sind die verheerenden Umwelt- und Klimafolgen von militärischen Konflikten noch lange nicht gelöst. Die Frage, ob es einen umweltverträglichen bzw. klimafreundlichen Krieg geben kann, wird diese Gesprächsrunde nicht beantworten können. Aber erste Denkanstöße dazu verspricht sie in jedem Fall.
Am 24. Februar 2022 wachte Österreich auf, und es herrschte Krieg auf europäischem Boden. Das Wertekonzept der Post-Cold-War-Ära ist durch den Ukrainekrieg herausgefordert. Dieser Podcast des Orf stellt sich den aktuellen ethischen und völkerrechtlichen Fragen.
In der ersten Staffel wird versucht den gesellschaftlichen Diskurs, der sich im Kriegsverlauf weiterentwickelt und verändert hat zu dokumentieren. Thematisiert werden zum Beispiel:
völkerrechtliche Grundlagen wie das Gewaltverbot oder
das Selbstverteidigungsrecht, sowie
die Debatten auf Social Media etwa über den Tyrannenmord. Es wir unter anderem gefragt,
ob das Konzept des Pazifismus ausgedient hat und
ob Wirtschaftssanktionen und Waffenlieferungen ein legitimer Weg sind.
V I E N N A , A U S T R I A – J U N E 1 0 T H / 1 1 T H 2 02 3
SUMMARIZED EVENT PROGRAM
A conference to discuss challenges related to the Russian-Ukrainian war, to hear the voices of civil society representatives of the various NATO countries, as well as representatives from Russia and Ukraine who support the aims of the Peace Summit. Participants from the Global South will share the dramatic consequences this war has had for the people in their countries and emphasize how they can contribute to peace.
The conference will create solutions and ways to end the war and how to prepare negotiations. This is not only the task of states and diplomats but nowadays more and more also of global civil society. The conference will include a combination of statements, working groups, panels of experts and dialogues.
Franz Jedlicka befasst sich mit Friedensforschung über Kriege und Kindererziehung.
Als Soziologe und Friedensforscher befasst er sich mit den Zusammenhängen zwischen Kindererziehungsstilen in den Ländern der Welt und ihrer Friedlichkeit. Er stellt die einfache Frage „Kann ein Land nachhaltig friedlich werden, wenn bereits ein Großteil der Kinder Gewalt in der Familie erfährt?“Fast alles, was er bisher dazu recherchiert habe, deute auf ein eindeutiges „nein“ hin.
>>Laut führender Denkfabrik spiegelt der Anstieg der Ausgaben den Krieg zwischen Russland und der Ukraine und eine „zunehmend unsichere Welt“ wider.<< Nach Angaben eines führenden Verteidigungs-Think Tanks erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2022 ein Allzeithoch von 2,24 Billionen US-Dollar. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine habe zu einem starken Anstieg der Militärausgaben in ganz Europa geführt. Die weltweiten Ausgaben seien nun im achten Jahr in Folge gestiegen, so das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (SIPRI) in seinem Jahresbericht 2022 über die weltweiten Militärausgaben.
In Europa gab es einen Anstieg um 13 Prozent, den stärksten seit mindestens 30 Jahren.
Dann: müssen Soldaten kommen, statt die Feuerwehr und das Rote Kreuz etc.
Die haben sich die selbsternannten Realisten ja nicht geleistet.
Die Wirtschaftliche Landesverteidigung hätte ja die „Speerspitze“ der Energiewende sein müssen. Stattdessen lassen sich Genossen der Bosse und Dr Schussel Posten …